Aufstellung mit Figuren – Unterstützung bei der Lösungsfindung

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

In meiner Praxis geht es häufig um Fragestellungen, die mit inneren oder äußeren Entscheidungen zu tun haben. Meine Klienten suchen beispielsweise eine Lösung auf die Frage: wie gehe ich weiter mit diesem Arbeitskollegen um, ohne Wutanfälle zu bekommen?  Wie kann ich die Beziehung zu meinen Kindern verbessern? Wie komme ich innerlich wieder ins Gleichgewicht, wenn die Menschen um mich herum mir Stress machen? Viele haben schon vieles probiert, um eine Lösung für ihr Problem zu finden, stecken aber ab einem bestimmten Punkt in einer Sackgasse fest. Obwohl Klärungsbedarf besteht, geht es dann in den familiären Beziehungen oder im Berufsalltag nicht so recht weiter, die Problematik köchelt weiter vor sich hin oder ein Konflikt eskaliert. Manchmal geht es um einen Streit, um ein Kränkungserleben oder um eine gesundheitliche Belastung.

Lösungen mit Hilfe einer Aufstellung

Ab und zu werde ich dann gefragt, ob ich dazu nicht eine Familienaufstellung anbieten könnte. Familienaufstellungen sind in der letzten Jahren sehr beliebt geworden und stellen eine eigene Methode dar. Zum Familien- oder Organisationsstellen werden mehrere Personen benötigt, die dabei helfen das Problem in der Aufstellung sichtbar zu machen. Meine methodischen Wurzeln liegen allerdings in der Gestalttherapie und dort ist es auch möglich, eine Thematik „aufzustellen“, ohne dass gleich eine ganze Gruppe von anderen Menschen dabei sein muss. Dazu nutze ich am liebsten meinen Koffer mit Aufstellungs-Figuren. In der Gestaltarbeit ist es aber eigentlich völlig egal womit die Aufstellung erfolgt. Beziehungen können mit Menschen, Holzfiguren, Muscheln oder Gummibärchen sichtbar gemacht werden. Für mich ist eine solche Aufstellung eine unterstützende Methode zur Lösungsfindung unter vielen anderen Möglichkeiten.

Beziehungen sichtbar machen

Gerade wenn es um Beziehungen geht, nutze ich gerne die Figuren aus meinem Holzkoffer. Bei bestimmten Problemen in der Familie oder in Arbeitsbeziehungen kann der Klient seine Sichtweise der Beziehungen aller Beteiligten stellen. Die Figuren stehen stellvertretend für andere Menschen, für Familienmitglieder, Freunde oder Arbeitskollegen. Dazu werden die Figuren auf dem Tisch oder auf den Boden verteilt, die mit dem Problem direkt oder indirekt zu tun haben. Es entsteht ein Bild, das Distanzen deutlich macht, Sichtweisen offenbart und dennoch immer wieder verändert werden kann. So eine Aufstellung mit Figuren, wie sie oben im Bild zu sehen ist, eröffnet dem Klienten eine Möglichkeit, eine Außenperspektive einzunehmen und Verstrickungen zu erkennen.

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* zwingend
Interesse

Die Sackgasse verlassen

Besonders deutlich wird das häufig durch die Arbeit an einem persönlichen Thema, das mit der Geschichte der Familie in Verbindung gebracht wird oder bei einem Konflikt auf der Arbeit mit den anderen Beteiligten. Eine Frau, die immer wieder verlassen wird und sich eine dauerhafte Beziehung wünscht, kann dadurch die Beziehungen der Familienmitglieder untereinander genauer anschauen und probeweise verändern. Die Wurzeln unserer Probleme reichen manchmal bis zu den Eltern, manchmal aber auch noch bis zu den Großeltern oder Urgroßeltern. Bei einem Konflikt im Team kann der Betroffene die Sichtweisen der anderen genauer erkunden und offener werden für die Perspektiven der anderen, für eigene Begrenzungen. Das Aufstellen erleichtert den Ausstieg aus Problemen, in denen man feststeckt und zeigt Wege aus der Sackgasse.

Mögliche Fragen, die bei einer Aufstellung gestellt werden können:

  • Wie fühlen Sie sich in ihrer Position?
  • Wo würden Sie lieber stehen – bzw. was müsste sich am Bild verändern, dass Sie sich wohler fühlen?
  • Was müsste sich ändern, damit das Problem sich löst?
  • Wer könnte bei der Lösung helfen? Was könnte ein kleiner Schritt auf die Lösung zu sein?
  • Wie müssten die Figuren stehen, damit das Problem sich löst?
  • Eine solche Aufstellung eröffnet häufig neue Perspektiven, hilft beim Loslassen und führt zur Verbesserung von Beziehungen.

Auch in einer solch kleinen Aufstellungsarbeit kann Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bearbeitet werden. Wie bei allen psychologischen Werkzeugen braucht auch die Aufstellungsarbeit mit Figuren zur Lösungsfindung die Offenheit des Klienten.

Eine schöne Woche wünscht

Ihre Dörthe Huth

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4 Gedanken zu „Aufstellung mit Figuren – Unterstützung bei der Lösungsfindung“

  1. Liebe Frau Huth,
    Ihr Artikel ist sehr anschaulich. Es ist oft sehr hilfreich, die Wahrnehmung eines anderen auf die eigene Situation dazu zu nehmen. Also jemand, der andere Erfahrungen, Wertvorstellungen, Wünsche und Ziele hat als man selbst. So wird es einfacher, eine Lösung zu finden, um die es ja letzten Endes geht. Dazu gibt es ja nicht nur solche Klötzchen und vorgefertigten Figuren, sondern ich erinnere mich, dass Sie im Seminar einfach das nehmen, was gerade im Raum ist: Muscheln, Matrioschkas, Gummibärchen und selbst Geld 😉 Selbst mit den einfachsten Mitteln kommen die Dinge in Bewegung. Aber ich denke, anfangen kann vielleicht jeder für sich selbst mit einer solchen Aufstellung, aber sobald man stecken bleibt, ist es besser, den professionellen Außenblick zuzulassen. Spätestens dann wird durch die Aufstellungsarbeit deutlich, dass es für alles eine Lösung gibt, auch wenn die am Ende ganz anders ist, als man sich das vorgestellt hat. Das weiß ich aus eigener Erfahrung.
    Mit einem lieben Gruß, Max

  2. Vielen Dank für den Tipp. Ich bin zwar keine Therapeutin, aber zur Verdeutlichung bestimmter Konstellationen ist das auch für mich übertragbar.

  3. Was für eine schöne Idee und was für ein schöner Blog, hier werde ich noch öfter mal reinsehen und mir Anregungen holen :))))

  4. Es gibt so tolle Möglichkeiten, zu reflektieren. Ich schätze die Aufstellungen in der Miniaturform auch sehr. Der Überblick wird ein ganz anderer als ohne …

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