Ergebnisse aus der Resilienzforschung oder was macht uns stark?

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Basis für die Fähigkeiten zur Bewältigung von Krisen wird schon in der Kindheit gelegt, ist aber auch im Erwachsenenalter noch ausbaufähig. Resilienz bezeichnet die Fähigkeit, schwierige und belastende Situationen erfolgreich zu meistern, Verluste, Misserfolge, Notsituationen und traumatisches Erleben zu bewältigen. In meiner Praxis ist die Aktivierung der inneren Stärke für eben solche Situationen immer wieder ein Thema. “Wie komme ich aus dieser Misere wieder heraus?” fragen meine Klienten beispielsweise oder “Wie kann ich dieses Ereignis hinter mir lassen?” Und so machen wir uns gemeinsam auf die Suche, persönliche Antworten zu finden.

Unterschiedlichkeiten in der Bewältigung schwieriger Situationen

Menschen sind sehr unterschiedlich. Eine unbedachte Kritik kann den einen tagelang ins Grübeln versetzen, während die gleiche Kritik bei einem anderen ungehört verhallt. Während der eine sich nach der Firmenpleite in den Alkohol flüchtet, ändert der andere seinen Lebensplan und startet voller Motivation noch einmal neu durch. Und nach dem Verlust eines geliebten Menschen landet der eine in der Depression, während ein anderer die Kraft findet, die Trauer zu bewältigen und seinem Leben einen neuen Sinn zu geben. Von den Menschen, die wie ein Fels in der Brandung des Lebens stehen, will die Resilienzforschung lernen. Was macht uns stark? Welche Fähigkeiten gibt es, die es einem Menschen ermöglichen, schwierige Ereignisse zu meistern? Auf all diese Fragen sucht die Resilienzforschung Antworten.

Wie finden Menschen wieder zu Wohlbefinden und Glückserleben?

Lange Zeit hat sich die Psychologie der Erforschung seelischer Erkrankungen gewidmet. Mit der Positiven Psychologie kam eine neue Denkrichtung dazu. Man begann zu erkunden, welche Strategien Menschen in Krisenzeiten oder bei traumatischen Ereignissen nutzen, auf welche inneren und äußeren Ressourcen sie zugreifen und was sie stark macht. Ein erster Meilenstein in der Resilienzforschung geht auf eine Langzeitstudie in den 1950er Jahren zurück. Über vier Jahrzehnte begleitete die amerikanische Entwicklungspsychologin Emmy Werner das Schicksal von 698 Jungen und Mädchen auf Kauai, deren Ausgangsposition für das Leben eher schlecht gelagert, von Armut, Vernachlässigung und Misshandlung geprägt war. Das Ergebnis war überraschend, denn ein Drittel der Kinder wuchs trotz der schlechten Bedingungen zu fürsorglichen, leistungsstarken und selbstbewussten Menschen heran, die sowohl einer Arbeit nachgingen als auch persönliche Beziehungen pflegten.
Nach und nach wendeten sich auch andere Forscher der Frage zu, was Kinder zu starken Menschen macht. Mit dem Aufkommen der Positiven Psychologie richtete sich der Blick der Forschung immer mehr darauf aus, wie Menschen zu Wohlbefinden und Glück finden.

Resilienz – Fähigkeiten, die schon in der Kindheit stark machen

In den unterschiedlichen Zeitschienen der Entwicklung haben Kinder ein unterschiedliches Ausmaß an Schutz- und an Risikofaktoren. Säuglinge sind beispielsweise besonders abhängig von der Fürsorge ihrer Bezugspersonen und besonders verletzlich. Die Fürsorge kann zu einem sicheren Bindungsverhalten führen und damit zu einem Schutzfaktor werden.
Resiliente Kinder entwickeln eine positive Lebenseinstellung und verstehen es, auf Dauer einen Nutzen aus schwierigen Situationen oder lebenskritischen Ereignissen zu ziehen. Sie haben die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen, eigene Entscheidungen zu treffen und die Konsequenzen für ihr Handeln zu tragen. Sie suchen selbst nach Problemlösungen, setzen flexible Denkweisen ein und sehen Situationen aus verschiedenen Blickwinkeln. Dadurch, dass sie einen Sinn hinter ihrem Tun erkennen können, sind sie zum Durchhalten motiviert.
Den Forschungsergebnissen zufolge sind Mädchen resilienter als Jungen, wobei bei beiden androgyne Verhaltens- und Persönlichkeitsmerkmale hervorstechen. Mädchen sind eher auf den Lösungsprozess fokussiert als auf das Problem selbst und bitten auch um Hilfe, wenn sie alleine nicht weiterkommen.

Im Erwachsenenalter die Resilienz stärken

Menschen sind lebenslang entwicklungsfähig und können grundsätzlich auch bis ins hohe Alter ihre Resilienz ausbauen. Zwar wird die Basis für ein gutes Resilienz-Fundament schon in der Kindheit gelegt, doch erwirbt man im Laufe des Lebens immer mehr soziale Erfahrungen und Kompetenzen. Im Vergleich zur Pubertät erweitert sich im Erwachsenenalter die Anpassungsfähigkeit. Man kann alte Erfahrungen auf neue Situationen übertragen und so die neuen Schwierigkeiten überwinden.

Obwohl das Leben mit zunehmendem Alter härter wird und von Schicksalsschlägen wie Krankheit oder dem Tod wichtiger Bezugspersonen geprägt ist, sind gerade ältere Menschen dazu in der Lage, diese schwierigen Ereignisse besser zu verkraften als junge Leute. Wer seine Resilienz als Erwachsener verbessern möchte, leistet in hohem Maße Persönlichkeitsentwicklung. Unter therapeutischer Anleitung ist das sicherlich einfacher als alleine im Trüben zu fischen.

Die resilienten Fähigkeiten trainieren und ausbauen

Häufig geht es darum, im Leben einen neuen Sinn zu finden, den Schicksalsschlägen eine andere Bedeutung zu geben, sie als Lernaufgaben zu verstehen, die gelöst werden können. Das Training gibt immer mal wieder einen Gedankenswitch vor, man lernt umzudenken, nach einer Erholungspause von einem belastenden Ereignis auch das Positive an einer negativen Entwicklung wahrzunehmen, sich an die neue Situation anzupassen und sie anders zu bewerten als bisher. In einem Training wird auf die Selbstwirksamkeit geachtet, darauf, dass das eigene Verhalten in der Welt etwas auslöst und die Ereignisse in eine gewünschte Richtung gelenkt werden können. Das stärkt das Selbstbewusstsein und motiviert, auf innere und äußere Ressourcen zuzugreifen, sich selbst zu helfen und die Hilfe anderer Menschen anzunehmen. Je mehr man die Glücksmomente des Lebens beobachtet, umso mehr wird man das Glück in sein Leben ziehen. Die humanistische Psychologie geht davon aus, dass viele grundlegende Fähigkeiten in uns angelegt sind, doch sind sie nicht bei allen Menschen jederzeit verfügbar. Aber das kann man trainieren.

Innere Stärke - Doerthe Huth

Wenn Sie Ihre innere Stärke in schwierigen Zeiten aktivieren wollen oder bei der Auflösung einer belastenden Situation begleitet werden möchten, freue ich mich auf Ihren Anruf zur Terminvereinbarung für ein Coaching. Häufig führt der Lösungsweg über eine veränderte Haltung, zu einer besseren Gesprächsführung durch die Aktivierung der emotionalen Kompetenz.

Ihre Dörthe Huth

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