Entspannungs-Coaching Teil 2 – Innehalten, sich erden und Abstand gewinnen

Liebe Leserin und lieber Leser,
wir alle wissen, wie es sich anfühlt, drei Dinge gleichzeitig erledigen zu müssen. Im Arbeitsleben sind die Abläufe häufig genau getimet, nicht selten geht es direkt von der Teamsitzung zum Kundengespräch und es bleibt wenig Zeit, zwischendurch einmal durchzuatmen. Auch das Privatleben läuft selten stressfrei. Die Kinder müssen zum Sport, zur Nachhilfe oder zum Musikunterricht gebracht werden, abends ist Elternabend. Es bleibt kaum Zeit zum Innehalten. Aber gerade das Innehalten schafft die notwendige Distanz zum Stressgeschehen. Wer es schafft, sich für einen Moment aus dem Geschehen auszuklinken, kann erst einmal Luft holen, sich distanzieren und eine andere Perspektive einnehmen. Aber das ist leichter gesagt als getan.

Ausprobieren, was hilft, um zügig zur Ruhe zu kommen

Manche Menschen kommen mit Stress besser zurecht, anderen macht er richtig zu schaffen. Besonders Dauerstress kann schädlich sein und gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Angefangen von leichter Reizbarkeit über Konzentrationsstörungen bis hin zu Kopfschmerzen oder Herz-Kreislauf-Problemen, Stress macht krank, daher sollten wir ihm rechtzeitig wirksame Methoden entgegensetzen. Wie kann man sich also in einer akuten Stressituation selbst beruhigen? Im Entspannungs-Coaching Teil 1 habe ich bereits etwas über die Macht der bewussten Atmung geschrieben, heute erfahren Sie etwas über die Methode, sich zu erden. Am besten, Sie probieren mehrere Übungen aus, denn nicht jede Methode hilft jedem Menschen gleich gut. Probieren Sie einfach aus, was für Sie hilfreich ist.

Sich Erden – den Boden unter den Füßen spüren

Aus der Gestalttherapie kenne ich eine sofort wirksame Methode, die sich „Erden“ nennt. Durch den aktiven Kontakt des Körpers mit der Erde entsteht eine konkrete physische Verbindung. Dies geschieht beispielsweise ganz einfach, indem man die Fußsohlen achtsam auf dem Boden spürt. Wenn Sie sitzen, stellen Sie die Füße im Abstand von etwa 20 Zentimetern nebeneinander und stellen Sie möglichst die ganze Fußfläche auf dem Boden ab, nicht nur Ballen und Ferse. Wenn möglich, ziehen Sie dabei die Schuhe aus. Vielen Menschen hilft auch die Vorstellung, von der Erde getragen zu sein. Allein diese Vorstellung hilft bereits, denn die Stabilität der Erde wirkt beruhigend. Dies wirkt übrigens auch gut vor einem Auftritt, einer Präsentation oder einem anderen aufregenden Ereignis, um sich zu beruhigen. Noch besser ist es, die Schuhe und Socken zwischendurch einfach mal auszuziehen und achtsam einige Schritte zu laufen. Wenn möglich sogar draußen auf der Wiese, auf dem Asphalt, im Schnee oder im Regen. Eine solche Erfahrung erdet enorm und das psychische Erregungsniveau verringert sich durch diese körperliche Verbindung sofort. Denn wer fest in seiner körperlichen Realität steht, in sich selbst verwurzelt ist, denn kann so schnell nichts aus der Bahn werfen. Wer sich mit dem Erden vertraut gemacht hat, bei dem reicht häufig schon allein die Vorstellung aus, um sich zu beruhigen.

Fest verwurzelt wie ein Baum – eine Visualisierung

Zusätzlich kann man eine Visualisierungsübung nutzen und sich vorstellen, dass man wie ein Baum fest verwurzelt im Leben steht. Mit etwas Phantasie gelingt es sogar, sich vorzustellen, wie die eigenen Wurzeln bis tief in die Erde reichen und die eigenen Äste Wind und Wetter trotzen. In vielen alten Überlieferungen ist der Baum ein Symbol für Kraft und Lebendigkeit. Die Vorstellung, die Berührung, das sich-Hineingeben, lässt uns seine Kraft spüren. Eine solche Vorstellung hilft schnell und kann ruhig mehrfach täglich angewendet werden. Hier stelle ich Ihnen eine Übung aus meinem eBook „ENTSPANNUNG: Weniger Stress – mehr Wohlbefinden“ vor.

Wenn es dir möglich ist, schließe für einen Augenblick die Augen. Lass vor deinem inneren Auge eine wohltuende Landschaft erscheinen. Eine Landschaft, die du kennst oder die du in diesem Augenblick einfach erfindest. Lass in dieser Landschaft einen Baum entstehen, einen Baum, den du magst, der dir angenehm erscheint. Sieh dir diesen Baum gut an. Dann geh etwas näher zu deinem Baum hin, schaue ihn aus der Nähe an, berühre ihn oder beginne, dich in ihn hineinzuversetzen. Spüre mit den Fingern seine Rinde, atme seinen Duft ein, nimm seinen Stamm wahr, seine Blätter oder seine Nadeln. Und nun stell dir vor, wie die Wurzeln des Baumes, Nahrung aus dem Boden aufnehmen. Wie Nährendes durch die Wurzeln über die Rinde und die Zweige bis in die äußerste Spitze des Baumes fließt und ihn versorgt mit allem, was ihm gut tut. Stell dir nun vor, wie die Sonne den Baum bescheint und die Nahrung sich dabei in Kraft und Wärme verwandelt. Spüre die Kraft des Baumes auch in dir, stell dir vor, dass sich die innere Nahrung und das innere Licht, auch in dir ausbreiten und gut in dir wirken. Wenn du genug Kraft in dir aufgenommen hast, löse dich langsam wieder von deinem Baum. Du könntest dich bei ihm bedanken und ihn vielleicht später wieder aufsuchen. Wenn du so weit bist, komm mit deiner Aufmerksamkeit wieder zurück in unser Gespräch.

Entspannungs-Coaching

Die Erdung ist eine sehr effektive und schnell wirksame Methode, sich aus dem Stressgeschehen auszuklinken, innerlich zur Ruhe zu kommen und neue Kraft zu schöpfen. Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Ausprobieren, vielleicht hilft es schon während dieser neuen Arbeitswoche.

Wenn Sie eine gezielte Stressbewältigung suchen und sich durch ein Coaching begleiten lassen möchten, freue ich mich auf Ihren Anruf zur Terminvereinbarung. Oder senden Sie mir einfach eine eMail: 02362/7877990.

Damit wünsche ich Ihnen eine entspannte Woche,

Ihre Dörthe Huth

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7 Gedanken zu „Entspannungs-Coaching Teil 2 – Innehalten, sich erden und Abstand gewinnen“

  1. Also das mit dem Erden und dem Baum klingt ein bisschen strange, aber versuchen kann man es ja mal. Gibt es da auch eine persönliche Anleitung zu?

  2. Solche praktischen Beispiele finde ich am besten, da kann man gleich mal ausprobieren. Von selbst kommt man ja auf sowas nicht und so richtig Lust ein Buch dazu zu lesen, hab ich auch nicht. Also sage ich mal DANKE für diese Entspannungs-Beispiele!

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