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Psychohygiene für Feinfühlige am 03.11.2016 an der FBS Dorsten

Liebe Leserin, lieber Leser,

am 03.11.2016 halte ich an der Familienbildungsstätte in Dorsten-Holsterhausen ein Seminar speziell für Angehörige sozialer Berufe. Dabei geht es einerseits um Achtsamkeit, Empathie und Wertschätzung für andere – aber auch um die eigene Psychohygiene und Selbstfürsorge. Denn: Nur, wer für sich selbst gut sorgen kann, ist auch in der Lage, richtig gut für andere zu sorgen. Das Seminar kostet 16 Euro, die Teilnahme ist mit bestätigter  Voranmeldung über die FBS möglich: 02362-6771030.

Selbstfürsorge für Feinfühlige

Angehörige sozialer Berufe brauchen ein gewisses Gespür für andere Menschen, viel Einfühlungsvermögen und das Wissen um die Bedürfnisse anderer. Umso wichtiger ist es, die Verantwortung für sich selbst ernst zu nehmen, um trotz Alltagsstress, familiärer und beruflicher Dauerbelastung nicht über die eigenen Kräfte hinausgehen und den Akku immer wieder aufzuladen.
Besonders feinfühlige Menschen leiden häufig unter Energiemangel. Sie erleben ihre Umwelt besonders intensiv, fühlen, hören oder riechen mehr als andere. Dadurch sind sie gleichzeitig stressanfälliger als andere, meist auch leichter kränkbar und manchmal auch langsamer in ihren Arbeitsabläufen. Wahrscheinlich funktionieren die Wahrnehmungsfilter im Gehirn Hochsensibler anders. Daher sollten besonders feinfühlige und empathische Menschen auch besonders auf ihre Psychohygiene achten.

Psychohygiene für Hochsensible in sozialen Berufen

In diesem Seminar erfahren Sie theoretisches Wissen über das Phänomen der Hochsensibilität, werden sich der Fallstricke bewusst, die der Alltag für HSPler bereit hält und werden Übungen kennen lernen, mit denen Sie sich besser schützen und immer wieder Kraft aufnehmen können.

Dazu gehört ein bewusster Umgang mit:
– den eigenen Grenzen
– Energieräubern
– und Emotionen
Ich freue mich auf eine rege Teilnahme,

Dörthe Huth

Weitere Termine

 

Schritt für Schritt zur eigenen Praxis in Coaching, Beratung oder Psychotherapie

Liebe Leserin, lieber Leser,

in meinen Supervisionen ist es immer wieder ein großes Thema: die Gründung einer psychologischen Praxis oder eines Coaching-Büros. Viele meiner Klienten haben bereits eine oder sogar mehrere Weiterbildungen in Beratung und Therapie absolviert und beschäftigen sich irgendwann auch mit der Frage, wie sie sich als Coach, Psychologischer Berater oder Heilpraktiker für Psychotherapie selbständig machen können. Themen der Supervision sind daher beispielsweise: Wie gründe ich eine Praxis? Bin ich dann Freiberufler oder Gewerbetreibender? Wie kann ich von meinen Einkünften leben? Eine Praxisgründung wirft viele Fragen auf und sollte gut durchdacht sein, damit die Selbständigkeit ein Erfolg wird.

Der Praxisaufbau braucht Zeit

Ganz leicht ist es sicherlich nicht, denn der Aufbau einer Coaching-Praxis oder einer Psychologischen Beratungspraxis dauert einige Jahre. Je nach Standort, Leistungsspektrum, Bekanntheitsgrad und Abrechnungsmöglichkeiten, kann das sehr unterschiedlich sein. Bis die Praxis gut frequentiert wird, ist es empfehlenswert, auf bisherige Tätigkeiten aufzubauen und die Coachings nebenberuflich zu beginnen. Damit die Finanzen stimmen, ist für einige auch noch nach mehreren Jahren ein zusätzliches Standbein notwendig. Viele Selbstständige aus Psychologischer Beratung und Coaching, die nicht über die Krankenkassen abrechnen und auf ein Klientel von Selbstzahlern ausgerichtet sind, geben daher häufig auch Seminare, halten Firmenschulungen ab oder gehen zusätzlich ganz anderen beruflichen Tätigkeiten nach.

Selbständiger Freiberufler oder Gewerbetreibender?

Für die selbstständige Tätigkeit als Coach, Psychologischer Berater und Heilpraktiker (Psychotherapie) gilt hier in Deutschland in der Regel der Status als Freiberufler. Die Freiberuflichkeit bringt einige Vorteile mit sich. Um aber ganz sicher zu gehen, sollte vor der Aufnahme der Tätigkeit der Steuerberater befragt werden, denn die Auslegungen sind von Bundesland zu Bundesland verschieden und die Übergänge zum Gewerbetreibenden in manchen Fällen schnell erreicht. Beim Verkauf von Produkten, der Gründung eines Instituts oder der Vermischung von Tätigkeiten sollte sich jeder ganz genau informieren.

Psychologische Beratung versus Psychotherapie

Ein Coach oder Psychologischer Berater per se gehört nicht zu den Heilberufen und ist daher nicht befugt, Diagnosen zu stellen, zu therapieren oder zu heilen. Dazu bedarf es einer zusätzlichen Heilerlaubnis. In der Regel erteilt das zuständige Gesundheitsamt nach einer erfolgreichen schriftlichen und mündlichen Überprüfung eine solche Heilerlaubnis für “Heilpraktiker” oder “Heilpraktiker für Psychotherapie”, bei denen die Heilerlaubnis auf die Psychotherapie begrenzt ist. Viele Coaches, Psychologische Berater und Co nehmen an zusätzlichen Seminarn teil und unterziehen sich einer solchen Überprüfung, damit sie auch Psychotherapie ausüben dürfen. Die Abgrenzung zur Heilkunde und zur Psychotherapie ist wichtig und sollte auch bei der Außendarstellung entsprechend bedacht werden.

Öffentlichkeitsarbeit und Klarheit des Profils

Wichtige Punkte sind die Auseinandersetzung mit der Marktlage, die Ausarbeitung des Angebots sowie die Schärfung des eigenen Profils. Welche Leistungen wollen Sie anbieten und was qualifiziert Sie dazu? Welche Klienten werden dabei angesprochen? Was soll Ihr Schwerpunkt sein? Je schärfer Ihr Profil, umso klarer wird es für Klienten, sich für Sie zu entscheiden. Auch die Präsenz im Internet ist für eine Beratungspraxis, ein Coachingbüro oder ein Weiterbildungsinstitut wichtiger denn je. Klienten googeln ihr Anliegen, suchen gezielt nach Informationen zu ihrem Problem und sondieren Hilfsmöglichkeiten. Öffentlichkeitsarbeit zu leisten, bekannter zu werden, sich als Experte im eigenen Fachgebiet zu positionieren, ist daher ebenfalls eine wichtige Herausforderung für den Praxisaufbau.

Supervision zur Praxisgründung

Wenn Sie Psychologischer Berater, Coach oder Heilpraktiker (Psychotherapie) sind und sich im Rahmen von Supervision mit der Praxisgründung beschäftigen möchten, freue ich mich auf Ihren Anruf zur Terminvereinbarung unter 02362/7877990 oder Sie schicken mir alternativ eine E-Mail über das Kontaktformular.

Ihre Dörthe Huth

P.S.: Sind Sie schon im Mailverteiler und haben Zugriff auf den internen Downloadbereich und die kleine Videoserie zu innerer Stärke? Wenn nicht, dann einfach hier klicken und Ihre eMail-Adresse eintragen: In den Newsletter eintragen

 

Das Buch von Devora Zack erklärt Networking für leise Menschen

Liebe Leserin, lieber Leser,
nicht alle Menschen mögen Partys, Smalltalk und das Netzwerken. Gerade Introvertierte fühlen sich in Gesellschaft schnell unwohl und eine oberflächliche Kontaktpflege ist ihnen lästig. Auf der anderen Seite ist das Netzwerken ungemein wichtig. Die US-amerikanische Netzwerkexpertin Devora Zack meint, dass sich Introvertierte deshalb so ungeschickt anstellen, weil sie sich an Empfehlungen orientieren, die nicht für sie gedacht sind. Passendere Empfehlungen hat sie in einem Buch “Networking für Networking-Hasser” zusammengetragen.

Devora Zack: Networking für Networking-Hasser. GABAL. 3. Auflage 2013. Hardcover. ISBN: 9783869363332. 24,90 €

Networking für Networking-Hasser

Netwerkpflege ist die Kunst, Kontakte zu knüpfen und damit der Schlüssel zum Erfolg. Dabei profitieren die Meisten vom Networking, wenn sie sich ihrer Persönlichkeit entsprechend darum bemühen. Laut Devora Zack hat jemand, der davon überzeugt ist, nicht netzwerken zu können, im Laufe der Zeit meist falsche Überzeugungen ausgebildet. Er befolgt die falschen Regeln und lastet den Misserfolg sich selbst an. Netzwerken ist aber in vielen Varianten eine wichtige Voraussetzung, um das eigene Potential entfalten zu können. Wer eine Dienstleistung verkaufen möchte, einen neuen Job finden, Aufträge an Land ziehen, seinen Traum verwirklichen oder die Welt verbessern, der braucht Kontakte. Je authentischer Networking betrieben wird, umso wertvollere Netzwerke entstehen, von denen alle Seiten profitieren.

Authentisch netzwerken

Devora Zack arbeitet als Beraterin in eigener Firma und unterrichtet als Dozentin Kommunikation, Unternehmensführung und Networking. Ihre jahrelange Erfahrung ist in ihr Buch “Networking für Networking-Hasser” auf sehr praktische Weise eingeflossen. Es leitet den Leser humorvoll durch die insgesamt 12 Kapitel zu Erkenntnissen, wie eine Netzwerkpflege der eigenen Persönlichkeit entsprechend funktionieren kann. Mit Hilfe eines Tests kann der Leser ermitteln, ob sein Temperament mit seinem Handeln übereinstimmt. Es ist weniger wichtig, ob eine Person introvertiert, extrovertiert oder zentrovertiert ist, sondern ob sie authentisch agiert. Es folgt ein Crashkurs zu Introversion und Extroversion sowie die Entmystifizierung verstaubter Regeln. Zack zufolge unterscheidet sich die Art der Netzwerkpflege in einem zentralen Punkt: Extrovertierte setzen auf Quantität. Introvertierte setzen auf Qualität.

Zwischen Qualität und Quantität

“Wenn Sie introvertiert sind, gratuliere ich Ihnen; Sie sind bestens aufgestellt, um alle Arten von Netzwerker-des-Jahres-Preisen abzuräumen”, so die Autorin (S. 62). Sie sieht das das Leben als eine einzige große Networkinggelegenheit. Dementsprechend leitet sie den Leser durch Informationen, Tabellen und Checklisten zu Einsichten und rüstet ihn mit einem Erste-Hilfe-Koffer für Networking-Events aus. Das Buch ist voller Hinweise, wie das Netzwerken der eigenen Persönlichkeit entsprechend eingesetzt werden kann und eignet sich besonders für diejenigen, die mit einem humorvollen Blick auf sich selbst schauen möchten.

Erfolgreich netzwerken - Dörthe Huth

 

Das Netzwerken ist auch für Berater, Therapeuten und Coaches ein wichtiges Thema. Wenn Sie im Ruhrgebiet leben und arbeiten, biete ich Ihnen mit der Supervision ein Forum zur gegenseitigen Unterstützung beim Praxisaufbau, beim Sichtbar werden als Experte oder einfach nur zum Austausch untereinander. Bei Interesse freue ich ich auf Ihren Anruf zur Terminvereinbarung unter: 02362 7877990 oder per eMail.

Ihre Dörthe Huth

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Vermittlung in Konflikten

Liebe Leserin, lieber Leser,

manchmal geht es allein nicht weiter, da wird ein Konflikt so groß, dass es besser ist, einen neutralen Dritten dazu zu holen, der zwischen den Parteien vermittelt. Ein Supervisor, Coach oder Mediator kann in bestimmten Fällen zwischen den Parteien vermitteln. Bei Nachbarschaftsstreit, Konflikten zwischen Mitarbeitern oder auch bei Verhandlungen von Wirtschaftsunternehmen, an all diesen Stellen kann ein neutraler Vermittler hilfreich sein.

Im Konfliktfall faire Lösungen finden

Ein Konflikt-Vermittler strukturiert einen Schlichtungsprozess, moderiert Verhandlungen und führt zu Lösungen.  Zwei Parteien werden durch einen neutralen Dritten dazu an angeleitet, zu einer für alle Seiten zufriedenstellenden Lösung zu finden. Faire Lösungen auszuhandeln bedeutet, alle zu einer Einigung zu führen, die jeder Partei mehr Nutzen bringt, als die jeweilige Alternative. Dabei sind eigenverantwortlich erarbeitete Regelungen der Konfliktpartner tragfähiger als fremdbestimmte. Eine Vermittlung ist besonders dann sinnvoll, wenn die Parteien trotz einer Konflikteskalation weiter miteinander verbunden sind, privat oder geschäftlich.

Die Aufgabe eines Vermittlers bei der Schlichtung

Bei Konflikten kochen die Emotionen auf beiden Seiten schnell über. Bei einer fortgeschrittenen Konflikteskalation kann dies den Umgang miteinander erheblich erschweren. Die Atmosphäre kann von Unterstellungen und Fehlinterpretationen belastet sein.  Die Aufgabe eines Vermittlers ist es deshalb, den Schlichtungsprozess zu strukturieren, wieder eine gemeinsame Kommunikationsbasis zwischen den Parteien aufzubauen, Missverständnisse aus dem Weg zu räumen, zu vermitteln und wieder ein gemeinsames Ziel zu definieren, auf das alle Beteiligten hinarbeiten.

Coach, Mediator oder Therapeut als neutraler Vermittler

Als Vermittler in Konfliktfällen sind sehr unterschiedliche Berufsgruppen tätig. Je nachdem, ob es sich um Differenzen zwischen Ehepartnern, Firmeninhabern, Teammitgliedern oder Erben handelt – und wem diese vertrauen.  Die Tätigkeitsfelder von Supervisoren, Mediatoren, Psychologischen Beratern, Coaches und ähnlich ausgebildeten Fachleuten überschneiden sich zum Teil erheblich. Sie alle brauchen eine Reihe von kommunikativen Kompetenzen, Hintergrundwissen und Verhandlungsgeschick. Für sie alle gilt Vertraulichkeit und Neutralität bei der Vermittlung und es darf kein Eigeninteresse damit verbunden sein. Bei der Auswahl eines Vermittlers kann dessen beruflicher Hintergrund und seine Erfahrungen eine wesentliche Rolle spielen.

Der Ablauf einer Konfliktvermittlung

Eine Konfliktvermittlung läuft in verschiedenen Phasen ab. Die erste wichtige Phase beginnt mit dem Vertrauensaufbau zwischen allen Beteiligten. Der Vermittler stellt den Kontakt zu allen Parteien her, sammelt die wesentlichen Informationen über den Konflikt und dessen Entstehung und entwickelt mit den Beteiligten die Ziele. Beide Parteien legen Ihre Sicht der Dinge dar, erläutern welche Schwierigkeiten entstanden sind und welche Lösungsversuche bisher unternommen wurden. Im Verlauf der Treffen werden die unterschiedlichen Interessen, Wünsche, Hoffnungen und Befürchtungen herausgearbeitet und im nächsten Schritt Lösungsmöglichkeiten entwickelt. In einem letzten Schritt geht es um verbindliche Vereinbarungen, die zum Teil noch rechtlich geprüft oder vertraglich festgelegt werden müssen. Nicht immer führt eine Vermittlung zur Lösung eines Konfliktes. Die Konfliktvermittlung beruht auf Freiwilligkeit und kann von den Parteien jederzeit abgebrochen werden. Vermittler fällen keine Urteile, die Parteien müssen selbst entscheiden, ob sie einer Lösungsmöglichkeit zustimmen oder nicht.

Rechtliche Klärung

Einige Konflikte beinhalten mehr als andere auch juristische Aspekte. Sie können sehr komplex sein, sodass manchmal ein Teil der Lösungen innerhalb einer Vermittlung erarbeitet und ein anderer Teil gerichtlich ausgetragen wird.  Besonders, wenn eine Lösung gefunden werden muss, bei der eine gerichtliche Auseinandersetzung nur schwer abzuschätzen wäre, kann die Mediation eine Alternative sein. Häufig haben Mediatoren juristisches Detailwissen. In der Wirtschaftsmediation geht es beispielsweise um vertragsrechtliche, organisatorische und andere juristische Fragen. Aber auch in der Familienmediation geht es unter anderem um rechtliche Regelungen zur Trennung, Fragen zum Sorgerecht oder zum Umgang mit den Kindern.

Auswege - Doerthe Huth

Wenn Sie für sich selbst einen Konflikt klären möchten, einen Partnerschaftskonflikt bereinigen wollen oder eine Supervision für Ihr Team suchen, freue ich mich auf Ihren Anruf zur Terminvereinbarung. Rufen Sie einfach an oder senden Sie mir eine eMail: 02362/7877990.

Ihre Dörthe Huth

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Woran unser Gesundheitssystem krankt. Enteignet von Sonia Mikich

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie viele andere, hat auch die erfolgreich Journalistin Sonia Mikich hat auf sehr schmerzhafte Weise Erfahrungen mit unserem Gesundheitssystem gemacht. Die Frau, deren Gesicht vielen aus der ARD-Reihe Monitor bekannt ist, war früher Kriegsreporterin, ist heute Inlandschefin des WDR und hat sich in vielen Ausnahmensituationen behauptet. Doch einmal mit Schmerzen im Krankenhaus gelandet, erlebt sie sich dem Gesundheitsbetrieb hilflos und ausgeliefert – und ist ganz sicher kein Einzelfall. Mit ihrem Buch “Enteignet: Warum uns der Medizinbetrieb krank macht”, gibt sie all denen eine Stimme, die ungehört bleiben.
Sonia Mikich (Herausgeberin): Enteignet: Warum uns der Medizinbetrieb krank macht. C. Bertelsmann Verlag im April 2013. 19,99 Euro als Hardcover. ISBN: 978-3570101599

Sonia Mikic – Warum uns der Medizinbetrieb krank macht

Wer die Schwächen des Gesundheitssystems nicht am eigenen Leib erfährt, kann sich kaum vorstellen, was in Deutschland möglich ist. Sonia Mikich steht stellvertretend für viele andere, die sich nicht wehren können oder deren Stimme ungehört verhallt. Gemeinsam mit ihren Co-Autoren, dem Betriebswirt Jan Schmitt und der Medizinjournalistin Ursel Sieber, legt sie dem Medizinbetrieb den Finger auf seine wunden Stellen. Das Fazit des Buches ist: Unser Medizinsystem macht krank. Als Sonia Mikic mit schweren Bauchschmerzen ins Krankenhaus eingeliefert wird, folgen unzählige Untersuchungen und mehrere Operationen. Eine eindeutige Diagnose kann nicht gestellt werden und lange Zeit geht es ihr auch nicht besser. Es folgen fünf Monate medizinischer Irrungen und Wirrungen, Komplikationen und Fahrlässigkeiten. Die taffe Reporterin fühlt sich als Kranke völlig entmündigt und gelangt schließlich zu der Erkenntnis: Im deutschen Gesundheitssystem kann man nur mit Glück gesund werden.

Die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund der medizinischen Hilfsleistungen?

In ihrem Buch “Enteignet. Warum der Medizinbetrieb krank macht” lassen die die AutorInnen Fachleute zu Wort kommen.  Es geht um die Strukturen der Krankenhäuser, ihre Wirtschaftslage, Kommunikationsweisen, Arbeitsverhältnisse und das Selbstverständnis des Personals. Warum weiß im Krankenhaus der eine nicht, was der andere tut? Warum werden Patienten entmündigt und verängstigt? Warum hören Ärzte so wenig zu, was Patienten sagen? Schwachstellen, Mißtände und Ungereimtheiten werden genau unter die Lupe genommen. Die Autoren zeigen mit “Enteignet”, wie Behörden durch widersprüchliche Anforderungen die Verbesserung der Versorgung lähmen, inwieweit Lobby und Geld die Medizin regiert, falsche Kollegialität unter Ärzten oder wie selbst die Pflege zu einer Gefahr für den Patienten werden kann.  Neben den Sonia Mikich, Jan Schmitt und Ursel Sieber kommt eine bunte Mischung von Experten zu Wort. So zum Beispiel ein Arzt, der aus dem Medizinbetrieb ausgestiegen ist, ein Zivi, Pflegende, ein Klinikpfarrer und ein Sozialethiker sowie ein Anwalt und ein Patientenfürsprecher. Die Interviews, Protokolle und Berichte der Beteiligten stellen eine Auswahl dar, sicherlich gäbe es noch mehr mögliche Perspektiven.

Verbesserungsvorschläge für die medizinische Versorgung

Zu viele unnötige Untersuchungen und Operationen, zu hohe Arbeitsbelastungen für das Personal, unklare Abstimmungen untereinander und viele andere Defizite sind im deutschen Medizinwesen zu finden. Das Buch von Mikich, Sieber und Schmitt wirft viele Fragen auf, die auf Beantwortung drängen. Neben den Hinweisen auf die Schwachstellen des Systems sind viele Hinweise auf wichtige Verbesserungsmöglichkeiten enthalten. Unter anderem sind es Forderung nach einer klareren Unterscheidbarkeit von notwendiger medizinischer Leistung und überflüssigen Wellnessangeboten, nach mehr Patientenmündigkeit oder struktureller Klarheit. “Enteignet. Warum uns der Medizinbetrieb krank macht” ist ein wichtiges Buch, denn irgendwann erwischt es vielleicht auch Sie.

Supervision - Doerthe Huth

Wenn Sie mit Ihrem medizinischen Team, als Arzt oder Therapeut eine Supervision zur Verbesserung der eigenen Leistungen suchen, freue ich mich auf Ihren Anruf unter: 02362/7877990 oder auf Ihre eMail.

Ihre Dörthe Huth

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