Angst – ein ganz normales Gefühl?

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

wir alle kennen das Gefühl von Angst. Es ist ein ganz normales Gefühl, das in Situationen auftritt, die wir nicht so recht einschätzen können und die uns bedrohlich erscheinen. Angst ist ein starkes und wichtiges Gefühl, das eine Warnfunktion hat und bei einer bei einer realen Bedrohung lebensrettend sein kann. Das Grundgefühl „Angst“ wird aber von den meisten als unangenehm empfunden und lieber aus der Wahrnehmung verdrängt. Ein Mensch, der seine Angst zeigt, gilt nicht selten als schwach, deshalb wird Angst in unserer Gesellschaft nicht gern gezeigt oder verdrängt. Und da wir uns gesellschaftlich mit der Angst so schwer tun, ist es auch gar nicht so einfach, die „krankhafte Angst“ zu erkennen.

Angst und Furcht

In der Alltagssprache nutzen wir in der Regel nur das Wort „Angst“, die Psychologie unterscheidet aber etwas genauer zwischen Angst und Furcht. „Ich fürchte mich vor“ sagt schon recht deutlich, worum es bei dieser Trennung geht. Angst ist unspezifisch, ohne sich auf eine konkrete Bedrohung zu richten. So haben viele Menschen ganz allgemein Angst vor der Dunkelheit oder vor dem Alleinsein, ohne dass es dafür einen konkreten Anlass gibt. Furcht ist dagegen auf eine ganz konkrete Gefahr gerichtet. Sie bezieht sich zum Beispiel auf eine bevorstehende Operation, eine Prüfungssituation oder auf einen körperlichen Angriff.

Angst als überlebenswichtige Funktion

Im Tierreich ist Angst überlebenswichtig, denn mit der Angst wird die Reaktion zur Flucht oder zum Kampf ausgelöst. Tiere haben einen natürlichen Instinkt, der sie vor Gefahren warnt. Blitzartig verändert sich die Aufmerksamkeit, die Körperspannung steigt und man befindet sich in einem Zustand erhöhter Reaktionsbereitschaft. Angst sorgt für:

• Erhöhte Energiebereitstellung, Muskelspannung, Hormonausschüttung

•Erhöhte Reaktionsbereitschaft und Reaktionsgeschwindigkeit

• Herzfrequenz und Blutdruck erhöht, Pupillen weiten sich, Schärfung der Sinne

• Flachere und schnellere Atmung bis zur Atemnot

• Schwitzen, Zittern und Schwindelgefühl

Ab wann ist Angst krankhaft?

Erst wenn das natürliche Angstempfinden den Alltag belastet, wird es krankhaft. Wer sich kaum noch aus dem Haus traut, in öffentlichen Situationen eine Redehemmung erlebt oder den Fahrstuhl trotz aller Umstände meidet, leidet unter einer Angststörung. Etwa 9 Prozent der Deutschen sind von einer Angststörung betroffen. Allein die Vorstellung reicht dabei oft schon aus, um den Menschen in einen Alarmzustand zu versetzen, Körper und Seele arbeiten auf Hochtouren. Weltweit ist etwa jeder vierte Mensch von einer Angststörung betroffen. Krankhafte Ängste haben Auswirkungen auf das Privatleben und den Beruf und werfen vielfältige Probleme auf. Besonders belastend erleben es die Betroffenen, wenn sie aus heiterem Himmel in aller Öffentlichkeit von ihrer Angst überwältigt werden: im Kaufhaus, in der U-Bahn oder vor dem Auftritt. Wer tagelang nicht schlafen kann, weil er bei einer Teamsitzung die Ergebnisse der Arbeitseinheit zusammenfassen soll oder beim Vortrag von einer schweißtreibenden Angst heimgesucht wird, die er als lebensbedrohlich empfindet, wird die Symptome nur schwer zuordnen können, sich vielleicht sogar schämen und kaum auf das Verständnis anderer hoffen. Viele Betroffene können ihre Symptome auch selbst nicht einschätzen. So kann die Angstattacke in einem Kaufhaus mit starkem Herzrasen, Schwindel und starkem Schwitzen einhergehen, dass der Verdacht eher auf einen Herzinfarkt fällt als auf Panikattacke. Das ursprünglich biologisch sinnvolle Warnsystem interpretiert Situationen falsch und leitet einen „Fehlalarm“ ein, sodass die Angst auch in ungefährlichen Situationen auftritt.

Symptome einer Angststörung

•Die Gedanken immer wieder um mögliche Gefahren kreisen •Eine Situation als gefährlich bewertet wird

•Ein Vermeidungsverhalten entwickelt wird, um Situationen zu entgehen

•Die innere Stärke zur eigenständigen Bewältigung unterschätzt werden

•die körperlichen Symptome der Angst als gefährlich eingestuft werden

•wenn das Erregungsniveau nicht reguliert werden kann

Unterstützung bei Ängsten und Angststörungen

Sehr verbreitete Ängste sind auch zum Beispiel die Spinnenangst, Flugangst oder Platzangst. Betroffene versuchen häufig erst einmal, ihre Ängste selbst in den Griff zu bekommen. Sie wollen nicht als „verrückt“ gelten oder als „krank“. Allerdings funktioniert die Selbsteinschätzung nicht immer ganz korrekt und weicht zum Teil erheblich von dem ab, wie andere den Betroffenen wahrnehmen. Es folgen meist krampfhafte Versuche, sich zu entspannen und an etwas anderes denken wollen. Manchmal gelingt das sogar, aber nicht immer, denn wer selbst tief in seinen Ängsten gefangen ist, kann sie kaum beherrschen. Es ist in jedem Fall ratsam, sich Hilfe zu suchen. Der Hausarzt ist in der Regel der erste Ansprechpartner, aber auch anonym können sich Betroffene erst einmal an die Telefonseelsorge wenden. Auf Dauer ist eine Psychotherapie notwendig, eine Angststörung zu beherrschen.

Bei leichten Ängsten, wie einer Redeangst, einer Prüfungsangst oder die Angst vor einer Operation, schaue ich gerne in meiner Praxis in Dorsten mit Ihnen nach hilfreichen Übungen, Methoden und Strategien. Ich helfe Ihnen zum Beispiel durch Vorstellungsübungen, Atemübungen oder Autosuggestionen, um die Katastrophengedanken unter Kontrolle zu bekommen und sich der angstbesetzten Situation mit dem Gefühl innerer Stärke zu stellen. Die Überwindung der Angst ist ein großer Schritt in der Persönlichkeitsentwicklung und Entwicklung von Selbstfürsorge!

Im nächsten Artikel wird es noch etwas genauer um Methoden und Strategien gehen, sich von Ängsten zu befreien.

Ihre Dörthe Huth

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14 Gedanken zu „Angst – ein ganz normales Gefühl?“

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