Hochsensitiv? Die etwas andere Sicht auf Hochsensibilität

Liebe Leserin, lieber Leser,

nach dem Grundlagenartikel über Hochsensibilität, dem anschließenden Interview mit dem Vorsitzenden des IFHS und der ersten Buchvorstellung möchte ich heute eine etwas andere Sicht auf die Hochsensibilität vorstellen. Die intensive Wahrnehmung von Sinneseindrücken und Stimmungen sowie eine hohe Empfindsamkeit zeichnen hochsensitive Menschen aus, dafür hat sich Im deutschen Sprachraum das Wort Hochsensibilität eingebürgert. Im amerikanischen Original ist die Bezeichung “high sensitivity” und müsste daher eigentlich als “Hochsensitivität” übersetzt werden. Schließlich birgt das Wort sensibel im deutschen Sprachgebrauch viele negative Bedeutungen, wie “Sensibelchen”. Birgit Trappmann-Korr hat sich mit ihrem Buch “Hochsensitiv. Einfach anders und trotzdem ganz normal” (VAK) ganz bewusst für den Begriff “hochsensitiv” entschieden, weil er auch die Menschen mit einbezieht, die dem Bild eines sensiblen Menschen auf den ersten Blick nicht entsprechen. “Sensitive Wahrnehmung lässt sich immer rein rational über die klassischen Sinneswege erklären”, so die Autorin, “denn Phänomene wie feinstoffliche Wahrnehmung oder Empfindung, Intuition, Empathie oder die “Gabe des Gesichts” sind ein wesentlicher Bestandteil der Hochsensitivität” (S. 28). Das Buch ist 2010 bei VAK erschienen und kostet 18,95 Euro.

Hochsensitiv – eine neue Entwicklungsstufe?

Hochsensitive Menschen sind hoch empfindsam. Sie nehmen sich selbst und ihre Umwelt intensiver und detaillierter wahr als andere. Sie haben ein ausgeprägtes Einfühlungsvermögen und können Stimmungen, Gedanken oder Lügen intuitiv erfassen. Die Autorin bezeichnet sie daher als “Empathen”, welche die Fähigkeit haben, die Gefühle anderer nachempfinden zu können. Doch diese “Reizoffenheit” kann Betroffene auch an den Rand ihrer Belastungsgrenze bringen. Bisher ging die Wissenschaft davon aus, dass der Wahrnehmungsfilter Hochsensitiver nicht richtig funktioniert und wichtige Eindrücke nicht von unwichtigen getrennt werden können. Birgit Trappmann-Knorr vertritt dagegen die These, dass diese Reizoffenheit Kennzeichen einer neuen Entwicklungsstufe des Menschen ist.

HSP – Sich schützen und abgrenzen lernen

Das Buch gibt Strategien und Tipps an die Hand, wie Hochsensitive mit ihren Fähigkeiten umgehen, sich schützen und abgrenzen können. Wer dies nicht tut, läuft Gefahr, einen Burnout zu erleiden oder andere psychische Auffälligkeiten auszubilden, denn die ständige Reizüberflutung belastet Betroffene. Eine Hilfestellung gibt das Buch auch durch eine Frageliste, anhand derer jeder für sich selbst einschätzen kann, ob er zu den Betroffenen gehört und darüber hinaus den eigenen Sensitivitätstypus bestimmen. Introvertiertheit, Hochbegabung und ADHS bekommen im Zusammenhang mit der Hochsensitvität ihren Raum. Immer wieder klingen auch spirituelle Aspekte an, denn nach Ansicht der Autorin können Empathen tief in sich selbst eintauchen und in Bereiche vorstoßen, die dem kollektiven Unbewussten entsprechen beziehungsweise dem transpersonalen Bereich.

Fazit zum Buch Hochsensitiv

Autorin und Verlag ist ein recht umfassendes Werk zur Hochsensitivität gelungen, welches die wichtigsten Aspekte des Themenkomplexes zusammenhängend darstellt. Die Verknüpfung des Hintergrundwissens mit lebenspraktischen Hinweisen zum Umgang mit der eigenen Hochsensitivität sind die große Stärke dieses Ratgebers. Auch für Therapeuten und Coaches kann das Buch eine wertvolle Verständnishilfe zum Umgang mit hochsensitiven Menschen sein. Neu in diesem Bereich und für manchen Leser sicherlich gewöhnungsbedürftig erscheinen die spirituellen Erklärungen und Hinweise, die sich allerdings gut in den Gesamtzusammenhang des Themas einfügen. Birgit Trappmann-Korr leitet das Institut für Angewandte Psychologie in Rheinberg. am Niederrhein, ihre besonderen Interessen gelten der Hochsensitivität, der Hochbegabung und ADHS. VAK bietet seinen Lesern seit 1983 Alternativen in den Bereichen Pädagogik, Gesundheit und Psychologie sowie alternative Strategien zur Alltagsbewältigung.

Wenn Sie Ihre Feinfühligkeit, Stressresistens oder Abgrenzungsmöglichkeiten einmal in persönlichen Sitzungen näher beleuchten möchten oder auch einfach nur etwas mehr Leichtigkeit in Ihr Leben bringen wollen, bin ich in meiner Praxis in Dorsten gerne für Sie da und helfe Ihnen durch entsprechende Übungen, Erklärungen und Strategien für innere Stärke. Rufen Sie mich einfach an unter 02362/7877990 oder schicken mir eine E-Mail über das Kontaktformular. Gerne können Sie mir auch Ihre Gedanken, Tipps und Anregungen einfach unten als Kommentar hinterlassen.

Ihre Dörthe Huth

PS: Wenn Ihnen dieser Beitrag gefällt, erzählen Sie es doch bitte Ihren auch Ihren Freunden auf Facebook, Twitter und Co :)

 

Ein Gedanke zu „Hochsensitiv? Die etwas andere Sicht auf Hochsensibilität“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.