Wenn das Kind unter Liebeskummer leidet – So können Eltern helfen

Liebe Leserinnen und liebe Leser,
jedes Alter unserer Kinder bringt so seine Herausforderungen mit sich. Da ist die Trotzphase, die manche Eltern an den Rand des Nervenzusammenbruchs treibt. Dann gilt es ausreichend für den Schulalltag zu motivieren, ein Verantwortungsgefühl für Hausaufgaben und andere Pflichten zu entwickeln. Zudem muss jedes Kind seinen Platz im sozialen Gefüge des Klassensystems, der Familie und der Clique finden. Irgendwann im Jugendlichenalter kommt dann der erste Freund oder die erste Freundin ins Haus und damit ist auch der erste Herzschmerz nicht mehr weit. Wenn es so weit ist, fühlen sich Eltern häufig hilflos. Wie bei Erwachsenen auch, hilft es den Jugendlichen nicht, den Liebeskummer zu verdrängen, die Traurigkeit zu überspielen oder sich gleich mit dem nächsten Liebesabenteuer zu trösten. Lesen Sie in diesem Artikel, wie Eltern ihr Kind am besten unterstützen können.

Für Jugendliche gibt es einen eigenen Artikel: Liebeskummer – was hilft, wenn die erste Liebe endet?

Liebeskummeralarm – die Eltern leiden mit

Jeder von uns war schon einmal verliebt, hat die Schmetterlinge im Bauch gefühlt und jeden Moment mit dem anderen genossen. Doch so wunderbar diese schönen Gefühle auch sind, zerbricht die Liebe, verändert sich auch die Gefühlswelt. Wer verlassen wird, leidet unter Liebeskummer. Die Welt erscheint plötzlich trist und grau, Selbstzweifel kommen auf, der Sinn des Lebens wird in Frage gestellt und die Seele weint. Hat der andere Schluss gemacht, bricht für die meisten Teenies erst einmal eine Welt zusammen. Gerade die erste Liebe halten Teenies meist für die große Liebe ihres Lebens. Eltern sind plötzlich mit einem Häufchen Elend konfrontiert, das sich am liebsten nur noch in sein Zimmer verkriechen will, Pflichten, Freunde und Familie vernachlässigt. Wenn das Kind leidet, leiden die Eltern meist mit. Als Eltern stehen wir dann recht hilflos daneben, wollen gerne helfen, wissen aber nicht wie.

Liebeskummer bei Teenagern

Vielen Eltern fällt es schwer zu akzeptieren, dass ihr Kind überhaupt schon so weit ist, sich zu verlieben. Früher begann die Sache mit der Liebe und dem Sex in der Regel später, heute sammeln viele Kinder ihre ersten Erfahrungen sehr viel früher. Viele verlieben sich schon mit etwa 13 Jahren so richtig, genießen die gemeinsame Zeit mit ihrem Freund oder der Freundin, küssen und streicheln sich. Eine wundervolle Zeit voller schöner Gefühle. Wer dann verlassen wird, fühlt sich plötzlich sehr einsam, das Selbstwertgefühl sinkt in den Keller und die Welt erscheint trist und leer. Jugendliche mit Liebeskummer empfinden häufig auch Hilflosigkeit, unbändige Wut oder erleben in kurzen Abständen ein Wechselbad der Gefühle. Manchmal entladen sich diese Gefühle bei den Eltern oder in der Schule, denn Jugendliche müssen erst lernen, mit all diesen starken Gefühlsregungen umzugehen. Eltern, Geschwister und Freunde sollten in dieser Zeit daher auch nicht jede Laune auf sich beziehen, sondern viel Verständnis aufbringen und auch mal Fünfe gerade sein lassen. Setzen Sie aber eine klare Grenze, wenn ein Verhalten zu weit geht. Es ist wichtig, dass der Jugendliche in einem geschützten Rahmen ausprobieren darf. Am Ende sollte immer wieder ein Versöhnungsangebot stehen.

Den Liebeskummer Jugendlicher ernst nehmen

Ob 14 Jahre oder 44, Liebeskummer tut weh und sollte ernst genommen werden. Eltern sollten daher den Herzschmerz ihres Kindes nicht belächeln sondern Ihr Herz für Ihr Kind öffnen. In einer so schwierigen Phase geht es einfach darum, für das Kind da sein und zuzuhören, wenn es etwas zu erzählen gibt. Es hilft nicht, den Ex-Freund oder die Ex-Freundin zu beschimpfen, abzuwerten oder selbst wütend zu werden. Manchmal ist es hilfreich, offen und ehrlich von den eigenen Erfahrungen und Erlebnissen zu berichten. Auch das Angebot einer gemeinsamen Unternehmung kann eine Hilfe sein, weil es für eine Weile vom Liebeskummer ablenkt. Dabei soll das Thema nicht ausgeblendet oder verdrängt werden, sondern es geht darum, präsent zu sein, Geborgenheit, Zuwendung und Vertrauen zu geben. Dann kommt vielleicht zwischendurch auch mal zur Sprache, was den Jugendlichen bedrückt.  Doch nicht alle Teenies nehmen die Hilfsangebote der Eltern auch an, manche machen vieles lieber mit sich alleine aus oder müssen die Situation erst einmal mit Freunden klären. Für Eltern ist es daher wichtig, sich einzufühlen, wann elterliche Hilfe erwünscht ist und wann sie eher als Bedrängnis empfunden wird. Statt beleidigt oder eifersüchtig zu reagieren, ist es besser, diese anderen Vertrauenspersonen als zusätzliche Hilfe zu bewerten.

Loslassen braucht seinen Raum

In seltenen Fällen kann der Liebeskummer so weh tun, dass Freundschaften vernachlässigt werden, ein neues Schlankheitsideal verfolgt wird, vermehrt Alkohol oder Zigaretten konsumiert werden oder der Jugendliche sogar eine Essstörung oder eine Depression ausbildet. Wenn Sie als Eltern diese Symptome bei Ihrem Kind nicht so recht einordnen können oder die Befürchtung haben, dass sich da eine Krankheit einschleicht, zögern Sie nicht, sich Hilfe zu suchen. Eine Vertrauensperson, die Telefonseelsorge oder eine Beratungsstelle kann eine erste Anlaufstelle sein, um sich über notwendige Schritte klar zu werden und sich gezielt Hilfe zu suchen. Allerdings ist Liebeskummer für eine Weile auch etwas völlig Normales. In der Regel werden die Jugendlichen den Herzschmerz überwinden und aus diesem Verarbeitungsprozess sogar etwas gereifter hervorgehen. Schwierige Gefühle verarbeiten wir am besten, wenn wir sie auch erleben dürfen. Wer Liebeskummer zulässt und sich erlaubt, für eine Weile traurig zu sein, verarbeitet auf diese Weise, was ihn belastet und lernt aus dem Erleben für die Zukunft.  Viele Eltern versuchen Kummer und Leid von ihren Kindern fern zu halten, Jugendliche brauchen aber auch Vorbilder für Niederlagen und Verluste, um selbstsicher, eigenständig und verantwortungsvoll handeln zu können. Eltern haben dabei eine wichtige Vorbildfunktion, indem sie zeigen, dass auch sie mit Verlusten umgehen müssen und können.

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Wenn Sie sich persönlich zu diesem Thema beraten lassen möchten, freue ich mich auf Ihren Anruf zur Vereinbarung eines Coaching-Termins. Rufen Sie mich einfach an unter 02362/7877990 oder schicken mir eine E-Mail über das Kontaktformular. Ich würde mich freuen, Sie in meiner Praxis in Dorsten begrüßen zu dürfen.

Ihre Dörthe Huth

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5 Gedanken zu „Wenn das Kind unter Liebeskummer leidet – So können Eltern helfen“

  1. Vielen Dank für diesen wunderbaren stimmigen Artikel, liebe Frau Huth. Gerade heute hat er mich “gefunden”, wo ich mich wirklich innerlich distanzieren und mir sagen muss: das ist die Sache der beiden, nicht meine! Ihr Artikel hat mich etwas klarer sehen lassen, wo mein Eingreifen nun nichts mehr verloren hat, auch wenn mir das zugegebenermaßen schwer fällt. Aber wie ich an Ihrem Artikel erkennen kann, stehe ich damit nicht alleine da.
    Also vielen Dank für die Hinweise und einen schönen Gruß, Pauline

  2. Auch ich leide jedes Mal mit, wenn es meinem Sohn schlecht geht. Sich zu distanzieren, gelingt bei jedem anderen, aber nicht bei dem eigenen Kind 😉 Besonders wenn man sieht, wie sehr sich jemand wochenlang bemüht, einem Mädchen alles recht zu machen und dafür dann auf sehr unfaire Weise den Laufpass bekommt. Wie Sie schon sagen, Jungs machen mehr mit sich alleine aus, vieles kann ich nur erahnen. Vielleicht erzeugt die Flatterhaftigkeit, wie ich sie vielen Mädchen wahrnehe, die schlechte Laune und das schnelle Schlussmachen per SMS bei mir ein Kopfschütteln. LG und ich würde mich freuen, wenn Sie weitere Artikel für Eltern von Teenagern bringen, Nadja L.

  3. Hallo zusammen,

    ich habe schon gedacht, ich bin eine Ausnahme, weil ich mit meinem Sohn mitleide, nachdem seine erste Freundin am 1. Weihnachtstag per WhatsApp App Sprachnachricht nach 16 Monaten mit ihm Schluss gemacht hat. Sie hat ihm massenhaft Schuldgefühle gemacht, war aber zu keinem persönlichen Gespräch bereit, bis er dieses gesucht hat. Nach einer Woche hat sich herausgestellt, dass sie einen anderen hat. Das weiß er aber bis heute nicht von ihr.

    Nun sind sie zwar erst im Teeniealter, aber die Feigheit des Mädels und seine Hilflosigkeit haben ihm und auch mir schwer zu schaffen gemacht.

    Ich werde 50 und behaupte, ich habe Lebenserfahrung; auch mit Trennungen. Dennoch habe ich vor meinem Mann geheult wie ein Schlosshund, so dass er schon witzelte, dass nicht er sich von mir, sondern X. sich von unserem Sohn getrennt hat.

    Mein Sohn geht mit der Trennung relativ gut um. Nach anfänglichem Protest (Kontaktversuche, nicht wahrhaben wollen), unternimmt er nun etwas mit Freunden, mit uns und er redet vor allem mit uns, wenn ihm danach ist. Ich zeige ihm, dass ich mit ihm fühle, nachempfinden kann und wir reden über seinen und ihren Anteil am Ende der Beziehung.

    Er räumt Fehler ein und hatte sich bei ihr auch entschuldigt, wobei es da nichts Großartiges wie andere Mädels etc. gibt/gab. Sie hat auch keine Entschuldigung angenommen.

    Problematisch in der Beziehung war ihre Magersucht, das war sicher für ihn eine große Belastung und manchmal auch Überforderung. Sie hat die Trennung ihrer Eltern nicht verarbeitet und daraufhin die Magersucht entwickelt. Nachdem sie und ihre Mutter nicht wollten, dass sie ihn eine Klinik geht, nimmt sie jetzt seit ein paar Monaten Psychotherapie in Anspruch. Die Therapeutin akzeptiert sie aber nicht und hält diese für inkompetent. Fortschritte kann ich in X. Entwicklung nicht wirklich erkennen, zumal sie ein negatives Vater-/Männerbild (Fremdgänger ohne Ende) hat und m. E. darin von ihrer Mutter immer noch unbewusst bestärkt wird.

    Zu sehen, dass X. keine Fortschritte machte, war für unseren Sohn nur schwer auszuhalten. Im Umgang damit hat er sicher Fehler gemacht, größtenteils aus Hilflosigkeit.

    Dennoch stößt sie ihn ab, beschimpft ihn und will nichts mehr mit ihm zu tun haben. Problem: sie werden sich ab morgen wieder täglich sehen, gehen in die gleiche Klasse.

    Gerne hätte ich ihm die Enttäuschung darüber erspart, dass er nun auf solch schmerzliche Weise entsorgt wird, nachdem er in einer so schwierigen Zeit zu ihr gehalten hat. Als Erklärungsansatz habe ich ihm genannt, dass sie es wohl nicht anders kann. Sie konstruiert sich ihre Wirklichkeit zur Dissonsnzreduktion, um ihre eigene Handlungsweise zu rechtfertigen (neuer Freund am Start).

    M. E., ist x. in ihrer sozial- emotionalen Entwicklung seit der Trennung ihrer Eltern vor 3/4 Jahren, stehen geblieben.

    Damit kann mein Sohn einigermaßen umgehen. Aber er leidet schon und es wird dauern, bis er das verarbeitet hat. Die Klasse wird er wiederholen, denn schon vor dem Schlussmachen, sah es kritisch aus.

    Das alles wird ihn sicher reifen lassen, aber ein Ende mit mehr Offenheit, Ehrlichkeit, wäre wünschenswert gewesen.

    Ich kann auch nichts damit anfangen, wenn andere sowas belächeln. Er ist mein Kind und erfährt nun Kummer – und weiß noch nicht, welche Phasen des Kummers er durchlaufen wird, ich aber schon.

    1. Hallo,
      nachdem der letzte Beitrag vom Januar ist, wage ich es nun auch hier zu schreiben. Auch mir als Mutter ging es sehr schlecht, als sich der Freund meiner Tochter von Ihr getrennt hat. Meine Tochter (16) hat bisher leider keine guten Erfahrungen mit Jungs gemacht. Einer hat sie total verarscht, der zweite betrogen. Ich habe gedacht, ich habe einen Knall so mitzuleiden, aber nach anderen Berichten war ich froh, das es den meisten Müttern/Eltern so geht. Aber warum leidet man so mit? Ich habe mir immer wieder gesagt, dass das nicht mein Kummer ist, sondern der meiner Tochter. Aber mich hat dieser Betrug auch komplett umgehauen. Ihr geht es zwischenzeitlich wieder gut, das ganze ist jetzt 3 Monate her. Sie geht mit ganz verschieden Leuten weg, zu verschiedenen Veranstaltungen. Sie hat Spaß am Leben und das ist für mich das Wichtigste. Trotzdem habe ich Angst vor der nächsten Enttäuschung, und auch als Mutter wieder fast mit k.o. zu gehen. Schon mal denke fürs lesen und evtl. Kommentare.
      Christine

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