Hinweise zum Umgang mit schwierigen Menschen

Schwierige Menschen – eine Herausforderung

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

Beziehungen sind wichtig, das wissen wir alle. Dennoch stoßen wir im Kontakt zu anderen Menschen immer wieder einmal an eine Grenze, an eine eigene Grenzen ebenso wie an fremde. Häufig hat es etwas mit unterschiedlichen Meinungen, Bedürfnissen, Lebenseinstellungen oder der Sensibilität zu tun, die sich bei zwei Menschen nicht so einfach vereinbaren lassen. So entstehen Konflikte in der Familie, auf der Arbeit, in der Nachbarschaft oder im Verein. Schwierige Menschen sind eine Herausforderung.


Dickschädel, Neurotiker und Egomanen

Nicht selten wundern wir uns über unsere Mitmenschen, über den Partner, die Mutter oder den Arbeitskollegen. Ihr Verhalten ist nicht immer einleuchtend, manchmal sogar erklärungsbedürftig oder unverständlich. Zu Schwierigkeiten kommt es in der Regel an den Beziehungs-Schnittstellen, da wo die eigenen Grenzen überschritten werden. Da, wo der Kontakt besonders wichtig ist, macht uns das zwischenmenschliche Konfliktpotential besonders zu schaffen. Da gibt es denjenigen, dem man nichts recht machen kann, mit denen keine einvernehmliche Regelung möglich ist, der ausschließlich auf der eigenen Position beharrt oder auch eigene Aggressionen an anderen abreagiert. Schwierig werden also in der Regel die Menschen wahrgenommen, mit denen keine Einigung möglich ist, die ärgerlich machen, benachteiligen oder kränken. Dazu gehören besonders Dickschädel, Egomanen und Neurotiker. Darüber hinaus gibt es den Bereich der „Persönlichkeitsstörungen“. Die Betroffenen werden von ihrer Umwelt als schwierig wahrgenommen, weil ihre Verhaltensweisen von der sozialen Norm abweichen und sie wenig flexibel in ihrem Verhalten sind. Manche sind sehr eigenbrötlerisch, andere für die Außenwelt nicht so recht einzuschätzen und andere haben nur ihre eigenen Ziele vor Augen. Schwierige Zeitgenossen gibt es also tatsächlich. Mit ihnen umzugehen, ohne sich selbst dabei aufzureiben, ist gar nicht so einfach.

An der Herausforderung wachsen – Grenzen setzen

Die Schwierigkeiten, die wir an anderen Menschen wahrnehmen, haben auch immer etwas mit uns selbst zu tun. Die Ursache ist nicht ausschließlich beim anderen zu suchen. So wird die Schwierigkeit zu einer persönlichen Wachstumschance. Allerdings ist das nicht immer so einfach. Eventuell ist ein Thema berührt, über das man sich selbst gar nicht im Klaren ist. Wenn andere Menschen beispielsweise immer wieder die persönlichen Grenzen missachten, ist das ein Paradebeispiel für die Herausforderung, selbst für eine bessere Abgrenzung zu sorgen. Das eigene Beziehungsthema heißt dann: Grenzen setzen – aber wie?

Interessant ist, dass nicht alle Menschen, die jemand als schwierig wahrnimmt, auch von anderen Menschen gleichermaßen als schwierig eingestuft werden. Wen der eine für „schwierig“ hält, mit dem kommt ein anderer ganz prima aus. Jeder von uns dürfte von einem anderen schon einmal als schwierig wahrgenommen worden sein. Niemand kann sich von falschen Vorstellungen freisprechen, von Fehlinterpretationen einer Situation, von Missverständnissen oder einer Verhaltensweise, die im Rückblick nicht korrekt erscheint.

Den eigenen Beziehungsthemen auf die Spur kommen

Menschen, die man selbst als schwierig erlebt, aktivieren negative Gefühle in uns, was wiederum zu einer erhöhten inneren Anspannung führt. So kann es leicht zu einer unkontrollierten, emotionalen Entladung kommen, bei sich jemand selbst nicht wiedererkennt. Das Gefühl von Hilflosigkeit macht es so schwer, adäquat zu reagieren.

Um den eigenen Beziehungsthemen auf die Spur zu kommen und damit wieder eine bessere Steuerung der Situation einzuleiten, lohnt es sich, den eigenen Anteil an den Schwierigkeiten herauszuarbeiten. Die Beschäftigung mit den Antworten auf die folgenden Fragen ist eine gute Vorbereitung auf zukünftige Situationen. Sie helfen, sich innerlich zu distanzieren und die Kontrolle über sich selbst zurück zu erlangen. Sie können die Fragen auch um ganz persönliche Aspekte ergänzen, damit sie zu Ihrer individuellen Situation passen.

Fragen, die der Bereinigung der Situation dienen

  • Was genau bewirkt der Mensch in mir, den ich als schwierig erlebe: er kränkt mich, macht mich wütend, ich fühle mich grundlos angegriffen, hilflos …
  • Arbeitet ein unerledigtes Thema in mir, das der „schwierige Mensch“ in mir aktiviert?
  • Erinnert mich der Mensch, den ich als schwierig empfinde, an jemanden, den ich kenne?
  • Geht mir das vielleicht öfter so, auch mit anderen Menschen?
  • Wie schaffe ich es in solchen Situationen eine innere Distanz herstellen?
  • Welche Vorstellungen müsste ich loslassen, um es mir einfacher zu machen?
  • Wie werde ich zukünftig mit diesem „schwierigen Menschen“ umgehen?

Vorbereitung auf zukünftige Situationen

Um sich nicht dem anderen ausgeliefert zu fühlen, ist es sinnvoll, sich auf eine schwierige Begegnung gut vorzubereiten. Atmen Sie zuvor erst einmal tief durch und nehmen etwas Abstand von Ihren Gefühlswallungen. Überlegen Sie sich eine Strategie, mit der Sie in Begegnung gehen und lassen Sie sich nicht provozieren. Manchmal braucht es eine Entladung, um eine klare Grenze zu setzen. Doch spätestens dann versuchen Sie sich zu distanzieren und von den überschäumenden Emotionen zu befreien. Wer auf dem Kopf steht, sieht die Welt aus einer völlig anderen Perspektive. Häufig reicht es schon, einen Schritt beiseite zu treten, um sich Zeit zu nehmen und ganz in Ruhe weitere Reaktionsmöglichkeiten zu überlegen.

Hinweise zum Umgang mit schwierigen Menschen
Schwierige Menschen und der Umgang mit ihnen

Wenn Sie mit einem schwierigen Zeitgenossen am Arbeitsplatz oder in Ihrer sonstigen Umgebung besser umgehen und neue Strategien überlegen möchten, um sich in der Begegnung nicht aufzureiben, freue ich mich auf Ihren Anruf zur Terminvereinbarung für ein Coaching.

Gerne können Sie mir auch Ihre Meinung im Kommentarfeld unten hinterlassen. Ich bin gespannt auf Ihre Erfahrungen, Ihre Sichtweisen und Lösungen.

Ihre Dörthe Huth

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4 Gedanken zu „Schwierige Menschen – eine Herausforderung“

  1. Liebe Dörthe,
    vielen Dank für diesen Beitrag. Dass Menschen negative Gefühle in einem hervorrufen und einen dann werden lassen, wie man nicht sein möchte, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Früher wollte ich es ungeschehen machen und mich erklären. Heute kann ich sagen, mir gefällt etwas nicht oder falls ich doch Emotionen entlade, kann ich dazu stehen. Dann ist es eben so.
    Den Punkt “Fragen, die der Bereinigung der Situation dienen”, finde ich sehr hilfreich.
    Alles Liebe und bis bald, Karin

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