Ich vergebe. Der radikale Abschied vom Opferdasein – Die Methode von Colin C. Tipping

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

schwierige und schmerzhafte Erfahrungen aus der Vergangenheit belasten Menschen oft stark, deshalb haben sich schon viele Bücher mit dem Abschied vom Opferdasein beschäftigt. Ungerechtigkeit und Schmerz loszulassen ist nicht so einfach. Oft hadern wir mit unserem Schicksal und schwanken immer wieder zwischen dem Wunsch nach innerem Frieden sowie Gefühlen von Ungerechtigkeit und Rache. Nicht selten geht dies mit einem langwierigen psychotherapeutischen Prozess des Annehmens und Verzeihens einher. Mit etwas Abstand zum eigenen Erleben kann eine Art Neubeurteilung der Vergangenheit erfolgen, bei der wir aus einer gemeisterten schwierigen Situation einen Gewinn ziehen, unsere Stärken kennenlernen und reifen. Die radikale Vergebung geht noch darüber hinaus. Die spirituelle Grundannahme ist ein göttlicher Plan, der hinter allem steckt. Somit ist jede Erfahrung in unserem Leben ein Schritt weiter Richtung göttliche Vollkommenheit. Erschienen ist das Buch “Ich vergebe” in Deutschland im Jahr 2007 bei Kamphausen.

Colin C. Tipping : Ich vergebe – Der radikale Abschied vom Opferdasein. Kamphausen 2007.

Radikale Vergebung als Auflösung der energetischen Blockade

Der Begriff “radikal” stammt von radix = die Wurzel. Tipping geht davon aus, dass derjenige, der nicht radikal vergibt, eine energetische Blockade in seine Aura setzt. Denn starke Gefühle, die nicht ausgelebt werden, setzen sich fest und verhindern den freien Fluss von Lebensenergie. Zudem zieht eine energetische Blockade gleichzeitig weitere ähnliche Erfahrungen in unser Leben. Der Sinn liegt nach Tipping darin, die Erinnerung an das unterdrückte Gefühl zu erinnern, das es zu erlösen gilt.

Bei der radikalen Vergebung wird einerseits die festsitzende Energie der aktuellen Erfahrung erlöst und gleichzeitig alle damit einhergehenden unterdrückten Gefühlsregungen bis hin zur Urverletzung. Damit wird dann gleichzeitig die Wurzel dieser aktuellen Emotion aufgelöst. Doch gelingt es uns nur selten, die Gelegenheit zur Heilung zu erkennen, deshalb bleiben wir laut Tipping im „Opferland“ gefangen. Wir unterdrücken unsere Gefühle, um im Alltagsleben zu funktionieren.

Höher schwingen und die göttliche Ebene erfahren

Tipping erklärt sehr ausführlich, was Vergebung nicht ist. “Pseudovergebung” nennt er die Formen der Vergebung, die das Opferdasein nicht verringern. Beispiele für Pseudovergebung sind vergeben, vergessen oder entschuldigen, die mit der Unterdrückung von Gefühlen einhergehen. Die Vergebung aus der Gewissheit heraus, im Recht zu sein, sieht Tipping beispielsweise als Arroganz und nicht als echte Vergebung.

Die radikale Vergebung bezieht sich nicht auf die Vergangenheit sondern auf die Gegenwart. Man wechselt dabei die Betrachtungsebene und geht über die begrenzte Sichtweise menschlicher Erfahrungen hinaus auf die Ebene der göttlichen Wahrheit. Eine Ebene, die laut Tipping weit höher schwingt und auf der wir uns selbst als göttliches Wesen wahrnehmen können. Auf dieser Ebene gibt es weder Opfer noch Täter. Eine Welt ohne Bewertungen, auf der wir uns als spirituelles Wesen wahrnehmen können, das menschliche Erfahrungen macht.

Radikale Vergebung – Stärken und Schwächen

Immer wieder werden wir mit solchen Situationen konfrontiert, die vordergründig keinen Sinn ergeben, bis wir bereit sind, aus ihnen zu lernen. Der wichtigste Schritt zur radikalen Vergebung ist die Annahme, dass hinter unseren Lebensgeschichten die göttliche Vollkommenheit wirkt, dann gilt es, sich für die Kraft des Friedens zu entscheiden. Die Tipping-Methode ist ein ganz wunderbarer Ansatz, um mit zwischenmenschlichen Problemen, Schuldgefühlen oder Mobbingsituationen umzugehen. Schwierig wird es da, wo es um schwere Grenzüberschreitungen geht. Hinter einem Kindesmissbrauch einen göttlichen Plan anzunehmen, durch den das Kind etwas lernen soll, scheint fast schon absurd. Letztendlich kann Tipping dem Leser nicht verständlich machen, was er damit meint, dass auch solche Erfahrungen von Liebe getragen sind (S. 109). Was das Vollkommene an Erfahrungen wie Kindesmissbrauch, Körperverletzung oder anderen schweren Grenzüberschreitungen sein soll, bleibt Tippings Geheimnis.

Für wen sich die Methode der radikalen Vergebung eignet

“Ich vergebe” ist ein Buch für alle Menschen, die aus dem Opferdasein aussteigen möchten und etwas Mut mitbringen, sich auf einen zutiefst spirituellen Denkansatz einzulassen. Wer die Bereitschaft dazu mitbringt, hinter allem einen göttlichen und von Liebe getragenen Plan anzunehmen, wird für sein Leben wunderbare Anregungen, Denkanstöße und Veränderungsmöglichkeiten aus diesem Buch ziehen. Praktische Übungen, Listen, Abbildungen und Rituale ergänzen das Buch und erleichtern den Weg der radikalen Vergebung. Tipping bringt dem Leser seine Methode zudem über Fallbeispiele und eigene Erlebnisse nahe und ermutigt den Leser so Stück für Stück, sich auf diesen spirituellen Weg des Loslassens einzulassen. Die Methode der radikalen Vergebung ist in jedem Fall einen Versuch wert und das Buch “Ich vergebe” fast schon ein Muss für jeden Menschen, der bisher aus seinem Opferdasein noch nicht aussteigen konnte.

Neue Möglichkeiten entdecken

Wenn Sie einem Menschen nicht verzeihen oder vergeben können und das Ereignis dennoch loslassen möchten, freue ich mich auf Ihren Anruf zur Vereinbarung eines Coaching-Termins. Rufen Sie mich einfach an unter 02362/7877990 oder schicken mir eine E-Mail über das Kontaktformular. Ich würde mich freuen, Sie in meiner Praxis in Dorsten begrüßen zu dürfen.

Ihre Dörthe Huth

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