Versicherungen für Freiberufler im Gesundheitswesen – was macht Sinn?

Ein Gastartikel von Carolin Scherr

Freiberufler und Selbstständige aus allen Branchen sollten sich gleich zu Beginn ihrer Tätigkeit über den für sie richtigen Versicherungsschutz informieren. Bestimmte persönliche und betriebliche Risiken sollten von Anfang an abgesichert werden. Zu den wichtigsten Versicherungen für Freiberufler und Selbstständige – im Gesundheitswesen und in anderen Berufszweigen – gehören:

Krankenversicherung

Der Abschluss einer Krankenversicherung sollte für Selbstständige und Freiberufler Pflicht sein. Grundsätzlich können sie sich zwischen der privaten und gesetzlichen Krankenversicherung entscheiden. Ein Vergleich verschiedener Angebote für beide Modelle kann, ausgehend von der individuellen Lebenssituation, rasch zur passenden Lösung führen. Mit Zusatzversicherungen für Zahnbehandlungen, Sehhilfen & Co. können alle Selbstständigen das Angebot der gesetzlichen Krankenkasse ergänzen.

Haftpflichtversicherung

Ebenso ratsam ist der Abschluss einer privaten Haftpflichtversicherung. Schnell kann es dazu kommen, dass man einer anderen Person unbeabsichtigt einen körperlichen oder materiellen Schaden zufügt. In der Folge haften Freiberufler und Selbstständige (und selbstverständlich auch Arbeitnehmer) in unbegrenzter Höhe. Größere Schaden können daher rasch Ausmaße annehmen, welche die finanzielle Existenz gefährden.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Gerade Freiberufler sollten über den Abschluss einer Berufsfähigkeitsversicherung nachdenken, da sie meist nicht mehr in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen und somit im Ernstfall keine Erwerbsminderungsrente vom Staat erwarten können. Bereits eine anteilige Berufsunfähigkeit kann einen Selbstständigen dauerhaft um Lohn und Brot bringen.

In den letzten Jahren ist wiederholt davon die Rede, dass ein immer größerer Teil der Berufsunfähigkeitsfälle auf psychische Erkrankungen wie Burnout zurückzuführen sind. Burnout betrifft übrigens überdurchschnittlich oft Personen, die im Gesundheitswesen arbeiten. Laut einer Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) sind Heimleiter, Sozialpädagogen und Sozialpfleger besonders häufig von Burnout betroffen.

Ein Teil der Berufsunfähigkeits- und Dread-Disease-Versicherungen haftet auch für Burnout-Fälle, allerdings tun sich Ärzte und Versicherungen bisher schwer, klare Diagnosemuster für psychische Erkrankungen festzulegen, so dass sich die Beweislage für die Versicherten teilweise schwierig gestaltet.

Altersvorsorge

Da die gesetzliche Rentenversicherung für viele Selbstständige keine Option darstellt, muss die gesamte Altersvorsorge privat geplant werden. Eine staatliche geförderte Möglichkeit für Selbstständige ist die Rürup-Rente. Die Rentenauszahlung erfolgt in diesem Fall ab dem 60. Lebensjahr. Eine weitere Möglichkeit für eine sinnvolle Vorsorge, ist die Finanzierung einer eigenen Immobilie.

Neben der persönlichen Absicherung gibt es die Möglichkeit, Versicherungen für den jeweiligen Betrieb abzuschließen. Zum Beispiel bietet eine Betriebshaftpflichtversicherung einen Haftungsschutz vor allen Schäden, die durch den Betrieb oder dessen Mitarbeiter verursacht wurden. Mit einer Betriebsinhaltsversicherung können Freiberufler Einrichtung und Waren gegen Einbruch, Feuer und wetterbedingte Schäden absichern. Eine Betriebsunterbrechungsversicherung springt im Falle eines zeitlich begrenzten Betriebsausfalls ein, zum Beispiel nach einem Brand im Gebäude und bezahlt zuvor vereinbarte Leistungen des Betriebs. Darüber hinaus ist es günstig, für Streitfälle mit Kunden, Lieferanten o. ä. eine Firmenrechtschutzversicherung abzuschließen. Sie übernimmt in der ersten Instanz eines Rechtsstreits die Prozess- und Anwaltskosten, auch wenn der betroffene Selbstständige nicht Recht bekommt.

Der ideale Versicherungsschutz ist außerdem stark vom jeweiligen Beruf abhängig: Ein Schauspieler unterliegt zum Beispiel einer wesentlich geringeren Gefahr für einen berufsbedingten Rechtsstreit als ein Architekt oder Handwerker. Auch innerhalb des Gesundheitswesens variiert, abhängig von der jeweiligen Profession, welche Versicherungen abgeschlossen werden sollten. Deshalb sollte der private und betriebliche Versicherungsschutz von Freiberuflern und Selbstständigen passgenau auf die individuellen Bedürfnisse angepasst werden.

Die Gastautorin Caroline Scherr lebt in Berlin und arbeitet als Redakteurin für den Finanzdienstleister Dr. Klein und das Online Finanzportal vergleich.de.

Quellen:

http://www.dewion.de/ratgeber/versicherungscheck_selbst.shtml

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