Depressionen – innerlich gleichgültig und leer

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

heute möchte ich Ihnen ein Thema vorstellen, das erstaunlich viele Menschen betrifft: Depressionen. Eine weltweite Studie der WHO besagt, dass in den Industrieländern die Depressionen an erster Stelle aller Erkrankungen rangieren, mit erheblichem Abstand zu allen anderen körperlichen und seelischen Erkrankungen. Etwa fünf Prozent aller Deutschen leiden danach unter einer Depression. Nach Meinung vieler Experten wird die Anzahl der Neuerkrankungen in den nächsten Jahren weiter zunehmen.

Symptome einer Depression

Eine Depression ist nicht nur eine vorübergehende Traurigkeit, sondern betrifft den ganzen Menschen in seinem Erleben und Verhalten. Während einer Depression fühlen sich viele Betroffene “gefühllos” und “innerlich leer”, das Gefühlsspektrum ist eingeengt, sie spüren weder echte Freude noch echte Traurigkeit. Die Gedanken kreisen ständig um negative Ereignisse oder negative Zukunftsszenarien und kommen aus ihrer pessimistischen Denkweise nicht alleine heraus. Häufig glauben sie nicht daran, dass ihnen jemand helfen könnte und sehen die Depression als eine Art Versagen an. Quälende Selbstzweifel und Selbstvorwürfe gehören ebenfalls zum Bild der Depression.

Anzeichen für einen depressiven Verlauf im Überblick:

  • dauerndes Grübeln und Antriebslosigkeit
  • Hoffnungslosigkeit und Minderwertigkeitsgefühle
  •  Konzentrationsstörungen und innere Unruhe
  • Schlafstörungen und Gereiztheit
  • eine pessimistische Grundhaltung und die Unfähigkeit, sich zu freuen
  • Rückzug von der Welt

Die Entstehung einer Depression

Bei der Entstehung einer Depression spielen viele Faktoren eine Rolle, sie gilt als sogenanntes “multifaktorielles Geschehen”. Neben einer genetischen Veranlagung, sozialen Bedingungen und Umweltereignissen, kann auch eine körperliche Erkrankung eine Depressionen begünstigen,  wie beispielsweise die hormonelle Umstellung im Klimakterium oder ein lebensveränderndes Ereignis, wie der Tod des Partners oder ein Trauma. Häufig haben depressive Menschen zudem bestimmte Persönlichkeitsmerkmale ausgebildet, wie den Hang zum Perfektionismus, eine hohe Leistungsorientierung sowie ein geringes Selbstwertgefühl. Besonders anfällig sind Menschen, die bereits unter anderen Symptomen leiden, wie Zwänge, Ängste, Schlafstörungen oder chronische Schmerzen.

Depressionen kommen besonders häufig in den Industrienationen vor

Die Art unseres gesellschaftlichen Lebens begünstigt ebenfalls den Ausbruch von Depressionen. Arbeitnehmer sind einem hohen Druck ausgesetzt, werden durch ständige Jobwechsel entwurzelt oder gehen wegen der drohende Arbeitslosigkeit über ihre Grenzen, bis hin zu einem Burnout. Aber auch die Tendenz der zunehmenden Isolierung des Einzelnen begünstigt eine depressive Entwicklung, wie der Zerfall der familiären Strukturen, die hohe Scheidungsrate, Kinder die mit nur einem Elternteil aufwachsen oder die Vereinsamung des Einzelnen. Diese Entwicklungen lassen keine keine verlässliche Zukunftsgestaltung mehr zu und macht es vielen Menschen schwierig, an eine positive Entwicklung ihrer Zukunft zu glauben.

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Suizid – Selbstmordgedanken sind nicht selten

Jedes Jahr nehem sich in Deutschland etwa 9000 Menschen das Leben und die Rate der Selbstmordversuche liegt um ein Vielfaches höher. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Gefühle von totaler Hoffnungslosigkeit, Sinnlosigkeit oder die totale Selbstaufgabe können dazu führen. Von den schwer depressiv Erkrankten begehen etwa 10 bis 15 Prozent Selbstmord. Obwohl die Selbstmordrate in den letzten Jahrzehnten tendenziell sinkt, nimmt der Anteil der Suizide bei Älteren zu. Laut der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention (DGS) sind es bei den über 65 Jährigen noch mehr, etwa 30 Prozent. Dabei ist der Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung jedoch viel geringer ist.

Möglichkeiten der Behandlung von Depressionen

Eine psychotherapeutische Behandlung kann Unterstützung bieten, mit den Ängsten umzugehen, einen positiveren Blick auf das Leben zu entwickeln und den Sinn des Lebens wiederzufinden. Die Therapie der Depression zielt darauf ab, wieder Lebensfreude zu spüren und neuen Sinn zu finden. In der Regel ist der Hausarz die erste Anlaufstelle, der Betroffene in der Regel an einen Facharzt für Neurologie oder Psychiatrie weiterleitet. Vor der therapeutischen Behandlung einer Depression steht eine gezielte medizinische Diagnostik. Menschen haben ein breit angelegtes Gefühlsspektrum, das es ihnen erlaubt, das Leben in allen Facetten wahrzunehmen. Ausgelassene Freude über ein schönes Ereignis gehören ebenso dazu wie hochkochende Wut bei ungerechter Behandlung oder die Traurigkeit über einen Verlust. Unsere Befindlichkeit ist Schwankungen unterworfen und offensichtlich haben äußere Einflüsse auch einen Einfluss auf das innere Erleben. Die Abgrenzung von der Befindlichkeitsstörung zur Depression ist eine komplexe Angelegenheit. Ärztlich verodnet werden häufig Antidepressiva, aber auch pflanzliche Kombinationspräparate haben sich als wirksam erwiesen und sind häufig eine nebenwirkungsärmere Alternative.

Ich hoffe, Sie konnten sich damit einen Eindruck davon verschaffen, wie es einem Menschen in einer depressiven Phase geht.

Wenn Sie sich selbst Unterstützung bei einer leichten depressiven Phase wünschen oder einen Menschen besser verstehen wollen, der an einer Depression leidet, unterstütze ich Sie gerne durch eine Psychologische Beratung oder ein wingwave-Coaching. Rufen Sie einfach an oder senden Sie mir eine eMail: 02362/7877990.

Ihre Dörthe Huth

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Zum Weiterlesen:

Psychotherapie

3 Gedanken zu „Depressionen – innerlich gleichgültig und leer“

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