Gefühle – Die Sprache des Selbst. Das Buch von Thomas Bergner

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

vielen Menschen ist nicht klar, wie sehr sie von Gefühlen beeinflusst werden. Liebe, Freude, Traurigkeit, Angst und Wut sind ebenso wichtige Gefühle wie Neid, Schuld oder Neugier. Gefühle können sehr unterschiedlich wirken, manchmal aufbauend und manchmal zerstörend. Es liegt an jedem von uns selbst, uns mit unseren Gefühlen zu beschäftigen und uns anderen verständlich machen zu können. Der Autor Thomas Bergner hat dem großen Spektrum der Gefühle ein ganzes Buch gewidmet, das sich sehr intensiv mit Gefühlen, ihrer Entstehung und Wirkweise auseinandersetzt. In diesem Jahr bei Schattauer erschienen, ist es emfpehlenswert für alle, die sich mit ihrer Gefühlswelt intensiver beschäftigen wollen.

„Sich um seine Gefühlswelt zu kümmern, bedeutet, sich selbst ernst zu nehmen.“

Vom Fühlen zum Gefühl

Durch unsere Gefühle nehmen wir uns als Individuum wahr, als eigenständige Persönlichkeit. Eine Vorstellung davon gibt der Autor in seinem ersten Kapitel „Gefühlswesen“. Bergner erklärt, wie seiner Vorstellung nach das Ich, das Selbst und das Gehirn zusammen hängen und wie wir vom Fühlen zum Gefühl gelangen. Gefühle „passieren“ uns nicht einfach, wir können lernen, sie zu lenken, indem wir uns mit ihnen auseinandersetzen.

Im Vorwort sagt Thomas Bergner: „Gerade in beruflichen Bereichen wird vielfach davon geträumt, es gäbe eine Welt ohne Gefühle, weil dadurch besonders klare, störungsarme Abläufe möglich seien. Vernunft, Klarheit, Struktur – das alles wird mit einer gefühlsfreien Zone gleichgesetzt. Gefühlen scheint im Unternehmensalltag kein Platz eingeräumt zu werden, wahrscheinlich werden abgrundtiefe Gefahren vermutet, sobald sie im Unternehmensablauf wirksam werden könnten. Wenn sich Unternehmen jedoch nach außen wenden, den Kunden erreichen wollen, setzen sie über ihre Werbung und andere Maßnahmen voll auf die Wirkung von Gefühlen.“ (S. VI f. ). Über Gefühle werden Sehnsüchte, Wünsche und Bedürfnisse der Menschen angesprochen.

Grundgefühle und ihre Wirkung

Im zweiten Kapitel beschreibt Bergner die Grundgefühle und deren Wirkung. Etwa zwei Drittel unserer Gefühle sind eher unerwünscht, wir wollen sie gar nicht fühlen. Aber auch solche negativen Gefühle haben ihre Sinn und ihre Berechtigung. Angst, Verachtung, Wut oder Scham sollten wir daher nicht einfach ignorieren sondern lieber genauer hinschauen. Thomas Bergner bietet dazu eine Übersicht in einem Schaubild, das „Die vier Stufen unserer Grundgefühle“ erklärt. Auch an anderen Stellen des Buches erleichtert er dem Leser die Zuordnung der Gefühle durch Tabellen. Eine ganze Seite dient der Übersicht zum „Grundgefühl Angst“, aus der die Vielfältigkeit dieses Gefühls hervor, die von Abweisung und Bestürzung über Sorge und Stress bis zu Vorsicht und Zweifel reicht. Eifersucht, Bitterkeit, Jähzorn oder Rachegefühle bekommen ebenso ihren Raum wie Mut, Hoffnung oder Dankbarkeit.

Welchen Nutzen haben Gefühle?

Im dritten und letzten Kapitel widmet sich der Autor dem „Gefühlsnutzen“. Wie kommen wir wieder in die innere Balance, wenn wir Stress ausgesetzt waren? Wie funktioniert eine gute Kommunikation? Wie können wir unserer Intuition vertrauen und an den richtigen Stellen Grenzen setzen? „Die Sprache kann die Seele des anderen zum Leuchten bringen […]“, sagt Berger (S. 236). Jede Kommunikation bewirkt beim Gesprächspartner Gefühle. Sprachliche Fallstricke können die Kommunikation behindern. Anspielungen, ein Ausnutzen des Machtgefälles, Desinteresse oder unsinnige Verknüpfungen tragen ein hohes negatives Kommunikationspotential in sich. Bergner plädiert daher für eine wertorientierte Kommunikation durch vollständige Information, Ehrlichkeit, Klarheit und gemeinsame Zieldefinition. All dies zu wissen dient einer ausgewogenen Gefühlsballance, um eventuell bessere Reaktionsmuster zu entwickeln.

Fazit zum Buch „Gefühle – Die Sprache des Selbst“ von Thomas Bergner

Insgesamt ist dem Autor ein gehaltvolles und informatives Buch über Gefühle gelungen. Der gut strukturierte Ratgeber, eignet sich zum Nachschlagen, reflektieren und Durchdenken. Tabellen, Übersichten und grau unterlegte Textstellen erleichtern den Verständnisprozess. Anders als bei anderen seiner Bücher, wie “Burnout-Prävention“, hat der Autor Thomas Bergner diesmal ganz auf Übungen verzichtet, was das eigentlich gefühlvolle Buch eher unemotional wirken lässt.

Seit 1994 ist Thomas C. Bergner als Berater, Coach und Vortragender für mittelständische und internationale Firmen tätig. Er ist hat sich auf die Lösung von Überlastungsreaktionen spezialisiert und ist Geschäftsführer von bergner.cc coaching | kommunikation.

Gefühle bekommen auch in meinen Coachings ihren Raum. Falls Sie einmal Lust haben, sich ihren Gefühlen und den dazugehörigen Gedanken zu stellen, freue ich mich auf Ihre Terminanfrage unter der Telefonnummer 02362/7877990 oder per eMail über das Kontaktformular. Gemeinsam finden wir die für Sie effektiven Methoden, Übungen und Strategien für mehr Glück und Lebensfreude im Alltag.

Ihre Dörthe Huth

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