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Achtsamkeitsübungen für zwischendurch

Alltagstaugliche Achtsamkeitsübungen für zwischendurch

Liebe Leserin, lieber Leser,
Achtsamkeit ist ein Prinzip, das aus dem Zen-Buddhismus in unsere westliche Welt herüber gekommen ist. In einem Zustand der Achtsamkeit nimmt man eine offene und akzeptierende Haltung ein. Wahrnehmungen, Gedanken und Gefühle dürfen einfach sein, sobald sie auftauchen und erfahren die volle Zuwendung ohne eine Bewertung. Das bedeutet, ganz im Hier und Jetzt zu sein und den Moment umfassend wahr zu nehmen und auch zu genießen. Die Psychotherapie nutzt die Achtsamkeit, denn sie hilft, den Gedankenstrom zu lenken. Da, wo man nicht abschalten kann, die Gedanken sich verselbständigen oder um das immer gleiche Thema kreisen.

30 Minuten Achtsamkeit - Dörthe Huth
30 Minuten Achtsamkeit – Dörthe Huth

30 Minuten Achtsamkeit
29. Februar 2016 erschienen
GABAL Verlag
Softback 96 Seiten
€ 8,90 (D) | € 9,20 (A).
ISBN: 978-3869367088
Blätterbare Leseprobe

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Abstand gewinnen durch Achtsamkeit

Die Wirkung der Achtsamkeitsübungen ist mittlerweile durch verschiedene psychologische Studien belegt, daher finden sie bei chronischen Erkrankungen, der Schmerzbewältigung oder der Stressreduktion Anwendung.

Während einer Achtsamkeitsübung gewinnt man Abstand zu äußeren und inneren Geschehnissen und kann einzelne Themen leichter loslassen. Im Kopf wird eine Beobachtungsperspektive eingenommen und der Gedankenstrom verlangsamt und fokussiert sich. Sogar starke Gefühlsregungen wie Angst, Wut oder Aggressivität werden nicht unterdrückt sondern tauchen auf, werden wahrgenommen, beobachtet und gewürdigt. Dadurch erfahren auch starke Gefühle eine Milderung. Die Wirkung von Achtsamkeitsübungen ist mittlerweile durch verschiedene psychologische und medizinische Studien belegt. Daher werden sie  nicht nur zum Stressabbau eingesetzt, sondern auch bei chronischen Erkrankungen, zur Schmerzlinderung, bei Ängsten und Deppressionen, bei der Borderline-Erkrankung oder als hilfreiche Ergänzung für Krebsbetroffene.

KLEINE ACHTSAMKEITSÜBUNGEN FÜR ZWISCHENDURCH

Suchen Sie sich eine bequeme Haltung im Sitzen oder Liegen und richten Ihre Aufmerksamkeit auf einen Gegenstand im Raum. Nehmen Sie ihn achtsam wahr und lassen das Bild auf sich wirken. Das funktioniert selbst in der Mittagspause im Büro. Setzen Sie sich dazu bequem hin, stellen beide Beine auf den Boden und atmen einige Male tief ein und aus. Anschließend konzentriert man den Blick auf einen Punkt, beispielsweise auf die Blüte der Blume auf der Fensterbank oder auf einen Fleck auf einem Bild an der Wand. Wer sich ganz darauf einlässt und die Konzentration eine Zeit lang hält, bei dem beginnt der Punkt zu verschwimmen, der Geist wird einen Augenblick lang leer und gleichzeitig beginnt der Körper sich zu entspannen. Sie müssen nicht erst warten, bis sich eine Gelegenheit bietet, ganz abgeschottet und für sich allein eine solche Übung auszuprobieren. Der Alltag bietet dazu einige Gelegenheiten.

-Laufen Sie Wege zu Fuß, anstatt mit dem Auto zu fahren. Konzentrieren Sie sich dabei auf das Laufen an sich. Spüren Sie Ihren Fuß, wie sie den einen vor den anderen setzen, nehmen Sie Ihren Laufrhythmus wahr und konzentrieren Sie sich eine Weile auf Ihre Atmung. Nehmen Sie einfach wahr, wie ein neutraler Beobachter.

-Setzen Sie sich in der Mittagspause auf eine Bank im Park oder an einen See, schließen Sie eine Weile die Augen und konzentrieren sich ganz auf Ihre Sinne. Welche Geräusche sind um Sie herum? Können Sie Vogelstimmen hören oder das Rauschen eines Wassers? spüren Sie vielleicht die Sonne oder den Wind auf Ihrem Gesicht? Wie schmeckt die Luft?

-Wenn Sie häufiger im Stau stehen, können Sie zwischendurch auch einfach mal die Augen schließen und in sich selbst hinein hören: Wenn wir unser übliches Pensum an Arbeit und Privatverpflichtungen absolvieren, sind wir wenig achtsam. Achtsam zu sein, bedeutet sich einmal von den Alltagsroutinen auszuklinken. Schon kleine Achtsamkeitsübungen helfen dabei.

Wenn Sie persönlich angeleitet werden möchten, Achtsamkeitsübungen auszuprobieren, Vorstellungsübungen oder Entspannungsmöglichkeiten, freue ich mich auf Ihren Anruf zur Terminvereinbarung unter 02362/7877990 oder schicken mir eine E-Mail über das Kontaktformular. Gerne können Sie mir auch Ihre Gedanken, Tipps und Anregungen einfach unten als Kommentar hinterlassen.
Damit wünsche ich eine achtsame Woche,
Ihre Dörthe Huth

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* zwingend
Interesse

Wie das Gehirn die Seele macht

Liebe Leserin, lieber Leser,

seit die Menschen damit begonnen haben, über sich und ihre Existenz nachzudenken, ist die Welt um sie herum voller Rätsel. Noch heute erscheinen uns die Zusammenhänge von Denken, Fühlen und Handeln häufig noch rätselhaft. Was genau hat eigentlich das Gehirn mit der Seele zu tun? Wie entsteht der Geist und das Bewusstsein? Und wie verläuft der Aufbau der Persönlichkeit? Die jüngsten Fortschritte der Neurowissenschaften lassen Rückschlüsse darauf zu, wie das Gehirn die Seele macht.

Gerhard Roth und Nicole Strüber: Wie das Gehirn die Seele macht. Hardcover, Klett-Cotta 2014. ISBN: 9783608948059. 22,95 Euro.

Gehirn, Seele, Geist, Verhalten

Der Philosoph Gerhard Roth und die Psychologin Nicole Strüber haben sich diesen Fragen in ihrem Buch „Wie das Gehirn die Seele macht“, gewidmet. Prof. Gerhard Roth lehrt am Institut für Hirnforschung der Universität Bremen und wurde in der Zeitschrift Cicero im Oktober 2009 als der bedeutendste Naturwissenschaftler in Deutschland ausgezeichnet. Dr. Nicole Strüber ist ebenfalls am Institut für Hirnforschung in Bremen tätig und promovierte im Bereich der Entwicklungspsychologie. In ihrem Buch haben sie ihr Wissen gebündelt und führen den Leser darin zu einem besseren Verständnis der menschlichen Persönlichkeit als Träger des Seelischen. Ebenso steht die Entstehung psychischer Erkrankungen sowie der Wirksamkeit von Psychotherapie im Fokus des Buches.

Ein intensiver Einblick in die Erkenntnisse der Neurowissenschaften

In insgesamt zehn Kapiteln geben die beiden Autoren einen intensiven Einblick in den derzeitigen Wissensstand. Das Buch beginnt mit den Grundlagen, erklärt „Die Suche nach dem Sitz der Seele“, geht dann weiter zu „Gehirn und limbisches System“ sowie zu „Die Sprache der Seele: Neuromodulatoren, Neuropeptide und Neurohormone“. Weiter Geht es um „Die Entwicklung des Gehirns und der kindlichen Psyche“, „Persönlichkeit und ihre neurologischen Grundlagen“, „Das Bewusstsein, das Vorbewusste und das Unbewusste“. Das siebte Kapitel nimmt „Psychische Erkrankungen und Persönlichkeitsstörungen“ ins Visier, es folgen „Psychotherapien“ sowie „Die Wirkungsweise von Psychotherapie aus Sicht der Neurowissenschaften“. Zum Schluss werden die Erkenntnisse noch einmal im Überblick zusammengefasst.

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Interesse

Die Persönlichkeit und ihre Störungen

Roth und Strüber stellen ein neurobiologisch fundiertes Konzept der Persönlichkeit vor, einschließlich eines von ihnen entwickelten Modells der sechs psycho-neuronalen Grundsysteme. Sie beschäftigen sich mit Depressionen, Angststörungen, die posttraumatische Belastungsstörung, die Zwangsstörung und Persönlichkeitsstörungen inklusive der Borderline-Störung und der antisozialen Verhaltensstörung und beleuchten in diesem Zusammenhang auch die Wirkweisen der am weitesten verbreiteten Psychotherapierichtungen, nämlich der Verhaltenstherapie und der Psychoanalyse. Insgesamt ein empfehlenswertes Buch, das sich für alle eignet, die sich tiefergehend mit den Zusammenhängen von Gehirn, Persönlichkeit und psychischen Störungen auseinandersetzen wollen.

Wenn Sie über das Lesen hinaus an der Persönlichkeitsentwicklung interessiert sind, freue ich mich auf Ihre Anmeldung zu einem Coaching oder einer Psychotherapie. Rufen Sie mich einfach an unter der Telefonnummer: 02362 7877990 oder schreiben mir eine eMail über das Kontaktformular.

Ihre Dörthe Huth

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Trauma – seelische Extrembelastungen verarbeiten

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

wir müssen in unserem Leben vieles wegstecken und so manche traumatische Situation erleben. Wer traumatisiert ist, leidet häufig noch lange unter seinem Erleben. Welche Auswirkungen haben solche Extremsituationen und welche Verarbeitungsmöglichkeiten gibt es? All dies ist in diesem Artikel zusammengefasst.

“Du kannst die Wellen nicht anhalten,

aber Du kannst lernen, auf ihnen zu reiten.”

Joseph Goldstein

Die Aufgabe unserer Psyche

Aufgabe unserer Psyche ist es, uns vor seelischen Überforderungen zu schützen und extreme Belastungen abzufedern. Das gelingt nicht immer, denn manche Situationen sind für einen Menschen schlichtweg eine Überforderung. So sind auch die Auswirkungen seelischer Extrembelastungen in vielen Fällen gravierend. Ängste, Depressionen, unkontrollierte Gefühlsausbrüche und Gefühle von Ohnmacht und Hilflosigkeit sind unter anderem die Folge einer Traumatisierung. Das Vertrauen in die Welt und der Glaube an die eigenen Fähigkeiten sind zutiefst erschüttert. Körperliche oder seelische Gewalt kann ebenso ein Trauma auslösen wie ein Unfall, eine Katastrophe oder eine Nahtod-Erfahrung. Nicht selten entwickelt sich im Anschluss eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTSD), welche viele Lebensbereiche eines Menschen betrifft und deren Symptome das Leben nachhaltig verändern kann.

Traumatisierende Situationen

Situationen, die uns Menschen traumatisieren können, sind vielfältig. Ein Überfall, eine Mordandrohung, die Beobachtung eines Verbrechens, Vertreibung und Verfolgung, Mobbing, der Ausstieg aus einer Sekte, aber auch Naturkatastrophen wie ein Großbrand, eine Überschwemmung, eine Lawine, ein Erdbeben oder ein Bergrutsch kann zu einem Trauma führen. Ebenso können technische Katastrophen eine psychische Überforderung sein, wie z.B. ein Flugzeug-, Eisenbahn- oder Schiffsunglück, ein Arbeitsunfall oder eine Explosion. Körperliche Extrembelastungen, wie ein überlebter Herzstillstand, starke Schmerzzustände, eine lebensbedrohliche Erkrankung oder auch ein schwerer allergischer Schock können ebenso eine Posttraumatische Belastungsreaktion zur Folge haben. Grundsätzlich kann man zwei verschiedene Arten von traumatisierenden Situationen unterscheiden:

  • einmalige traumatische Erfahrungen: ein Überfall, ein Unfall, eine Vergewaltigung u.ä.
  • länger andauernde beziehungsweise wiederholte traumatische Erfahrungen: jahrelange Vernachlässigung eines Kindes, andauernder sexueller Missbrauch, längere Geiselhaft u.ä.

Traumatisches Erleben überflutet unser Gehirn

In einer traumatisierenden Situation muss das Gehirn meist innerhalb einer sehr kurzen Zeitspanne extrem viele angstbesetzte Reize aufnehmen. Während normalerweise die eingehenden Reize direkt verarbeitet werden, wird das Gehirn in einer Trauma-Situation von den Angstreizen regelrecht überflutet. Eine gezielte Verarbeitung durch Sortieren, Bewerten, Zuordnen und Integrieren der Angstreize ist kaum möglich. Bilder, Geräusche und Gerüche der traumatisierenden Situation sind so stark, dass sie nicht gebündelt werden können sondern als Ansammlung unverbundener Einzelreize im „Traumagedächtnis“ gespeichert werden. Man kann gar nicht begreifen, was da mit einem geschieht. So können später Bilder, Gerüche, Geräusche oder Berührungen aus der Gegenwart, die denen der Traumasituation ähneln, dazu führen, die gesamte Traumasituation zu reaktivieren. Der Geruch einer Zigarette aktiviert dann beispielsweise die Angst- und Ohnmachtsgefühle einer traumatischen Brandsituation aus der Vergangenheit. Das Gehirn nimmt dann nicht wahr, dass die Gefahr bereits vorüber ist, sondern hält die Traumasituation für gegenwärtig.

Die Posttraumatische Belastungsreaktion als Folge

Unsere inneren Schutzmechanismen führen dazu, dass wir eine Extrembelastung überhaupt überleben können und danach sogar weiter funktionieren. Als Folge eines Traumas erleben viele Menschen Übererregungssymptome wie Schlafstörungen, erhöhte Schreckhaftigkeit, starke Stimmungsschwankungen oder Konzentrationsstörungen. Manchen Betroffenen drängen sich die Erinnerungen an die traumatische Situation immer wieder unkontrolliert auf, während andere Erinnerungslücken haben oder unter Albträumen leiden. Viele Betroffene ziehen sich zurück, vermeiden alles, was sie an die traumatische Situation erinnern könnte. Manche Betroffenen haben kaum noch Interesse, an der Außenwelt teilzunehmen, sind aggressiv und für Angehörige und Freunde schwer einzuschätzen. All diese Symptome können direkt im Anschluss an die traumatische Situation erscheinen, sie können sich aber auch nach vielen Jahren noch zeigen. Zudem verstecken sich Symptome hinter anderen Problemen und Erkrankungen. In beiden Fällen fällt die Zuordnung zur auslösenden Situation schwer.

Erste Hilfe und Traumabehandlung

Eine erste Hilfsmaßnahme nach einem extrem belastenden Ereignis ist die Schaffung einer sicheren Umgebung für den Betroffenen. Familie und Freunde können eine wichtige Stütze sein. Der Betroffene sollte über sein Erleben sprechen dürfen, er sollte aber keinesfalls dazu gedrängt werden. Je nach Art und Ausmaß und Art der psychischen Auffälligkeiten bedarf es einer psychotherapeutischen Begleitung, eventuell auch eine medikamentöse Unterstützung oder einen vorübergehenden Klinikaufenthalt. Damit ein traumatisierter Mensch die Kontrolle über sein Erleben wiederbekommt, braucht er die Möglichkeit, seine traumatischen Erfahrungen zu verarbeiten. Ansonsten besteht immer wieder die Gefahr, dass aktuelle Sinneseindrücke die alte traumatische Situation reaktivieren und damit wieder eine Überflutung möglich wird. Indem Erinnerungen im Schutz der Gegenwart lebendig werden, können die traumatischen Erfahrungen aktualisiert werden. Jeder Betroffene muss für sich seine Form des Ausdrucks finden. Das ist nicht nur über das Gespräch möglich, sondern manchmal lässt sich das Unsagbare besser in Musik ausdrücken oder in einem Bild, durch Tanz oder Gesang. Imaginationsübungen und Entspannungsmethoden helfen dabei, die Situation von damals neu zu bewerten und belastende Erinnerungen dosiert loszulassen. Therapeutisches Ziel ist ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Nähe und Distanz zu den traumatischen Erinnerungen und ihren auslösenden Reizen zur Verbesserung der Lebensqualität.

Überwinden, was belastet
Überwinden, was belastet

Ich hoffe, Sie konnten einen Überblick gewinnen. Wenn Sie schauen möchten, was für Sie persönlich hilfreich ist, vereinbaren Sie doch gleich einen Praxistermin bei mir in Dorsten. Viele hilfreiche Übungen zur Verarbeitung traumatischer Erfahrungen stellt die Gestalttherapie zur Verfügung. Rufen Sie mich einfach an unter 02362/7877990 oder schicken mir eine E-Mail über das Kontaktformular. Gerne können Sie mir auch Ihre Gedanken, Tipps und Anregungen einfach unten als Kommentar hinterlassen.

Ihre Dörthe Huth

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Gefühle besser verstehen – ein Buch von Luise Reddemann und Cornelia Dehner Rau


Liebe Leserinnen und liebe Leser,

heute möchte ich Ihnen ein Buch vorstellen, das sich intensiv mit Gefühlen beschäftigt und das ich gerne weiterempfehle.

“Gefühle haben viel Macht über uns, wir wollen ihnen aber nicht ausgeliefert sein“, so die beiden Autorinnen Luise Reddemann und Cornelia Dehner-Rau im Vorwort ihres Buches “Gefühle besser verstehen”. Die beiden erfahrenen Ärztinnen und Psychotherapeutinnen wollen den Leserinnen Mut machen, die Botschaften der Gefühle zu entschlüsseln und so die Scheu vor Gefühlen zu überwinden und die Persönlichkeit weiter zu entwickeln. Die beiden Autorinnen sind sich durch ihre Arbeit mit Patienten sicher, dass derjenige seelisch und körperlich gesünder sein wird, der die ganze Bandbreite der Gefühle empfinden kann. Gefühle machen uns stark und eröffnen uns Kreativität und Widerstandskraft. Körper und Gefühle beeinflussen sich gegenseitig und sind abhängig von den Lebenserfahrungen, von den Genen und der Umwelt. All diese Zusammenhänge beschreiben die Autorinnen in ihrem Buch, das mit 160 Seiten zu Beginn 2011 im renommierten Trias-Verlag erschienen ist.

Aufbau des Buches und Leserkreis

Das bewährte Autorinnenteam Reddemann und Dehner-Rau richten ihr Buch an alle Menschen, die sich intensiver mit ihrem Innenleben beschäftigen wollen sowie an Menschen, die zu viel oder zu wenig mit ihren Gefühlen in Verbindung stehen. Auch soll es bei Depressionen und Störungen der Befindlichkeit hilfreich sein und Therapeuten eine Fundgrube für ressourcenorientiertes Arbeiten liefern. Die Sprache des Buches ist allerdings sehr einfach gehalten und die Darstellung wenig spezifisch, sodass es sich doch hauptsächlich an interessierte Laien richtet. Für diesen Leserkreis ist dann auch der vollmundige Satz vom Cover wieder stimmig: „Mit den Geschichten und Übungen dieses Buches entdecken Sie ungeahnte Stärke und finden die Tür zu Ihrem wirklichen Selbst.“ Doch auch für alle anderen ist es zum Stöbern, Nachdenken und Erinnern eine interessante Lektüre. Das Buch ist sehr übersichtlich in vier große Kapitel unterteilt. Was sind Gefühle und wofür sind sie gut? Wie und wo entstehen Gefühle? Wenn Gefühle belasten. Gefühle bewusster leben. Dazu kommen 31 Übungen zu belastenden Gefühlen, die auch im Inhaltsverzeichnis in einer Extra-Rubrik verzeichnet sind.

Gefühle, was sie ausdrücken und wofür sie gut sind

Die Autorinnen steigen mit der Unterscheidung von Affekt, Emotion und Gefühl ins erste Kapitel ein und fragen: “Was sind Gefühle und wofür sind sie gut?” Bestimmte Basisemotionen sind auf der ganzen Welt mit dem gleichen Gesichtsausdruck verbunden, wie z.B. Angst oder ein schwerer Verlust. Doch drücken wir die Vielfalt der Gefühle kaum mehr aus. Begriffe wie „Gram“ oder „Güte“ finden kaum mehr Anwendung. Die Autorinnen sehen darin einen kollektiven Vorgang der Sprachverarmung, der zu einer gewissen Selbstentfremdung beiträgt, weil Gefühle dadurch undifferenzierter erlebt werden (S. 16).

Im Verlauf des Kapitels wird beschrieben, was eine gesunde emotionale Entwicklung behindert und was dafür förderlich ist. Die Forschung zeigt, dass wir uns im Alltag oft unvernünftig verhalten und immer wieder dieselben Fehler machen, ohne daraus zu lernen. Bei vielen seelischen Erkrankungen ist die Verhaltensflexibilität eingeschränkt und die Autorinnen leiten dazu an, diese etwas mehr auszubauen, weil sie letztendlich zu mehr seelischer Stabilität beiträgt. Dazu ist die Annahme der Selbstwirksamkeit wichtig, also die Annahme, in der Welt etwas bewirken zu können.

Der neurobiologische Hintergrund für Gefühle

Gefühle entstehen im Kopf, so die Autorinnen und machen erst einmal einen Exkurs in die Neurowissenschaften. Erinnern, Gedächtnis und Lernen sind wichtige Schaltzentralen unseres Gehirns zur emotionalen Verarbeitung. Die Funktionen einzelner Hirnareale wird in Beziehung zu Angst, Trauer oder Ekel gesetzt, die Rolle der rechten und der linken Gehirnhälfte angerissen und ebenso kurz die Wirkung der Neurotransmitter und der Spiegelneurone beleuchtet. Im Anschluss daran geht es darum, dass wir in bestimmten Denkschemata gefangen sind, welche die Annahmen über uns selbst, über Beziehungen und über die Realität beinhalten. Solche Schemata sind früh erworben und beinhalten daher noch alte Überzeugungen, die in bestimmten Situationen auch in der Erwachsenenrealität wieder aktiviert werden. Da sie aber dort „erwartet“ werden und die Realität vielleicht mittlerweile eine ganz andere ist, werden sie therapeutisch als „irrationale Überzeugungen“ bezeichnet . So wird das Kapitel damit geschlossen, wie man zu hilfreicheren Überzeugungen gelangt. Körper und Gefühle ist ein weiterer großer Abschnitt, der anschaulich darstellt, wie sich Gefühle auf den Körper auswirken und welchen Einfluss Gefühle auf Erkrankungen haben.

Belastende Gefühle aushalten

Entwickeln sich unsere Gefühle zu einseitig und extrem, können sie uns schaden. Das bringt die Autorinnen im Kapitel, „Wenn Gefühle belasten“, zu der Frage, wieviel Gefühl für uns eigentlich gut ist und wie viel davon man nach außen zeigen kann. Schwierig ist die Beantwortung der Frage deshalb, weil jeder Mensch eine andere Persönlichkeit hat und auch eine andere genetische Ausstattung hat. Geschlechtsspezifische Unterschiede spielen auch eine Rolle, die aber nur angerissen wird. „Auch von uns als negativ, belastend empfundene Gefühle sind sinnvoll, wenn wir sie als Signale für notwendige Veränderungen begreifen“, so die Autorinnen auf dem Cover. Das, womit wir hadern, gilt es loszulassen, damit Gefühle uns nicht zu sehr belasten. So raten die Autorinnen dazu, eine Trauerphase aktiv zu durchlaufen und sich Zeit dafür zu nehmen. Zudem werden Schuld- und Schamgefühle unter die Lupe genommen sowie Minderwertigkeitsgefühle und Selbstzweifel, Ohnmachtsgefühle, Ängste. Ärger oder Ekel.

Fazit: Gefühle sind ein großer Schatz

Im letzten Kapitel “Gefühle bewusster leben”, plädieren die Autorinnen dafür, Gefühle achtsam zuzulassen. Dazu beziehen sie alle Sinne ein und stellen einige Genussregeln auf. Gefühle sind demnach ein Weg, zu uns selbst zu gelangen. Ein jeder Mensch mit einem eigenen Gefühlsprofil. Liebe, Mitgefühl und spirituelles Erleben sind dabei ebenso wichtig, wie Einfühlungsvermögen, Freude und Humor. Hier wird auch noch einmal die große Fülle an Gefühlen deutlich, die wir leben können.

Einer der letzten Sätze des Buches lautet:” Ihre Gefühle sind Ihr größter Schatz in Ihrer Menschlichkeit und Ihrer Mitmenschlichkeit”. Den Autorinnen ist es gelungen, den Leser diesen Schatz entdecken zu lassen. Der Trias-Verlag hat dabei mitgewirkt, indem er das Buch sehr leserfreundlich aufbereitet hat, mit vielen farblichen Abhebungen und Anwendungskästchen mit Übungen. Fazit: Das Buch “Gefühle besser verstehen” ist ein wunderbares Buch für Menschen, die beginnen möchten, sich auf ihre Gefühle einzulassen. Das Buch bietet einen guten Überblick über all die Themen, die mit der Gefühlswelt verwoben sind. Je mehr man sich allerdings auf das Buch einlässt, umso deutlicher wird, dass man zu jedem kleinen Abschnitt auch noch einmal viel weiter in die Tiefe gehen könnte.

Wenn Sie Ihre Gefühle einmal über das Buch hinaus in persönlichen Sitzungen genauer beleuchten möchten und etwas mehr Leichtigkeit in Ihr Leben bringen wollen, bin ich in meiner Praxis in Dorsten gerne für Sie da und helfe Ihnen durch entsprechende Übungen, Erklärungen und Strategien für innere Stärke. Ich freue mich auf Ihren Anruf zur Terminabsprache für ein Coaching bei mir in Dorsten unter 02362/7877990 oder schicken Sie mir einfach eine E-Mail über das Kontaktformular.

Ihre Dörthe Huth

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Angststörungen – wie Information, Vertrauen und Übung hilft

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

alle neuen und unbekannten Situationen können Neugier auslösen, Lust am Abenteuer und eben auch Angst. An den Stellen, an denen wir neue Aufgaben bewältigen müssen, einen neuen Lebensabschnitt oder einen Schritt in der Entwicklung, kommt uns das besonders zu Bewusstsein. So müssen wir im Leben viele Reifungsschritte gehen, die mit Ängsten verbunden sind und gemeistert werden müssen. So zum Beispiel die Verselbständigung vom Jugendlichen zum Erwachsenen, der Auszug von zu Hause oder der Tod des Partners. Ohne Angst schätzen wir Situationen falsch ein und treffen dadurch möglicherweise Entscheidungen, die lebensbedrohliche Konsequenzen haben können. Wenn Angstgefühle und Unruhezustände jedoch ohne wirklichen Grund entstehen und den Alltag zunehmend bestimmen, ist die Angst krankhaft.

Ein langer Weg bis zur Diagnose einer Angststörung

Für Betroffene ist es manchmal ein langer Weg, bis sie zur Psychotherapie finden. Angst auslösende Situationen werden gemieden, was das gesellschaftliche Leben eines Menschen sehr stark einschränkt. Die Angst wird dadurch auch nicht weniger. Dennoch suchen die meisten Betroffenen weiter nach Möglichkeiten, sich selbst zu helfen. Ablenkung über das Fernsehen, Sport oder Gespräche mit Bekannten, Entspannung oder Yoga können solche Selbsthilfeversuche sein. Erst wenn die eigenen Versuche längere Zeit nicht helfen oder sich die Symptomatik weiter verschlechtert, wird der Hausarzt aufgesucht. Doch berichten die Betroffenen eher über Schlafstörungen, Magen-Darm-Beschwerden oder immer wiederkehrende Kopfschmerzen. Ärzte finden daher nicht immer den direkten Bezug zu Angststörungen. Nicht selten wechselt der Patient den Arzt und das Spiel beginnt von vorn. Je länger eine Angststörung aber besteht, umso schwieriger ist sie zu behandeln. Hauptsächlich werden drei Arten von krankhafter Angst unterschieden: die Phobie, die Panikstörung und die Generalisierte Angststörung.

Die Gesichter der Angststörungen: Phobie, Panikattacke und GAS

Eine Phobie: ist eine isolierte Angst, die sich nur auf bestimmte Situationen oder Gegenstände bezieht, auf: Spinnen, viele Menschen oder den Fahrstuhl, den Fahrstuhl, die Höhe oder Enge. Andere haben soziale Angst, sich peinlich zu benehmen, rot zu werden oder im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. Die Angst an Orten, an denen ein Entkommen nicht möglich ist, wie im Kaufhaus oder im Fahrstuhl, werden als Agoraphobie bezeichnet und tritt häufig gemeinsam mit einer Panikstörung auf.

Eine Panikattacke: kommt für die Betroffenen wie aus heiterem Himmel. Sehr plötzlich tauchen heftige körperliche Reaktionen auf, Herzklopfen, Schwindel und Atemnot, gefolgt von der Angst, wahnsinnig zu werden, die Kontrolle zu verlieren oder Todesangst. Wenn diese wiederholt auftreten, handelt es sich um eine Panikstörung. Die Betroffenen entwickeln häufig eine Erwartungsangst vor der nächsten Panikattacke. Diese so genannte “Angst vor der Angst” macht das Auftreten weiterer Attacken wahrscheinlich.

Die generalisierte Angststörung: Ängste können auch als innere Unruhe und übermäßige Sorgen um zukünftige Ereignisse auftreten, welche den ganzen Alltag ausfüllen. Es sind Ängste, die sich nicht nur auf eine Situation beziehen sondern auf alle Bereiche beziehen. Betroffene leiden meist auch unter körperlichen Beschwerden, wie Schlafstörungen, Magenbeschwerden oder Hitzewallungen und leichter Reizbarkeit.

Frei von Ängsten
Frei von Ängsten

Angstbewältigung mit Hilfe der Psychotherapie

Die Bewältigung der Angst braucht eine gezielte Anleitung durch einen Experten, denn die Methoden müssen an den Betroffenen und seine Schwierigkeiten angepasst werden. Vor der Psychotherapie klärt in der Regel ein Facharzt körperliche Ursachen und andere psychische Störungen ab. Je nach Ausprägung und Schweregrad der Angststörung kann eine medikamentöse Therapie die Psychotherapie ergänzen. Die Bewältigung der Angsterkrankung kann ein langer Weg sein, wobei der Erfolg auch von der Motivation und Mitarbeitsbereitschaft des Betroffenen abhängt. Aufklärung, Information und ein Vertrauensverhältnis zwischen Behandler und Patient sind daher eine wichtige Voraussetzung für eine Verbesserung der Symptomatik. Insgesamt ist eine Mischung aus Information, Vertrauen und Übung hilfreich.

Bewältigungsmöglichkeiten im Überblick

•Informationen über Angst und Angstbewältigung sammeln

•Stressbewältigung und Erhöhung der Belastbarkeit

•Den Kreislauf von Angst und Vermeidung durchbrechen

•Soziale Kompetenzen trainieren: Selbstsicherheit, Kommunikation, Problemlösefähigkeit

•Führen eines Angsttagebuchs zur Selbstbeobachtung und Dokumentation von Fortschritten

•Praktische Übungen in kleinen Schritten zur Bewältigung von Angstsituationen

•Veränderung der Situationsbewertung

Bei leichten Ängsten, wie einer Redeangst, einer Prüfungsangst oder die Angst vor einer Operation, schaue ich gerne in meiner Praxis in Dorsten mit Ihnen nach hilfreichen Übungen, Methoden und Strategien. Ich helfe Ihnen zum Beispiel durch Vorstellungsübungen, Atemübungen oder Autosuggestionen, um die Katastrophengedanken unter Kontrolle zu bekommen und sich der angstbesetzten Situation mit dem Gefühl innerer Stärke zu stellen. Die Überwindung der Angst ist ein großer Schritt in der Persönlichkeitsentwicklung und Entwicklung von Selbstfürsorge! Auf Ihren Anruf zur Terminabsprache freue ich mich, rufen Sie einfach an unter 02362/7877990 oder schicken mir eine E-Mail über das Kontaktformular.

Ihre Dörthe Huth

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