Erste Hilfe nach seelisch belastenden Ereignissen

Liebe Leserin, lieber Leser,

in einer stark belastenden Situation kann es zu einer Überforderung der psychischen Schutzmechanismen kommen. Gewalterfahrungen, Vernachlässigung, Verlusterleben, Naturkatastrophen oder Unfälle und Erkrankungen können traumatisieren, also eine seelische Verletzung hinterlassen. Es handelt sich um seelische Extrembelastungen, nach denen das psychische Gleichgewicht erst einmal wiederhergestellt werden muss. Aber was hilft, wenn die Erinnerungen belasten?

Wenn Erinnerungen belasten

In einer traumatisierenden Situation muss das Gehirn meist innerhalb einer sehr kurzen Zeitspanne extrem viele angstbesetzte Reize aufnehmen und wird davon regelrecht überflutet, sodass eine strukturierte Verarbeitung durch Sortieren, Bewerten und Integrieren der Erfahrungen kaum möglich ist. Die Eindrücke der traumatisierenden Situation sind so stark, dass sie als Ansammlung unverbundener Einzelreize im „Traumagedächtnis“ gespeichert werden. Sie kommen als Bilder, Gerüche, Geräusche oder Berührungen immer wieder an die Oberfläche und reaktivieren die Traumasituation.  Das Gehirn nimmt nicht wahr, dass die Gefahr bereits vorüber ist, sondern hält die Traumasituation für gegenwärtig.

Erzählen bringt nicht immer die gewünschte Erleichterung

Noch heute denken viele Menschen, ein Trauma müsse solange durchgearbeitet werden, bis es verarbeitet ist. Aber Wissenschaft und Praxis haben gezeigt, dass allein das Erzählen über die traumatische Situation nicht die gewünschte Erleichterung brachte. Heute steht daher besonders die Behandlung der Folgeerscheinungen, der Symptome, der Persönlichkeitsveränderungen und der Verhaltensweisen im Vordergrund. Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Symptomen, Gedanken, Empfindungen und Körperreaktionen herzustellen und wieder ins Gleichgewicht zu bringen.Das emotionale Gedächtnis, welches das Erleben einordnet und bewertet, ist überaktiv. Ab und zu verschwimmen dann Realität und Vorstellungen miteinander, denn häufig erinnern sich Betroffene nur an Fragmente der traumatischen Situation. Einer aktuellen Theorie zufolge ist das implizite Gedächtnis, das die Erinnerung an das Erleben und die damit verbundenen Gefühle umfasst, besonders aktiv und besonders gut abgespeichert. Dagegen ist das explizite Gedächtnis, das die Erfahrungen räumlich-zeitlich einordnet, durcheinander und braucht wieder eine Ordnung der Inhalte.

Erste Hilfe nach einem Trauma

Eine erste Hilfsmaßnahme nach einem extrem belastenden Ereignis ist die Schaffung einer sicheren Umgebung für den Betroffenen. Familie und Freunde können eine wichtige Stütze sein. Der Betroffene sollte über sein Erleben sprechen dürfen, aber keinesfalls dazu gedrängt werden. Je nach Art und Ausmaß der psychischen Auffälligkeiten bedarf es einer psychotherapeutischen Begleitung, eventuell auch einer medikamentösen Unterstützung oder einer Traumatherapie in einem geschützten Rahmen. Damit ein traumatisierter Mensch die Kontrolle über sein Erleben wiederbekommt, braucht er die Möglichkeit, seine traumatischen Erfahrungen strukturiert zu verarbeiten. Ansonsten besteht immer wieder die Gefahr, dass aktuelle Sinneseindrücke die alte traumatische Situation reaktivieren und damit wieder eine Überflutung möglich wird. Indem Erinnerungen im Schutz der Gegenwart lebendig werden, können die traumatischen Erfahrungen aktualisiert werden. Das ist nicht nur über das Gespräch möglich. Manchmal lässt sich das Unsagbare besser in Musik, in einem Bild, durch Tanz oder durch Gesang ausdrücken.

Belastendes hinter sich lassen
Belastendes hinter sich lassen

Wenn Sie ein belastendes Ereignis hinter sich lassen möchten, aber nicht gleich eine ganze Traumatherapie benötigen, leite ich Sie gerne an, hilfreiche Imaginationen, Körperübungen und Entspannungsstrategien auszuprobieren. Rufen Sie gleich zur Terminvereibarung an unter 02362/7877990 oder schicken mir eine E-Mail über das Kontaktformular. Gerne können Sie mir auch Ihre Gedanken, Tipps und Anregungen einfach unten als Kommentar hinterlassen.

Ihre Dörthe Huth

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2 Gedanken zu „Erste Hilfe nach seelisch belastenden Ereignissen“

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