Still. Ein Buch über Introvertierte von Susan Cain.

Liebe Leserin, lieber Leser,

stille Menschen haben es in unserer lauten und schnelllebigen Welt nicht leicht. Die US-Amerikanische Autorin Susan Cain hat in ihrem Buch “Still. Die Bedeutung von Introvertierten in einer lauten Welt” eine Fülle von Forschungsergebnissen zu zwei gegensätzlichen Charakterpolen zusammen getragen. Auf 448 Seiten stellt sie wissenschaftliche Zusammenhänge allgemein verständlich dar, räumt einseitige Vorurteile aus dem Weg und erleichtert es Introvertierten, ihre Charaktereigenschaften anzunehmen. Die Autorin ermutigt die Leser dazu, alle Facetten der eigenen Persönlichkeit zu leben und ständig zu erweitern. Die deutsche Übersetzung des Originaltitels “Quiet” ist 2011 als Hardcoverausgabe im Riemann Verlag erschienen.

Berühmte Persönlichkeiten ebnen den Weg zum Verständnis für Introversion

Mehr als ein Drittel der Menschen sind introvertiert. Doch das gesellschaftliche Ideal tendiert deutlich in Richtung Extraversion. Die Lauten geben in unserer Gesellschaft den Ton an und Introversion wird manchmal sogar als pathologisch interpretiert, so die Autorin. Anhand der Schilderung berühmter Persönlichkeiten ebnet Cain den Lesern den Weg zu einem besseren Verständnis für Introversion. Besonders anschaulich schildert sie, wie Introvertierte die Welt auf ihre Weise verändern. „Still“ beschreibt, wie beispielsweise Mahatma Ghandi, Eleanor Roosevelt, Bill Gates oder Mark Zuckerberg ihre Introversion zugute gekommen ist und wie sie sich auch in alltäglichen Situationen bemerkbar macht.

Die aktuellen Forschungsergebnisse, die vorrangig aus den USA stammen, belegen dass die Gehirne von Introvertierten und Extrovertierten unterschiedlich arbeiten und auch Empfindungen unterschiedlich wahrgenommen und verarbeitet werden. So entfalten Introvertierte Ihr Talent auch nicht in Gruppenkontexten oder beim gemeinsamen Brainstorming im Team sondern eher für sich allein im stillen Kämmerlein. Zudem fällt ihnen die Präsentation ihrer Ergebnisse vor anderen Menschen in der Regel schwerer als Extrovertierten, sodass sich deren Ideen leichter verbreiten.

Besonderheiten Introvertierter

In einem Interview mit dem Riemann Verlag fasst die Autorin die Vorzüge Introvertierter kurz und knapp zusammen: “Introvertierte sind gründliche, nachdenkliche Menschen und können Einsamkeit in dem Maß ertragen, wie es für die meisten kreativen Arbeiten erforderlich ist. Außerdem widmen Introvertierte, entgegen der Meinung, sei seien antisozial, ihren engen Freunden und der Familie für gewöhnlich mehr Zeit als Extravertierte. Sie gehen seltener fremd und lassen sich seltener scheiden. Wenn man nicht auf allen Hochzeiten tanzt, neigt man dazu, Beziehungen intensiver zu pflegen.”

Viele Introvertierte sind zudem hochsensibel. “Sind Sie hochsensibel, dann neigen Sie mehr als der Durchschnitt der Menschen dazu, von der Mondscheinsonate, einem schön formulierten Satz oder einem Akt außerordentlicher Güte ergriffen zu sein”, so die Autorin (S. 32). Studien zufolge sind 70 Prozent der Hochsensiblen introvertiert.

Selbsterkenntnis für Veränderungsprozesse

Das Buch ist in drei große Abschnitte unterteilt. Der erste Teil ist ein Rundgang durch unsere extravertierte Gesellschaft und deren Entwicklung in die Extraversion. Der zweite Teil geht den biologischen Besonderheiten von Introvertierten und Extrovertierten auf den Grund und im dritten Teil gibt die Autorin praktische Empfehlungen zur Kommunikation mit den jeweiligen Persönlichkeiten. Ein ausführliches Quellenverzeichnis sowie ein alphabetisches Register zum runden das Buch ab. Die Botschaft der Autorin ist, sich selbst treu zu bleiben und dennoch innerlich über sich hinaus zu wachsen. Die eigene Introversion anzunehmen, setzt Selbsterkenntnis voraus und bedeutet gleichzeitig, sich selbst verändern zu können, um sich beispielsweise auch als Introvertierter Gehör zu verschaffen.

Zu Verlag und Autorin

Susan Cain hat an der Harvard Law School studiert sowie in Princeton und war anschließend fast zehn Jahre lang als Anwältin in einem Wallstreet-Unternehmen tätig. Mittlerweile führt sie eine eigene Beratungsfirma und ist Trainerin für Verhandlungsführung. Anfangs ging sie davon aus, dass sie als ruhiger Mensch mit einer sanften Stimme benachteiligt sein würde, doch lernte sie, ihre Persönlichkeitsmerkmale für sich zu nutzen und als Führungskraft einzusetzen. In ihrem Buch beschreibt sie auch eine persönliche Erfahrung am Verhandlungstisch, die ihr Leben verändert hat. Ihr Buch “Still” ist im Riemann Verlag erschienen, der zur Randomhousegruppe gehört. Schwerpunkte des Verlags sind Themen, die ein Querdenken erfordern und ein neues Bewusstsein fördern. Dazu gehören beispielsweise das Verhältnis von Mensch und Natur, politische Themen oder der Klimawandel. Zu den Autoren des Verlags gehören u.a. Barack Obama oder Jane Goodall.

Wenn Sie über das Lesen hinaus etwas mehr über sich selbst erfahren möchten, würde ich mich freuen, Sie in meiner Praxis in Dorsten begrüßen zu dürfen oder zu einem Termin per Skype.

Ihre Dörthe Huth

Wenn Ihnen dieser Beitrag gefällt, erzählen Sie es doch bitte Ihren auch Ihren Freunden auf Facebook, Twitter und Co :)

2 Gedanken zu „Still. Ein Buch über Introvertierte von Susan Cain.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.