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Im Dialog mit den inneren Bildern

Liebe Leserin, lieber Leser,

Bilder, die wir vor unserem inneren Auge entstehen lassen, können gezielt eingesetzt werden, um Stress abzubauen, Schmerzen zu lenken oder andere Symptome zu steuern. Lassen wir in einem Zustand tiefer Entspannung angenehme innere Bilder zu, können wir mit ihnen in eine Art inneren Dialog treten. Im Coaching lenke ich diesen Vorgang ganz gezielt, damit Klienten dadurch ihre Blockaden loslassen und sich Denk- und Handlungsmöglichkeiten eröffnen können.

Gefühle sind wichtig

Gefühle kommen und gehen. Sie brauchen keine Rechtfertigung – und doch trauen wir uns häufig nicht, sie zuzulassen. Gerade Gefühle, die wir als unangenehm erleben und daher negativ bewerten, machen uns Angst. Hilflosigkeit, Ohnmacht, Schuld, Scham, Traurigkeit oder Ablehnung möchten wir nicht spüren und versuchen daher, unser Leben so unter Kontrolle zu bringen, nur die angenehmen Gefühle zu spüren.
Doch je mehr wir an die Seite schieben, verdrängen oder ignorieren, desto unbeweglicher werden wir. Der Widerstand, die Ereignisse anzunehmen, kostet Kraft. Und es geschieht etwas, das wir nicht wollten: die unterdrückten Gefühle, die wir so lange kontrolliert haben, übernehmen das Kommando, blockieren uns und engen uns ein. Häufig äußern wir das sogar metaphorisch, wie zum Beispiel: “Ich spüre einen Kloß im Hals”. Erst wenn wir beide Pole annehmen, die guten und die schlechten Gefühle, bleiben wir lebendig und schwimmen mit dem Fluss des Lebens. Veränderung geschieht durch Annehmen, loslassen und neu beginnen.

Innere Bilder für neue neuronale Bahnen im Gehirn

In meiner Arbeit führe ich Klienten sehr sanft zur Entstehung ihrer eigenen inneren Bilder, wobei sie jederzeit die Kontrolle über das Geschehen haben. In einem leichten bis mittleren Trancezustand, wie er beispielsweise im Tagtraum erlebt wird, gelingt es  leicht, innere Bilder entstehen zu lassen. Bilder sind die Sprache des Unbewussten und können zeigen, welche inneren Blockaden bestehen, welche Ängste und Befürchtungen eine Weiterentwicklung hemmen. Körperwahrnehmungen, Erinnerungen, Empfindungen und Symbole sind ein kreatives Potential, durch das diese Blockaden überwunden werden können und eine Veränderung erreicht werden kann. Erkenntnissen aus Medizin und Psychologie zufolge macht das Gehirn keinen Unterschied, ob eine Erfahrung in der Innenwelt oder in der Außenwelt gemacht wird. Eine neue Erfahrung verändert die neuronalen Wege im Gehirn.Innere Bilder entstehen im Gehirn und sind dort als Erfahrungen gespeichert. In einer bildlichen Vorstellung ist nicht nur das Bild selbst enthalten, sondern auch die dazugehörigen Gefühle einer Person, Gedanken, Erinnerungen und Handlungsimpulse. Im Dialog mit den inneren Bildern können wir uns all dies zunutze machen. Verändern sich die inneren Bilder, entstehen neue neuronale Bahnen im Gehirn.

Im Dialog mit den inneren Bildern
Im Dialog mit den inneren Bildern

Probieren Sie es selbst aus, innere Bilder entstehen zu lassen

Stellen Sie sich innerlich auf Entspannung ein und sorgen Sie dafür, dass Sie eine Weile ungestört sein können. Setzen oder legen Sie sich bequem hin, schließen Sie Ihre Augen und atmen einige Male tief ein und aus. Mit jedem Atemzug lassen Sie Ihre Alltagsgedanken ganz bewusst los, jedes Mal etwas mehr. Nun lassen Sie vor Ihrem inneren Auge angenehme innere Bilder entstehen. Stellen Sie sich zum Beispiel eine Szene wie die folgenden vor:

– Sie liegen am Strand und schauen ganz entspannt den azurblauen Wölkchen am Himmel hinterher

– Sie machen einen Herbstspaziergang, der kühle Wind wirbelt das bunte Laub auf, während die Sonne Ihr Gesicht angenehm wärmt

-Sie machen eine Bergwanderung und entschließen sich, an einem Gebirgssee mit kristallklarem Wasser Rast zu machen

Mit den positiven Bildern entspannt sich Ihr Geist und Ihr Körper, denn Sie suggerieren sich selbst Wohlbefinden. Lassen Sie ganz bewusst nur positive Bilder zu und genießen Sie die Stimmung und mit all den angenehmen Empfindungen. Beenden Sie diese Vorstellungsübung ganz in dem Wissen, dass Sie diese wohltuenden inneren Bilder jederzeit wieder entstehen lassen können.

Im Dialog mit den inneren Bildern

Aber wie entsteht nun ein Dialog mit den inneren Bildern? Eine Lebenserfahrung, die etwas im Gehirn bewirkt, beinhaltet die eigentliche Situation, das dazugehörige Gefühl, die Körperwahrnehmungen, Impulse, Reaktionen und die Interpretation des Kommunikationspartners. Im Dialog mit den inneren Bildern können wir all dies verändern und dadurch neue, positivere Erfahrungen ermöglichen. Wenn eine Erfahrung tief sitzt, sagen wir beispielsweise “Das steckt mir noch in den Knochen”. Was dahintersteckt, kann sehr unterschiedlich sein, weil Menschen Erlebnisse sehr unterschiedlich verarbeiten. Dabei kann es sich um eine körperliche Erkrankung handeln, einen Burnout, eine Kränkung oder ein traumatisches Erleben. Wenn es sinnvoll ist, greife ich im Coaching eine solche Metapher des Klienten auf und frage etwas genauer nach: wie fühlt sich das an, was da in Ihren Knochen steckt? Hat es eine Farbe oder eine Form? Wo spüren Sie es? Daraus ergeben sich wiederum neue Bilder, mit denen wir arbeiten können. Es ergeben sich neue Blickwinkel und einengende Denkmuster können sich weiten, damit andere Reaktionen möglich werden können. Der Dialog mit den inneren Bildern kann nicht nur helfen, Stress abzubauen und unterdrückten Gefühlen Raum geben, sondern er ermöglicht dem Gehirn, das Leben in glücklichere Bahnen zu lenken.

Wenn Sie sich anleiten lassen möchten, innere Bilder zu entwickeln oder Ihre Zukunft positiv beeinflussen möchten, freue ich mich auf Ihre Anmeldung zu einem Coaching mit mir. Rufen Sie mich einfach an unter der Telefonnummer: 02362 7877990 oder schreiben mir eine eMail über das Kontaktformular.

Ihre Dörthe Huth

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Liebeskummer – was hilft, wenn die erste große Liebe endet?

Hallo und herzlich willkommen,

Du bist zwischen 13 und 23 Jahren und hast Liebeskummer? Dein Freund oder Deine Freundin hat mit dir Schluss gemacht? Gerade dachtest Du noch alles sei in Ordnung und nun herrscht Funkstille am Handy, Facebook zeigt den Beziehungsstatus „Single“ und auch über Whattsapp kommt eine ähnliche Statusmeldung? Vielleicht möchte er oder sie plötzlich nur noch ein guter Kumpel sein, aber Deine Gefühle lassen sich nicht so leicht abstellen? Die erste Beziehung dauert häufig nur kurz, doch sie hinterlässt bei vielen ein Chaos in der Seele. Es ist ohnehin eine aufregende Zeit, in der viel los ist: da gibt es den großen Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmung, den Druck von Seiten der Schule und der Eltern, und Du selbst hast noch keine richtige Vorstellung davon, wie Deine Zukunft aussehen könnte. Und mitten in diese Zeit platzt auch noch der Liebeskummer. Deshalb ist hier einiges zusammengetragen, was Dir durch diese schwerige Zeit helfen kann. Wenn Du selbst noch einen hilfreichen Tipp für andere Jugendliche hast, schreibe ihn doch bitte gleich unten in das Kommentarfeld. Andere in einer ähnlichen Situation sind sicherlich froh, hier noch weitere Hinweise zu finden.

 

Mädels und Jungs gehen anders mit ihrem Liebeskummer um

Die Trennung vom Freund oder der Freundin ist für Jugendliche eine Extremsituation, denn sie befürchten, den anderen für immer zu verlieren. Jungs leiden ebenso wie Mädchen unter Liebeskummer, aber sie gehen anders damit um. Während sich Jungs eher verschließen und die Dinge mit sich alleine ausmachen, vertrauen sich Mädchen meist ihrer besten Freundin an und trauern eine ganze Weile. Schneller als Mädchen wollen sich Jungs wieder besser fühlen, gehen eher wieder mit anderen raus und sind auch schneller wieder bereit, eine neue Beziehung einzugehen. Aber auch Mädchen werden nach einigen Tagen oder Wochen wieder offener. Manchmal findet man Trost bei jemandem aus der Clique, aber dabei solltet ihr aufpassen, dass ihr nicht plötzlich eure freundschaftlichen Gefühle mit Verliebtheit verwechselt. Besser ist es, erst einmal Beziehungs-Abstand zu halten und sich nicht sofort auf die Nächste / den Nächsten einzulassen, bis Du mit deinen Gefühlen wieder klar bist. Schließlich möchte niemand nur ein Notnagel sein. Aber irgendwann ist es so weit und Du kannst auf die schöne gemeinsame Zeit mit Deinem Ex / Deiner Ex zurückschauen ohne dabei zu leiden.

Kopfkino und Gedankenkarussell abstellen

Dein Ex hat eine Neue bzw. deine Ex einen Neuen? Versuch die Gedanken daran zu stoppen. Dich mit der Neuen / dem Neuen zu vergleichen bringt nichts. Du bist einzigartig! Und du bist auch ohne einen Freund / eine Freundin ein wertvoller Mensch! Erst einmal könnte es dir helfen, alles für eine Zeit aus deinem Sichtkreis zu räumen, was Dich an Deinen Ex / Deine Ex erinnert. Fotos und Geschenke kannst du erst einmal in eine Kiste packen und in den Keller bringen, anderen Kram vielleicht sogar direkt im Mülleimer entsorgen. Bei dieser Gelegenheit kannst Du gleich dein Zimmer aufräumen und in eine neue Ordnung bringen. Die äußere Ordnung bringt auch wieder ein klein bisschen mehr innere Ordnung in Deine Gedanken, außerdem bist du beschäftigt. Wenn die Gedanken an Deinen Ex / Deine Ex sich Dir immer wieder aufdrängen, dann schreib ruhig einmal auf, was Du schon immer blöd an ihm / ihr fandest, was Dich genervt hat. Da gibt es sicher einiges. Du kannst auch alle Deine Gedanken in ein Gedicht fassen oder in einem Brief aufschreiben, ohne diesen abzusenden. Eine Zeit lang ist es besser, keinen Kontakt zueinander zu pflegen. Lösch die Telefonnummer, den Whatsapp-Kontakt und halte auch bei Facebook Abstand. Wenn Du am Leben Deines Ex / Deiner Ex nicht mehr teil hast, wird Deine Leidensgefahr geringer. Vielleicht könnt ihr später wieder Freunde werden, aber erst einmal braucht ihr Distanz voneinander, bis sich beide Seiten entliebt haben. Erst dann könnt ihr euch auf einer neuen Ebene begegnen, in Freundschaft zum Beispiel.

Deine Gefühle sind wichtig – lass sie raus!

Deine Gefühle sind wichtig. Bestimmt möchtest Du gar nicht traurig sein, aber wenn Dir zum Weinen ist, dann lass doch die Tränen einfach mal laufen. Besser, Du weinst Dich richtig aus, als dass Enttäuschung, Wut und Traurigkeit sich in Dir festsetzen. Wer über seinen Kummer spricht, kann ihn besser verarbeiten. Triff Dich zwischendurch mit einer Freundin oder einem Freund, mit dem Du über all das reden kannst. Das bringt Dir zwar deinen Liebsten / deine Liebste nicht zurück, aber Du bekommst etwas mehr Abstand dazu. Lass Dir erzählen, wie es anderen gegangen ist, wie sie mit ihren Gefühlen umgegangen sind und was ihnen bei Liebeskummer geholfen hat. Lass Dich zwischendurch ruhig mal ablenken, geht gemeinsam raus ins Café, in die Disco, zum Billard spielen oder shoppen. Das bringt Dir für einen Moment sogar etwas Spaß und erinnert dich daran, dass es auch noch andere wichtige Menschen in deinem Leben gibt. Für stillere Charaktere eignen sich auch Bücher. Geh in die Bibliothek und lies Liebesromane, auch Ratgeber für Jugendliche können eine Orientierung sein. Auch wenn Du möglichst alles alleine regeln willst, könnten doch deine Deine Eltern oder Geschwister in  diesem Fall eine Stütze sein und Dich aufmuntern. Wenn Du das Gefühl hast, dass Dich eigentlich niemand so recht versteht, vertraue Deine Gedanken einem Tagebuch an. Gerade wenn Dein Kopf Karussell fährt, hilft das Schreiben, um sich selbst zu sortieren. Auch Musik ist ein Weg, Gefühle rauszulassen.

Eine kleine Auswahl an Liedern bei Liebeskummer

Stell Dir Deine eigene Lieste zusammen und passe sie immer wieder an deine Gefühlslage an. Es gibt viele traurige Lovesongs, mit denen Du so richtig im Liebeskummer versinken und Deine Enttäuschung verarbeiten kannst. Wenn die Zeit gekommen ist, kannst Du zu Liedern wechseln, die Dich wieder etwas aufmuntern, motivieren und Dir dabei helfen, in eine fröhlichere Phase zu kommen. Such Dir die Lieder heraus, die für Dich momentan am besten sind. Neben den Klassikern wie “Feel” von Robbie Williams, “My heart will go on” von Celine Dion, “Flugzeuge im Bauch” von Herbert Grönemeyer oder “Nothing else matters” von Metallica gibt es ja auch noch jede Menge aktuelle Ohrwürmer zu den unterschiedlichsten Stimmungen ganz nach Deinem Geschmack:

•Doors down – Here without you

•Pink – Fucking perfect

•Christina Perry – Jar of hearts

•Eamon – Fuck it

•Backstreet Boys – In a world like this

•Christina Stürmer -Scherbenmeer

•Evanescence – My Immortal

•Sia – Breathe me

•Kay One – Das Spiel

•Snow Patrol – Chasing Cars

Tu etwas für Dein Selbstbewusstsein – Deine Erfahrungen machen Dich stark

Dein Selbstbewusstsein ist im Keller? Erinnere Dich daran, was für ein liebenswerter, hilfsbereiter und netter Mensch Du bist. Was sind deine Qualitäten? Du weißt es momentan nicht so genau, dann frag einen deiner Kollegen. Nimm Dich wichtig! Tu etwas für Deine Seele, mach einen Selbstverteidigungskurs, geh joggen, melde Dich zum kreativen Schreiben an oder zum Malkurs. Mit den Kontakten und Interessen kommen auch wieder Zukunftswünsche auf und mehr Offenheit. Du bist stark genug, diese schwere Zeit zu überstehen und wirst dadurch noch stärker werden. Wenn Du so weit bist, dass Du mit etwas Distanz auf die Beziehung schauen kannst, überlege Dir, was schief gelaufen ist und was du aus heutiger Sicht anders machen würdest. Vielleicht hast Du Dich zu schnell auf Deine Ex / Deinen Ex eingelassen, ohne genau zu prüfen. Vielleicht hast Du Dich nicht so ganz für ihn bzw. für sie entscheiden, oder konntest nicht mitteilen, wie Du eure Beziehung gerne gehabt hättest, was dir Angst macht oder was dir vielleicht peinlich war. Vielleicht hast Du zu viel dem anderen überlassen, hast Dich zu viel von Gerüchten beeinflussen lassen, warst zu eifersüchtig oder konntest einfach nicht genug Vertrauen aufbauen. Überleg Dir, was Du beim nächsten Mal anders machen möchtest und was Dir für eine Beziehung grundsätzlich wichtig ist. Diese Einsichten machen Dich auf jeden Fall reifer und stärker.

Lass nicht zu, dass der Liebeskummer Dich fertig macht

Lass nicht zu, dass der Liebeskummer Dich auffrisst, Freundschaften, Schule, Ausbildung oder Familie auf die Probe stellt. Wenn Du das Gefühl bekommst, Dich selbst nicht mehr leiden zu können, einsam zu sein, Dich ritzen zu wollen oder dich mit Alkohol zu betäuben, ist es an der Zeit, Dich an Menschen zu wenden, die sich mit diesem Dingen auskennen. Zum Beispiel kannst Du bei einer Beratungsstelle Unterstützung bekommen oder “Die Nummer gegen Kummer” wählen, die es in Deutschland kostenlos gibt und ganz anonym. Am anderen Ende der Leitung kümmert sich ein Mitarbeiter montags bis freitags von 15 bis 19 Uhr um die Sorgen und Nöte von Jugendlichen. Die Telefonnummer ist die (0800) 11 10 33.

Falls Du aus der Nähe von Dorsten bist und dich ein Thema hast, das Dich belastet, ruf mich ruhig an oder schreib mir eine eMail. In einigen Fällen kann auch für Jugendliche ein Coaching sinnvoll sein oder ein kleiner Workshop. In dieser Rubrik “Für junge Menschen” wird es auf dem Blog für Innere Stärke nicht so oft Beiträge geben, aber wenn Dir ein Thema am Herzen liegt, dann lass es mich wissen. Ruf mich einfach an unter 02362/7877990 oder schick mir eine E-Mail über das Kontaktformular.

Deine Dörthe Huth

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Hochsensibel – zwischen tiefen Gefühlen und Reizüberflutung

Liebe Leserin, lieber Leser,

diese Woche steht ganz unter dem Motto “Hochsensibilität”, ein Thema, das in meiner Praxis bei Klienten immer wieder auf großes Interesse stößt. Deshalb habe ich mich entschieden, diesen Artikel, der bisher nur angemeldeten Nutzern in meinem eBook “Das Geheimnis innerer Stärke” zugänglich war, hier auf dem Blog allen zugänglich zu machen. Neben dem heutigen Überblick folgt gleich morgen ein Interview mit dem Vorsitzenden des Informations- und Forschungsverbundes Hochsensibilität e.V. (IFHS) sowie einige Buchempfehlungen zum Thema in den folgenden Tagen. So können Sie im Laufe der Woche einen tieferen Einblick in Thema gewinnen, Ihre Sensibilität besser einschätzen und Hinweise auf weitergehende Informationsmöglichkeiten nutzen. Einen ersten Eindruck bekommen Sie auch mit diesem Video.

Hochsensibilität im Überblick

hochsensible Menschen nehmen ihre Umwelt intensiver wahr als andere. Geräusche und Gerüche aber auch andere Sinnesqualitäten und Gefühle werden besonders intensiv erlebt. Durch die Hypersensitivität sind diese Menschen meist sehr verletzlich und stressanfällig. Zuerst beschrieben wurde die „Highly Sensitive Person“ (HSP) Ende der 90er Jahre von der US-Psychologin Elain. Als selbst Betroffene verallgemeinerte sie anfangs die Eigenschaften der HSP sehr stark. Doch verhalf ihr Engagement dazu, dass dem Phänomen der Hochsensibilität überhaupt Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Wissenschaft und Therapie begannen sich mit der Hochsensiblität, die auch als Hypersensibilität oder Hochsensitivität bezeichnet wird, zu beschäftigen. Heute geht man davon aus, dass etwa 20 Prozent der Bevölkerung hochsensibel sind. Viele Betroffene wissen jedoch nichts über die Hochsensibilität und können weder ihre Symptome einordnen, noch ist ihnen ihr Potential bewusst. Um eine Einschätzung gewinnen zu können, stellt Elaine Aaron in ihrem Buch “Sind Sie hochsensibel” einen Test zur Verfügung. Daneben finden sich noch andere Einschätzungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel der Test von George Parlow, der direkt online ausgewertet wird.

Unterschiedliche Ausprägungen von Empfindsamkeit

Unser heutiger Begriff von Sensibilität entstammt ursprünglich dem Lateinischen “sensibilis”, was so viel bedeutet wie „der Empfindung fähig“. Der Empfindung fähig sind wir in der Regel alle, die Ausprägung der Sensibilität ist jedoch von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Sie hängt ab von der Art und Weise, wie wir die Welt wahrnehmen, wie unsere Wahrnehmungsfilter im Gehirn funktionieren, wie wir genetisch ausgestattet sind, welche Umwelt uns unser Leben lang umgeben hat und mit welchen Ereignissen wir in unserem Leben bereits konfrontiert wurden.


Sensibel zu sein ist nicht nur Hochsensiblen vorbehalten, die Sensibilität hat bei HSP einfach eine andere Ausprägung. Ebenfalls ist es nicht nur Normalsensiblen oder Niedersensiblen vorbehalten, sich „unsensibel“ zu Verhalten. Auch Hochsensible, die noch gar nicht wissen, dass Sie über diese Fähigkeiten verfügen oder damit nicht umgehen können, können ausgesprochen unsensibel auf Menschen und Situationen reagieren. Mit dem deutschen Wort „sensibel“ schwingt im Alltagsgebrauch häufig eine negative Komponente mit. Der oder die ist ein „Sensibelchen“ und wird nach außen hin schnell als zu empfindlich, zu überspannt oder einfach überfordert eingestuft.

HSP- intensivere Wahrnehmung und mehr Stress

Besonders ausgeprägte Eigenschaften haben Hochsensible in den Bereichen Feinfühligkeit und Empathie sowie Kreativität. Die erhöhte Sensibilität lässt sehr tiefgründiges Erleben zu. Liebe und Leid, Kunst und Musik, Naturerfahrungen oder emotionale Schwingungen anderer Menschen, all dies erfahren HSP sehr intensiv. Manchmal erspüren Hochsensible sogar, wie es einem anderen geht, bevor sich dieser seiner Gefühle selbst bewusst ist. Oft denken sie in größeren Zusammenhängen, sind über lange Zeit begeisterungsfähig, sehr gewissenhaft und differenziert.

Während es Normalsensiblen gelingt, durch ihre stärkeren und angepassteren Wahrnehmungsfilter die störenden Reize herauszufiltern, nehmen Hochsensible mehr Informationen auf, die zudem intensiver wahrgenommen werden. Sie müssen also mehr Reize verarbeiten als andere, sodass sie in der Folge meist langsamer sind, stressanfälliger und weniger belastbar. Das bedeutet auch, dass Arbeitsabläufe bei Hypersensiblen länger dauern können, weil sie genau hinsehen oder sich im Detail verlieren. Dabei ist nicht jeder Hochsensible dem anderen gleich, sondern jeder entwickelt seine vorrangigen Wahrnehmungskanäle auf unterschiedliche Weise. So kommt es, dass einige HSP besonders schmerzempfindlich sind und andere wiederum sehr lärm- oder geruchsempfindlich.

Körperliche und seelische Symptome der Hochsensibilität

Für den Lebenslauf einiger Hochsensibler bedeutet das, dass sie trotz der vielen inneren Fähigkeiten auch immer wieder mit der Umwelt in Konflikt geraten oder mit Nebenwirkungen konfrontiert werden, die sie selbst nicht einordnen können. So versuchen einige HSP die Symptome ihrer Hypersensibilität zu unterdrücken oder zu kompensieren. Ihre Fähigkeiten, ihr Selbstbewusstsein und ihre Kreativität können sich allerdings auf diese Weise nicht richtig entfalten. Nicht wenige Hochsensible entwickeln seelische und körperliche Symptome von Schlafstörungen und Erschöpfungszuständen über Depressionen bis hin zu Essstörungen oder Burnout. Selbst Experten erkennen das Phänomen häufig gar nicht sondern bearbeiten mit den HSP ausschließlich die Auswirkungen und Folgen. Mit der Diagnose und Aufklärung über Hypersensibilität empfinden die Betroffenen häufig eine große Erleichterung. Aufklärung und Auseinandersetzung bewirkt, dass man sich selbst besser einordnen kann und die eigenen „Defizite“ ebenso wie die „Fähigkeiten“ besser annehmen kann.

Hochsensibel - Doerthe Huth

Beratung und Psychotherapie bei HSP

In der psychologischen Beratung und Psychotherapie wird daran gearbeitet, die eigenen Bedürfnisse anzuerkennen und einzufordern, die eigenen Grenzen zu spüren und auch der Umwelt gegenüber zu setzen sowie das Gefühl von Selbstbestimmung aufzubauen. Betroffene können lernen, die eigene Empfindsamkeit über rationale Gesprächsführung zu steuern. So manches Mal entwickelt sich über den Weg von Beratung und Therapie erst die eigentliche Bestimmung eines Hochsensiblen. Diese Feinfühligkeit ist für therapeutische, pädagogische und heilende Berufe besonders geeignet. Aber auch im Bereich von Musik, Theater oder bildender Kunst sind viele Hochsensible zu finden.

Hochsensibilität kann sich zu einem großen Potenzial entwickeln, wenn sie erkannt, akzeptiert und in Alltag- und Arbeitsleben integriert wird. Die Fähigkeiten rücken in den Vordergrund der Wahrnehmung, nicht die Defizite im Vergleich zu anderen. Letztendlich ist es dann dabei egal, ob es sich um einen kleinen neurologischen Unterschied zwischen Hochsensiblen und Normalsensiblen handelt, ob es gar ein psychisches Problem ist oder einfach eine Sache der Vererbung. Doch selbst wenn einem Betroffenen dies gelungen ist, ist die Achtsamkeit für sich selbst und die Anpassung der eigenen Hochsensibilität an die Lebensumstände immer wieder erforderlich.

Wenn Sie darüberhinaus etwas mehr für sich tun möchten, würde ich mich freuen, Sie zu einem meiner Workshops oder zu einem persönlichen Coaching für Hochsensible begrüßen zu dürfen: 02362 7877992 oder per eMail. Regelmäßige Informationen rund um innere Stärke erhalten Sie auch über meinen Newsletter.

Damit wünsche ich Ihnen, liebe Leserinnen und liebe Leser, eine wunderschöne Woche,

Ihre Dörthe Huth

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Psychosomatik – oder wie die Seele den Körper beeinflusst

Liebe Leserin und lieber Leser,
normalerweise machen sich Menschen wenig Gedanken um ihren Körper. Es ist selbstverständlich, dass er funktioniert, leistungsfähig ist und den Anforderungen gerecht wird. Organe, Nervensystem und Hormone einer Person sind miteinander in ständigem Austausch und erfüllen ihre Aufgaben unabhängig von deren bewusstem Mitwirken. Gerät das Zusammenspiel aber aus dem Gleichgewicht, äußert sich dies ist in Form von Symptomen. Körper und Psyche sind untrennbar miteinander verbunden und reagieren aufeinander.

Dörthe Huth: Selbstheilung. Wie Sie das innere Tief überwinden, Resilienz aktivieren und Ihr Lebensgefühl verbessern. amondis Verlag 2014. Buch mit Übungs-CD. ISBN-13: 978-3943036015. 24,99 Euro

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Wie Körper und Geist zusammenhängen

Aber nicht immer bringt der Besuch beim Arzt auch einen schlüssigen Befund. Bei etwa einem Viertel der Patienten kann trotz körperlicher Beschwerden keine organische Ursache festgestellt werden. Betroffene ziehen von Arzt zu Arzt, aber ihr Beschwerden, Sorgen und Fragen bleiben bestehen. Wird auf Dauer keine somatische Ursache gefunden, kann eine psychosomatische Problematik dahinter stecken.

Was bedeutet eigentlich psychosomatisch?

Psychosomatisch bedeutet, dass körperliche Symptome eine seelische Ursachen haben können. Auch Gefühle können krank machen, seelisch Belastendes im Körper festsetzen. Aus Zukunftsängsten werden Kopfschmerzen, aus beruflicher Dauerüberforderung  Rückenschmerzen oder aus Versagensängsten eine chronische Magen-Schleimhautentzündung. Die Wechselwirkung zwischen Körper und Seele sind bereits in dem Wort “Psychosomatik” enthalten. Psyche ist altgriechisch und steht für Atem oder Seele, Soma bedeutet Körper. Im Alltag liegt beides häufig sehr eng beieinander, doch schenken wir diesen interaktiven Vorgängen zwischen Körper und Seele kaum Beachtung. Dabei ist jede unserer Tätigkeiten von einem Gefühl begleitet und das wiederum von einer körperlichen Reaktion. Das Treffen zweier Verliebter ist von Freude und Herzklopfen begleitet und wirkt daher wohltuend auf den Organismus. Eine hohe Arbeitsbelastung kann dagegen hilflos machen und lässt den Blutdruck ansteigen. Der Lärm aus der Nachbarwohnung macht wütend und führt durch die angespannte Lage zu Muskelverspannungen.

Auch unangenehme Gefühle wolllen beachtet werden

Viele negative Gefühle sind nicht so offensichtlich, wie die oben genannten Beispiele. Angst vor Ablehnung im Team, die Befürchtung, Anforderungen nicht erfüllen zu können, gedemütigt oder beleidigt zu werden, sind nicht immer offensichtlich und wir lassen sie auch nicht so gerne zu. Wird ein unangenehmes Gefühl aber nicht ausreichend gewürdigt, versucht es anders an die Oberfläche zu dringen. Der Tinnitus, das nächtliche Zähneknirschen oder die Schlafstörungen können als Ruf der Seele verstanden werden, auf sich aufmerksam zu machen. Möglichkeiten, besser auf den Ruf der Seele zu hören, finden sich in meinem Buch “Lass los und werde glücklich“.

Psychosomatik - Dörthe Huth

Die psychosomatische Sichtweise als Möglichkeit

Wer die Diagnose psychosomatische Erkrankung erhält, fühlt sich oft falsch verstanden und fehl diagnostiziert. Oft bleibt bei Patient und Angehörigen die Frage, ob es sich wirklich um eine Krankheit handelt oder alles nur Einbildung ist. Gerade bei dem Wort Psychosomatik zeigen viele Menschen wenig Verständnis.  Oft werden psychosomatische Erkrankungen belächelt oder gar abgewertet. Dabei handelt es sich tatsächlich um ein real empfundenes Leiden, die Schmerzen „tun tatsächlich weh“, auch wenn sie seelisch verursacht sind.

Wenn Ärzte keine organische Ursache finden können oder Therapien bei keine Linderung bringen, versuchen Sie doch einmal, die psychosomatische Sichtweise dazu zu nehmen. Allerdings sollte man sich auch davor hüten, in jedem körperlichen Symptom gleich eine seelische Ursache zu suchen. In so manchen Fällen ergibt sich nach vielen Jahren doch noch ein körperlicher Befund. In einem persönlichen Gespräch lässt sich die psychosomatische Seite einer Erkrankung gut herausarbeiten.

Damit wünsche ich eine schöne Woche,

Ihre Dörthe Huth

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Weitere Heilpraktiker, Therapeuten und Mediziner zur Psychosomatik finden Sie auf dem Portal: Psychosomatik 24