Woran unser Gesundheitssystem krankt. Enteignet von Sonia Mikich

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie viele andere, hat auch die erfolgreich Journalistin Sonia Mikich hat auf sehr schmerzhafte Weise Erfahrungen mit unserem Gesundheitssystem gemacht. Die Frau, deren Gesicht vielen aus der ARD-Reihe Monitor bekannt ist, war früher Kriegsreporterin, ist heute Inlandschefin des WDR und hat sich in vielen Ausnahmensituationen behauptet. Doch einmal mit Schmerzen im Krankenhaus gelandet, erlebt sie sich dem Gesundheitsbetrieb hilflos und ausgeliefert – und ist ganz sicher kein Einzelfall. Mit ihrem Buch “Enteignet: Warum uns der Medizinbetrieb krank macht”, gibt sie all denen eine Stimme, die ungehört bleiben.
Sonia Mikich (Herausgeberin): Enteignet: Warum uns der Medizinbetrieb krank macht. C. Bertelsmann Verlag im April 2013. 19,99 Euro als Hardcover. ISBN: 978-3570101599

Sonia Mikic – Warum uns der Medizinbetrieb krank macht

Wer die Schwächen des Gesundheitssystems nicht am eigenen Leib erfährt, kann sich kaum vorstellen, was in Deutschland möglich ist. Sonia Mikich steht stellvertretend für viele andere, die sich nicht wehren können oder deren Stimme ungehört verhallt. Gemeinsam mit ihren Co-Autoren, dem Betriebswirt Jan Schmitt und der Medizinjournalistin Ursel Sieber, legt sie dem Medizinbetrieb den Finger auf seine wunden Stellen. Das Fazit des Buches ist: Unser Medizinsystem macht krank. Als Sonia Mikic mit schweren Bauchschmerzen ins Krankenhaus eingeliefert wird, folgen unzählige Untersuchungen und mehrere Operationen. Eine eindeutige Diagnose kann nicht gestellt werden und lange Zeit geht es ihr auch nicht besser. Es folgen fünf Monate medizinischer Irrungen und Wirrungen, Komplikationen und Fahrlässigkeiten. Die taffe Reporterin fühlt sich als Kranke völlig entmündigt und gelangt schließlich zu der Erkenntnis: Im deutschen Gesundheitssystem kann man nur mit Glück gesund werden.

Die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund der medizinischen Hilfsleistungen?

In ihrem Buch “Enteignet. Warum der Medizinbetrieb krank macht” lassen die die AutorInnen Fachleute zu Wort kommen.  Es geht um die Strukturen der Krankenhäuser, ihre Wirtschaftslage, Kommunikationsweisen, Arbeitsverhältnisse und das Selbstverständnis des Personals. Warum weiß im Krankenhaus der eine nicht, was der andere tut? Warum werden Patienten entmündigt und verängstigt? Warum hören Ärzte so wenig zu, was Patienten sagen? Schwachstellen, Mißtände und Ungereimtheiten werden genau unter die Lupe genommen. Die Autoren zeigen mit “Enteignet”, wie Behörden durch widersprüchliche Anforderungen die Verbesserung der Versorgung lähmen, inwieweit Lobby und Geld die Medizin regiert, falsche Kollegialität unter Ärzten oder wie selbst die Pflege zu einer Gefahr für den Patienten werden kann.  Neben den Sonia Mikich, Jan Schmitt und Ursel Sieber kommt eine bunte Mischung von Experten zu Wort. So zum Beispiel ein Arzt, der aus dem Medizinbetrieb ausgestiegen ist, ein Zivi, Pflegende, ein Klinikpfarrer und ein Sozialethiker sowie ein Anwalt und ein Patientenfürsprecher. Die Interviews, Protokolle und Berichte der Beteiligten stellen eine Auswahl dar, sicherlich gäbe es noch mehr mögliche Perspektiven.

Verbesserungsvorschläge für die medizinische Versorgung

Zu viele unnötige Untersuchungen und Operationen, zu hohe Arbeitsbelastungen für das Personal, unklare Abstimmungen untereinander und viele andere Defizite sind im deutschen Medizinwesen zu finden. Das Buch von Mikich, Sieber und Schmitt wirft viele Fragen auf, die auf Beantwortung drängen. Neben den Hinweisen auf die Schwachstellen des Systems sind viele Hinweise auf wichtige Verbesserungsmöglichkeiten enthalten. Unter anderem sind es Forderung nach einer klareren Unterscheidbarkeit von notwendiger medizinischer Leistung und überflüssigen Wellnessangeboten, nach mehr Patientenmündigkeit oder struktureller Klarheit. “Enteignet. Warum uns der Medizinbetrieb krank macht” ist ein wichtiges Buch, denn irgendwann erwischt es vielleicht auch Sie.

Supervision - Doerthe Huth

Wenn Sie mit Ihrem medizinischen Team, als Arzt oder Therapeut eine Supervision zur Verbesserung der eigenen Leistungen suchen, freue ich mich auf Ihren Anruf unter: 02362/7877990 oder auf Ihre eMail.

Ihre Dörthe Huth

PS: Wenn Ihnen dieser Beitrag gefällt, erzählen Sie es doch bitte Ihren auch Ihren Freunden auf Facebook, Twitter und Co :)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.