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Psychotherapie – an wen kann man sich wenden und wer zahlt?

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

ab und zu erhalte ich Anfragen von Menschen, die sich auf der Suche nach psychologischer oder psychiatrischer Unterstützung im Wirrwarr der Berufsbezeichnungen verirrt haben. Um die menschliche Seele bemühen sich unterschiedliche Berufsgruppen in sehr verschiedenen Formen. Für Laien sind sie nicht immer klar zu unterscheiden. Welche Berufsgruppen dürfen Psychotherapie ausüben? Wer darf bei psychischem Leiden Medikamente verschreiben? Und welche Therapien zahlt die Krankenkasse? Diese Fragen beantworte ich in diesem Artikel. Falls noch Fragen offen bleiben, zögern Sie nicht, mir diese in der Kommentarfunktion unten zu schreiben. Auch andere wird das interessieren und ich antworte gerne, sobald es mir möglich ist.

Psychotherapie – was ist das eigentlich?

Unter dem Begriff „Psychotherapie“ sammeln sich methodische Verfahren zur Behandlung psychischer Erkrankungen. Die Methodenvielfalt ist groß und die psychotherapeutischen Verfahren kaum noch zählbar. Ziel ist es, den Patienten zu stabilisieren, ihn zur Verbesserung seiner Bewältigungsmöglichkeiten anzuleiten und zu Einsichten zu führen, um eine Verbesserung seiner Lebensqualität zu erlangen, die Verbesserung sozialer Kontakte oder die Wiedereingliederung in den Beruf.
Die Behandlung von Erkrankungen ist in Deutschland aber nur speziellen Berufsgruppen erlaubt, da die Linderung eines Leidens einer genauen Diagnosestellung, einer präzisen Therapieplanung und eines gezielten methodischen Vorgehens bedarf. So darf die Psychotherapie nur von Behandlern ausgeübt werden, welche eine Heilerlaubnis haben und somit die Zulassungskriterien ihrer jeweiligen Berufsgruppe erfüllen.

Im Überblick: Wer darf Psychotherapie ausüben

  • Ärztliche Psychotherapeuten
  • Psychologische Psychotherapeuten
  • Heilpraktiker
  • Und Heilpraktiker (Psychotherapie)

Wer darf sich Psychotherapeut nennen?

Im Jahr 1998 trat das sogenannte Psychotherapeutengesetz in Kraft. Seitdem ist Psychotherapeut ein geschützter Begriff, der nur von denjenigen als Berufsbezeichnung getragen werden darf, die eine ganz bestimmte Ausbildung nach den Richtlinien der Psychotherapeutenkammer durchlaufen haben. Der Weg zum Psychotherapeuten führt entweder über ein Studium der Medizin oder der Psychologie, mit bestimmten Schwerpunkten und Prüfungsfächern sowie den dafür vorgesehenen Weiterbildungen in Psychotherapie, die sich auf die drei sogenannten “Richtlinienverfahren” bbeschränken, weil nur diese derzeit als “wissenschaftlich anerkannt“ gelten:

  • Die psychoanalytische Therapie (“Psychoanalyse”)
  •  Die tiefenpsychologisch-fundierte Psychotherapie sowie
  • Die Verhaltenstherapie

Am Ende erfolgt eine sogenannte “Approbation”. Daneben gibt es noch die Möglichkeit der Zulassung zum „Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten“, der auch über ein pädagogisches Studium erworben werden kann. Dabei steht die Behandlung von Kindern bis zum 21. Lebensjahr im Vordergrund. Alle approbierten Psychotherapeuten können in der Regel mit den Krankenkassen abrechnen.

Verordnung von Medikamenten: Ärztliche Psychotherapeuten

Die Bandbreite psychischer Erkrankungen ist groß und der Bedarf an Psychotherapie ebenso. Der Hausarzt ist zwar häufig einer der ersten Ansprechpartner bei seelischen Störungen, überweist aber Patienten mit tiefergehendem Diagnostikbedarf an die Fachärzte weiter. In der Regel ist dies entweder ein Psychiater oder ein Facharzt für Psychotherapeutische Medizin. Beide haben ein Medizinstudium absolviert, sind als Fachärzte für die Diagnostik und Behandlung seelischer Störungen ausgebildet und dürfen Medikamente verordnen, die bei schwererem Leiden häufig notwendig sind. Haben die Fachärzte eine zusätzliche Weiterbildung in einem psychotherapeutischen Verfahren absolviert, darf er sich zudem als „Ärztlicher Psychotherapeut“ bezeichnen.

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Heilpraktiker (Psychotherapie) – das vielseitige Potential

Daneben gibt es zahlreiche andere Berufsgruppen, die ebenfalls mit psychotherapeutischen Methoden arbeiten, diese aber nur bei gesunden Menschen im Rahmen der allgemeinen Lebenshilfe, zur Klärung von Konflikten oder als Präventionsmaßnahmen anbieten dürfen. Das sind beispielsweise Psychologische Berater, Lebensberater oder Coaches. Selbst Heiler dürfen keine Heilbehandlung im eigentlichen Sinne anbieten. Allerdings kann die Heilerlaubnis von all diesen Berufsgruppen als zusätzliche Qualifikation erlangt werden. Dazu bedarf es einer Überprüfung beim Gesundheitsamt, das die Erlaubnis zur Ausübung von Psychotherapie durch das Gesetz über die berufsmäßige Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung (Heilpraktikergesetz) erteilt. Der Heilpraktiker (Psychotherapie) oder der “kleine Heilpraktiker” darf Psychotherapie ausüben. Grundsätzlich dürfen auch Heilpraktiker, die eine heilkundliche Ausbildung durchlaufen haben, Psychotherapie ausüben und unterstützende Globuli verabreichen. Viele Heilpraktiker (Psychotherapie) sind in humanistischen Psychotherapieverfahren ausgebildet, wie der Gestalttherapie, Hypnosetherapie, der Gesprächs- oder Familientherapie. Sie rechnen ihre Leistungen entweder privat ab, auf der Basis des Heilpraktikergesetzes über die privaten Krankenkassen oder in Ausnahmefällen über das Kostenerstattungsverfahren. Es kommt gar nicht so selten vor, dass jemand sich eine Psychotherapie als Selbstzahler gönnt, weil die Krankenkasse beispielsweise keine weitere Psychotherapie zahlt, weil schlechte Erfahrungen mit Diagnosestellungen bestehen oder um beispielsweise einen Krankenkassenwechsel nicht zu gefährden.

Resilienz - Dörthe Huth

Das war jetzt eine ganze Menge an Information und das ziemlich kompakt. Wenn Sie überlegen, eine Psychotherapie über die Krankenkasse in Anspruch zu nehmen, können Sie Ihre Krankenkasse nach einer Liste der Behandler in Ihrer Region fragen, denn viele führen eine solche Liste. Hier für den Bereich NRW rund um Dorsten gibt es auch eine zentrale Nummer der Kassenärztlichen Vereinigung, die freie Therapieplätze sammelt und telefonisch weitergibt.

Ihre Dörthe Huth

Tel.: +49 (0) 2362 – 7877990

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