Das innere Kind trösten

Buchvorstellung: Das so genannte Innere Kind von Herbold und Sachsse

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Arbeit mit dem Inneren Kind ist in den letzten Jahren immer populärer geworden und gehört mittlerweile zum festen Repertoire vieler Therapeuten. “Das so genannte Innere Kind” vermittelt auf 174 Seiten schulenübergreifend die Technik anhand dreier psychotherapeutischer Zugänge. Die beiden Herausgeber Willy Herbold und Ulrich Sachsse sind Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie am Asklepios Fachklinikum Göttingen. Besonders interessant ist das Buch für Experten aus psychologischer Beratung und Psychotherapie, die tiefer in die innere-Kind-Arbeit einsteigen wollen.

Willy Herbold und Ulrich Sachsse (Hrsg.): Das sogenannte Innere Kind. Vom Inneren Kind zum Selbst. Schattauer 2. Auflage 2012. ISBN: 978-3-7945-2848-6 (Print) und 978-3-7945-6677-8 (eBook). 29,95 Euro.

Selbst-Stärkung durch Innere Kind Arbeit

Besonders traumatisierte Patienten lernen über diesen Zugang wieder besser für sich zu sorgen. Sie nehmen die Verbindung zu ihrem Inneren Kind wieder auf, können es stützen und stärken. Gleichzeitig kräftigen sie damit ihr Selbst. In verschiedenen therapeutischen Richtungen geschieht dies auf unterschiedliche Weise, weil Theorie und Methodik voneinander abweichen. MIt dem Buch “Das sogenannte Innere Kind” haben die Herausgeber und Autoren eine richtungsübergreifende Schulung entwickelt. Sachsse stellt vier konkrete Unterrichtseinheiten “mit Inneren Problemkindern” vor. Der Leser erhält eine Schulungsvorlage, die unter anderem Ideen für angenehme Innere-Kind-Zustände oder unangenehme Innere-Kind-Zustände enthält sowie Patientenmaterialien. Zum Ende des Buches entwickelt Willy Herbold anhand der psychoanalytischen Selbstpsychologie nach Heinz Kohut einen weiteren “Patienten-Unterricht zur Selbst-Stärkung”, der verschiedene Unterrichtseinheiten beinhaltet.

Unterschiedliche Blickrichtungen auf das Innere Kind

Das Buch schaut aus drei unterschiedlichen therapeutischen Blickwinkeln auf die Innere Kind Arbeit. Im Fokus steht dabei die Analytischen Psychologie nach C. G. Jung, die Dialektisch-behaviorale Therapie (DBT) nach Marscha Linneham und die psychoanalytische Selbstpsychologie nach Heinz Kohut.

Der Arzt und Psychoanalytiker Ralf H. Bolle schildert den Zugang der Analytischen Psychologie im Spannungsfeld von “Ich als Zentrum des Bewusstseins der personalen Welt” und dem “Selbst als Gesamtheit aller personalen und transpersonalen Inhalte”. Der Autor bescheibt Zugänge zum Erfahrungsraum des Inneren Kindes, indem er Erlebens- und Verhaltensweisen aus unterschiedlichen Zuständen beschreibt. Die Unterschiede von dissoziierten, assoziierten und den integrativen Zugängen werden deutlich. Zudem gibt er Einblicke in Fallgeschichten und stellt mögliche Imaginationen zur Verfügung.

Erarbeitung von Stresstoleranz und dem Umgang mit Emotionen

Die Psychologische Psychotherapeutin Christine Unckel schildert die Innere Kind Arbeit vor dem Hintergrund der Dialektisch-behavioralen Therapie (DBT) nach Mascha Linneham und verdeutlicht sie anhand der Therapie mit Borderline-Patienten. Die Erarbeitung von Stresstoleranz, Umgang mit Emotionen, zwischenmenschliche Fähigkeiten und Achtsamkeit sind feste Bestandteile der DBT, damit die Patienten lernen, ihre Emotionen zu regulieren. In der Traumaarbeit spielen die Inneren Kinder zudem eine Rolle, weil die Betroffenen immer wieder in “kindliche States”, also kindliche Reaktionsweisen zurück fallen, sofern sie zur jeweils richtigen Zeit nicht die entsprechenden Verhaltensweisen erlernen konnten. Der Beitrag der Krankenschwester und Traumazentrierten Fachbegleiterin Anja Maria Reichel beinhaltet eine Mitschrift einer Patient-Therapeut-Kommunikation, anhand derer die therapeutischen Interventionen und Reaktionsweisen von Patienten deutlich werden. Den Abschluss der Buches bildet ein Beitrag der Patientin Katja W. “Der Dämon der Angst”.

Fazit – Das sogenannte innere Kind

Den Herausgebern ist es gelungen, aus vielen Einzelteilen ein Gesamtbild der Inneren Kind Arbeit zu erstellen. Dabei wird vor allem deutlich, dass es viele Möglichkeiten gibt, sich den Inneren Kindern anzunähern. “Die Arbeit mit dem “Inneren Kind” zwingt dazu, dass sich die Identitäten der separaten psychotherapeutischen Schulen integrativ miteinander in Beziehung setzen müssen …”, resümiert Ralf H. Bolle. Verschriftlichte Patient-Therapeut-Interaktionen verdeutlichen die Innere Kind Arbeit. Materialien, konkrete Anleitungen zur Durchführung und strukturierte Arbeitsblätter sind eine großes Plus dieses Buches und leiten zur erfolgreichen Umsetzung dieser Technik im therapeutischen Setting an. Auf der Verlagsseite von Schattauer werden Arbeitsblätter als pdf-Files zur Verfügung gestellt.

 

Das innere Kind trösten
Mut und Zuspruch für das innere Kind

Wenn Sie Psychologischer Berater, Heilpraktiker (Psychotherapie) oder Coach sind und durch eine Supervision begleitet werden möchten, freue ich mich auf Ihren Anruf unter: 02362 7877990.

Ihre Dörthe Huth

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