Irmgard Fuchs - Wir zerschneiden die Schwerkraft

Wir zerschneiden die Schwerkraft – Erzählungen von Irmgard Fuchs

Liebe Leserin, lieber Leser,

als ich auf der Buchmesse in Frankfurt war, fand ich die ganze Fülle an Veranstaltungen, Verlagen und Büchern aus dem In- und Ausland überwältigend. Einiges ist mir dennoch besonders präsent geblieben, darunter ein Verlag aus dem deutschsprachigen Ausland, dessen liebevoll gestaltete Bücher und literarische Perlen mir besonders ins Auge sprangen: Kremayr & Scheriau. Der österreichische Verlag sieht sich selbst als Plattform für politische Themen, gesellschaftliche Trends und gute Geschichten. Das Literaturprogramm des Verlags richtet seinen Blick in diesem Herbst auf die vielfältigen Stimmen österreichischer Gegenwartsautoren, die ungewöhnliche Sichtweisen auf die Welt zeigen. Von diesen Autoren stelle ich heute den folgenden Titel vor, der dem Leser einige schräge Geschichten zu bieten hat:

Irmgard Fuchs: Wir zerschneiden die Schwerkraft. Erzählungen. Hardcover, Verlag Kremayr & Scheriau 2015. ISBN: 9783218009904. 19.90 Euro.

Erzählungen über das Elend des Normalbürgers

In den Erzählungen von Irmgard Fuchs geht es um Einsamkeit, das Elend im Alltag des Normalbürgers. Mal ist das lyrische Ich eine Frau, mal ein Mann – mal eine Kartenabreißerin, mal ein Philosoph. Da gibt es die Frau, die Kugelschreiber zusammenbaut und uns an ihren Alltagsbeobachtungen teilhaben lässt, ebenso wie den Philosophen, der im Anti-Burnout-Kurs sitzt und statt der Entspannung nur an Gisela denken kann. Die Figuren muten ein bisschen verschroben an, unsicher und zurückgezogen. Sie zweifeln an sich selbst und der Welt, wollen aus sich heraus, können es aber nicht so recht. So heißt es dann auch schon auf dem Klappentext: “Die Figuren zweifeln an sich selbst, an der Wirklichkeit und an der Welt im Allgemeinen. Sie haben ihre Schwerkraft verloren, gewinnen dadurch allerdings eine Freiheit, die es ihnen erlaubt, anders zu sein.”

Irmgard Fuchs: Wir zerschneiden die Schwerkraft. Kremayr & Scheriau 2015.

Die surreale Ironie des alltäglichen Wahnsinns

Die 1984 in Salzburg geborene Irmgard Fuchs studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und erhielt im Laufe der Zeit verschiedene Preise, Stipendien und Auszeichnungen. “Wir zerschneiden die Schwerkraft” ist ihr erstes Buch. Besonders ist es deshalb, weil es sich mit den Wechseln zwischen der Realität und dem Abdriften von Gedanken in Tagträume bis ins Surreale beschäftigt. Dies zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch. Während die Tagträume eher von einer poetisch anmutenden Sprache begleitet werden, kommt die Realität mit einer klaren und unverschnörkelten Sprache daher, was die Ironie des alltäglichen Wahnsinn umso deutlicher macht. Neben dem Fließtext hat die Autorin verschiedene andere Formen für ihre Erzählungen gefunden, so wie beispielsweise eine Art persönlicher Liste in “Einhundertsechzig Abbildungen meiner selbst, interstellar”, aus der auch der Titel “Wir zerschneiden die Schwerkraft entlehnt ist”. Insgesamt ist das buch liebevoll gestaltet und der interstellare Aspekt spiegelt sich sowohl auf dem Schutzumschlag als auch auf dem Hardcover selbst durch den Blick ins All wieder.

Schreiben ist übrigens nicht nur ein literarischer Genuss für Leser und ein kreativer Ausdruck für professionelle Autoren, sondern jeder kann sich durch das Schreiben auch wunderbar selbst unterstützen, klare Ziele formulieren oder Gedanken durchspielen. Gerne leite ich Sie bei einem Schreibworkshop oder einem persönlichen Coaching dazu an. Rufen Sie einfach an oder senden Sie mir eine eMail: 02362/7877990.

Ihre Dörthe Huth

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