Angststörungen – wie Information, Vertrauen und Übung hilft

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

alle neuen und unbekannten Situationen können Neugier auslösen, Lust am Abenteuer und eben auch Angst. An den Stellen, an denen wir neue Aufgaben bewältigen müssen, einen neuen Lebensabschnitt oder einen Schritt in der Entwicklung, kommt uns das besonders zu Bewusstsein. So müssen wir im Leben viele Reifungsschritte gehen, die mit Ängsten verbunden sind und gemeistert werden müssen. So zum Beispiel die Verselbständigung vom Jugendlichen zum Erwachsenen, der Auszug von zu Hause oder der Tod des Partners. Ohne Angst schätzen wir Situationen falsch ein und treffen dadurch möglicherweise Entscheidungen, die lebensbedrohliche Konsequenzen haben können. Wenn Angstgefühle und Unruhezustände jedoch ohne wirklichen Grund entstehen und den Alltag zunehmend bestimmen, ist die Angst krankhaft.

Ein langer Weg bis zur Diagnose einer Angststörung

Für Betroffene ist es manchmal ein langer Weg, bis sie zur Psychotherapie finden. Angst auslösende Situationen werden gemieden, was das gesellschaftliche Leben eines Menschen sehr stark einschränkt. Die Angst wird dadurch auch nicht weniger. Dennoch suchen die meisten Betroffenen weiter nach Möglichkeiten, sich selbst zu helfen. Ablenkung über das Fernsehen, Sport oder Gespräche mit Bekannten, Entspannung oder Yoga können solche Selbsthilfeversuche sein. Erst wenn die eigenen Versuche längere Zeit nicht helfen oder sich die Symptomatik weiter verschlechtert, wird der Hausarzt aufgesucht. Doch berichten die Betroffenen eher über Schlafstörungen, Magen-Darm-Beschwerden oder immer wiederkehrende Kopfschmerzen. Ärzte finden daher nicht immer den direkten Bezug zu Angststörungen. Nicht selten wechselt der Patient den Arzt und das Spiel beginnt von vorn. Je länger eine Angststörung aber besteht, umso schwieriger ist sie zu behandeln. Hauptsächlich werden drei Arten von krankhafter Angst unterschieden: die Phobie, die Panikstörung und die Generalisierte Angststörung.

Die Gesichter der Angststörungen: Phobie, Panikattacke und GAS

Eine Phobie: ist eine isolierte Angst, die sich nur auf bestimmte Situationen oder Gegenstände bezieht, auf: Spinnen, viele Menschen oder den Fahrstuhl, den Fahrstuhl, die Höhe oder Enge. Andere haben soziale Angst, sich peinlich zu benehmen, rot zu werden oder im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. Die Angst an Orten, an denen ein Entkommen nicht möglich ist, wie im Kaufhaus oder im Fahrstuhl, werden als Agoraphobie bezeichnet und tritt häufig gemeinsam mit einer Panikstörung auf.

Eine Panikattacke: kommt für die Betroffenen wie aus heiterem Himmel. Sehr plötzlich tauchen heftige körperliche Reaktionen auf, Herzklopfen, Schwindel und Atemnot, gefolgt von der Angst, wahnsinnig zu werden, die Kontrolle zu verlieren oder Todesangst. Wenn diese wiederholt auftreten, handelt es sich um eine Panikstörung. Die Betroffenen entwickeln häufig eine Erwartungsangst vor der nächsten Panikattacke. Diese so genannte “Angst vor der Angst” macht das Auftreten weiterer Attacken wahrscheinlich.

Die generalisierte Angststörung: Ängste können auch als innere Unruhe und übermäßige Sorgen um zukünftige Ereignisse auftreten, welche den ganzen Alltag ausfüllen. Es sind Ängste, die sich nicht nur auf eine Situation beziehen sondern auf alle Bereiche beziehen. Betroffene leiden meist auch unter körperlichen Beschwerden, wie Schlafstörungen, Magenbeschwerden oder Hitzewallungen und leichter Reizbarkeit.

Frei von Ängsten
Frei von Ängsten

Angstbewältigung mit Hilfe der Psychotherapie

Die Bewältigung der Angst braucht eine gezielte Anleitung durch einen Experten, denn die Methoden müssen an den Betroffenen und seine Schwierigkeiten angepasst werden. Vor der Psychotherapie klärt in der Regel ein Facharzt körperliche Ursachen und andere psychische Störungen ab. Je nach Ausprägung und Schweregrad der Angststörung kann eine medikamentöse Therapie die Psychotherapie ergänzen. Die Bewältigung der Angsterkrankung kann ein langer Weg sein, wobei der Erfolg auch von der Motivation und Mitarbeitsbereitschaft des Betroffenen abhängt. Aufklärung, Information und ein Vertrauensverhältnis zwischen Behandler und Patient sind daher eine wichtige Voraussetzung für eine Verbesserung der Symptomatik. Insgesamt ist eine Mischung aus Information, Vertrauen und Übung hilfreich.

Bewältigungsmöglichkeiten im Überblick

•Informationen über Angst und Angstbewältigung sammeln

•Stressbewältigung und Erhöhung der Belastbarkeit

•Den Kreislauf von Angst und Vermeidung durchbrechen

•Soziale Kompetenzen trainieren: Selbstsicherheit, Kommunikation, Problemlösefähigkeit

•Führen eines Angsttagebuchs zur Selbstbeobachtung und Dokumentation von Fortschritten

•Praktische Übungen in kleinen Schritten zur Bewältigung von Angstsituationen

•Veränderung der Situationsbewertung

Bei leichten Ängsten, wie einer Redeangst, einer Prüfungsangst oder die Angst vor einer Operation, schaue ich gerne in meiner Praxis in Dorsten mit Ihnen nach hilfreichen Übungen, Methoden und Strategien. Ich helfe Ihnen zum Beispiel durch Vorstellungsübungen, Atemübungen oder Autosuggestionen, um die Katastrophengedanken unter Kontrolle zu bekommen und sich der angstbesetzten Situation mit dem Gefühl innerer Stärke zu stellen. Die Überwindung der Angst ist ein großer Schritt in der Persönlichkeitsentwicklung und Entwicklung von Selbstfürsorge! Auf Ihren Anruf zur Terminabsprache freue ich mich, rufen Sie einfach an unter 02362/7877990 oder schicken mir eine E-Mail über das Kontaktformular.

Ihre Dörthe Huth

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6 Gedanken zu „Angststörungen – wie Information, Vertrauen und Übung hilft“

  1. Liebe Dörthe,

    ich bin längst ein Fan von deinen Blogbeiträgen geworden und wie ich eben von den verschiedenen Ängsten las, dachte ich nur: “Schade, dass sie so weit weg wohnt!”
    Spätestens bei diesem Thema wäre ich bei dir in der Praxis.

    Danke, für diesen informativen Beitrag! 🙂

    Sonnige Grüße
    Sandra

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