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Selbsterfahrung – Sich selbst und andere besser einschätzen

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

ein gut angeleiteter Selbsterfahrungsprozess bietet die Möglichkeit, sich selbst besser kennenzulernen und andere Menschen besser einschätzen zu können. In sozialen, therapeutischen und medizinischen Ausbildungen ist die Selbsterfahrung ein wichtiger Baustein der beruflichen Kompetenz. Aber auch zur Persönlichkeitsentwicklung oder als Ergänzung einer Einzeltherapie bietet ein angeleiteter Selbsterfahrungsprozess eine gute Möglichkeit, sich selbst besser kennenzulernen und andere Menschen besser einschätzen zu lernen. Selbsterfahrung leitet dazu an, sich das eigene Verhalten bewusst zu machen, Kompetenzen auszubauen, die eigene Sensibilität zu erkunden oder klarere Grenzen zu setzen. Selbsterfahrung findet in der Regel im Gruppensetting statt, ist aber auch in Einzelsitzungen möglich.

Selbsterfahrung in der Gruppe

In einer Selbsterfahrungsgruppe dreht sich alles um die Wahrnehmung, das soziale Miteinander sowie um die Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit. Jeder Teilnehmer einer Selbsterfahrungsgruppe erfährt sich selbst durch die Gruppe in Beziehung zu anderen. Es kommt zu Konflikten, Übertragungsphänomenen und intensivem Gefühlserleben. Durch den angeleiteten Selbsterfahrungsprozess erlebt man die Interaktion mit anderen Menschen ganz bewusst und auch alle damit verbundenen Gefühle. Dabei geht man davon aus, dass sich die grundsätzlichen Schwierigkeiten einer Person mit anderen Menschen in einem solchen Gruppenprozess wiederholen. Schließlich sind unsere alten Erfahrungen aus der Kindheit, noch heute prägend für unseren Lebensweg und jede neue Entscheidung, die wir treffen. Unsere grundsätzlichen Kommunikationsmuster aufzudecken, Konfliktstrategien zu identifizieren und die eigenen Grenzen kennenzulernen, bietet den Teilnehmern eines gruppendynamischen Selbsterfahrungsprozesses eine enorme Chance zur persönlichen Weiterentwicklung.

Selbsterfahrung für Menschen in sozialen Berufen

Neben der Vermittlung theoretischen Wissens ist die Selbsterfahrung ein wichtiger Ausbildungsbestandteil für angehende Psychologische Berater, Coaches, Erzieher und Lehrer sowie Sozialarbeiter. Besonders Menschen, die mit anderen Menschen intensiv arbeiten, sollten sich in ihrer Rolle erproben, bevor sie mit Schülern, Klienten und Patienten umgehen. Auch ein angehender Therapeut sollte sich selbst einmal in der Rolle als „Patient“ oder als „Klient“ erlebt haben. Gerade in der Rollenumkehrung erfährt man die Hoffnungen, Befürchtungen, Widerstände und Lösungsfindungsprozesse der späteren Klienten auch einmal selbst. Wahrnehmungen, Erleben und Gefühle, die sich in der Selbsterfahrung einstellen, werden früher oder später auch in der Arbeit mit Patienten und Klienten auftreten. Wut, das Ausblenden wichtiger Themen, Langeweile oder die besondere Anziehungskraft eines Menschen im beruflichen Kontext müssen reflektiert werden, um einem anderen Menschen gerecht werden zu können. Ansonsten überlagern eigene Einstellungen und Verhaltensweisen das Anliegen eines Klienten. Die eigene Therapeuten-Identität kann unter Anleitung ausgebaut, erprobt und gegebenenfalls verändert werden.

Inhalte von Selbsterfahrungsgruppen

Die Ausbildungskandidaten können in Selbsterfahrungsgruppen sich ihres eigenen Konfliktpotentials bewusst werden, ihre Motivation für die berufliche Entwicklung abklären und die eigenen Grenzen zwischen beruflichen und privaten Inhalten abklopfen. Im Gruppensetting können sich die Teilnehmer dem stellen, was die Gruppe ihnen spiegelt. Im Gruppenkontext, in dem sich gruppendynamische Prozesse entfalten, gilt es, das Konfliktpotential der Gruppe für die eigene Entwicklung zu nutzen. Mit der Entwicklung eines guten Gruppenklimas und der Stärkung eines Wir-Gefühls wird vieles möglich. Dabei werden sehr unterschiedliche und vielfältige Methoden angewendet. Möglich sind Rollenspiele, Fragebögen, Interaktionsübungen oder auch Videoaufzeichnungen. Die Selbsterfahrung kann auch therapeutische Methoden nutzen, wie zum Beispiel Konfrontationsübungen, den Ausbau von Selbstfürsorge, Stärketraining, Fragebögen zu Befindlichkeiten oder Perspektivwechselübungen. So werden die eigenen Intentionen, Denk- und Handlungsweisen aufgedeckt.

Einige Beispiele für Themen der Selbsterfahrung

  • Die Wirkung auf andere Menschen: Wie wirke ich auf andere? Welches sind erwünschte und welches unerwünschte Auswirkungen?
  • Die Auseinandersetzung mit Selbstzweifeln: Bin ich für meinen Beruf überhaupt geeignet? Bin ich mit meinen Entscheidungen zufrieden?
  • Die Entdeckung blinder Flecken: Welche Anteile will ich nicht sehen oder ausklammern? Welche meiner Persönlichkeitsanteile sind mir unangenehm oder widersprechen meinem Selbstbild?
  • Die Körperwahrnehmung: Wie erlebe ich mich in meinem Körper? Wo sind meine körperlichen Grenzen? Wie viel Nähe ist mir angenehm und ab wann wird sie unangenehm?
  • Die Entdeckung und Aufdeckung der eigenen Grundhaltungen: Nach welchen Grundsätzen und Regeln lebe ich? Welche Verhaltensmuster zeige ich nach außen? Was davon will ich ablegen und was davon behalten?
  • Die Entdeckung der Traumwelt: Was sagen mir meine Träume? Was haben die Trauminhalte und Symbole mit mir zu tun? Warum träume ich überhaupt?

Befürchtungen der Teilnehmer in Selbsterfahrungsprozessen

Teilnehmer von Selbsterfahrungsgruppen haben immer wieder Befürchtungen, ein „Opfer“ der Gruppe oder des Gruppenleiters zu werden. Es sind Vorstellungen vom Ausgeliefertsein und der Machtlosigkeit, die vielen zu schaffen macht. Dies ist natürlich auch eine Projektion eigener aggressiver Impulse. Viele haben Befürchtungen vor einem elend langen Schweigeprozess, Bloßstellungen oder als „Sündenbock“ herhalten zu müssen. Das Gruppensetting aktiviert in einigen Teilnehmern zum Teil auch alte, kindliche Ängste, von der Gruppe abgelehnt oder gar ganz ausgeschlossen zu werden. Oder man könne durch die persönlichen Offenherzigkeiten die Kritik, den Spott oder die Verachtung der anderen auf sich ziehen. All diese Ängste tragen wir in uns, sind aber bestrebt, sie zu rationalisieren oder ganz beiseite zu schieben. Solche Befürchtungen führen dazu, dass schwierige, problembehaftete Themen in Selbsterfahrungsprozessen gemieden werden. Aus der Geschichte vieler Menschen heraus, werden solche Befürchtungen verständlich. Doch wenn eine Selbsterfahrung ihren Sinn haben soll, sollten auch die unbequemen und ungeliebten Gefühle, Einstellungen und Denkmuster ihren Raum finden.

Soziale Kompetenz - Dörthe Huth

Ein wohlwollendes Gruppenklima als Voraussetzung

Um sich selbst erfahren zu wollen und sich alten Verletzungen stellen zu können, ist unbedingt ein gutes, wohlwollendes Gruppenklima erforderlich. Ein verlässlicher Gruppenleiter ebenso, der in schwierigen Situationen die Rolle des Hilfs-Ichs eines Teilnehmers übernimmt. Besonders da, wo der sich-selbst-Erfahrende in seinem persönlichen Erlebensprozess keine ausreichenden Grenzen ziehen kann, hilft der Gruppenleiter weiter. Er ist dazu da, die Aufmerksamkeit nicht nur auf die Defizite und das schwierige Erleben zu lenken, sondern auch auf Lösungen, auf Auswege und die Rückkehr zu den guten Gefühlen. In längeren und intensiven Selbsterfahrungsprozessen können dabei auch härtere Töne an die Oberfläche kommen, die Tränen fließen und die Wut eine Zeit lang bleiben. In einem wohlwollenden und förderlichen Gruppenklima wird dies möglich. Viele Teilnehmer werden dann bemerken, dass beispielsweise ihre Aggressivität gegen andere Menschen gar nicht so vernichtend wirkt, wie sie vielleicht dachten. Und wenn doch einmal der Ton neben der Spur entlang läuft, kann die Gruppe jeden Einzelnen auffangen. Denn in einem guten Gruppenprozess ist jeder Einzelne ein wertvolles Mitglied der Gemeinschaft. Aggressive Impulse, Fehler und Missverständnisse gehören dann einfach zum Lernprozess dazu.

Wenn Ihr soziale Kompetenz erweitern möchten und ein professionelles Coaching buchen möchten, eine Konfliktsituation auflösen wollen oder ein Problem für sich klären möchten,  freue ich mich auf Ihren Anruf zur Terminvereinbarung.

Ihre Dörthe Huth

Tel.: +49 (0) 2362 – 7877990

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Kränkungen verstehen und leichter verarbeiten

Liebe Leserin, lieber Leser,

Kränkungen sind in meiner Praxis ein häufiges Thema. Manche Kränkungen treffen einen Menschen wie aus dem Hinterhalt, bleiben über viele Jahre erhalten und stecken wie ein Stachel im Fleisch. Der Betroffene fühlt sich verletzt, gedemütigt, zurückgewiesen, ungerecht behandelt und völlig unbedeutend. Die meisten empfinden in einer Kränkungssituation die Abwertung ihrer gesamten Persönlichkeit. Das macht sich nicht nur seelisch bemerkbar, sondern kann sogar körperliche Symptome verursachen. Im Coaching erarbeiten wir ganz gezielt, was die Kränkung eigentlich ausmacht und betrachten sie aus einer neuen Perspektive, damit sie leichter verarbeitet werden kann.

Je selbstbewusster umso weniger kränkbar

Zu einem Kränkungsgeschehen gehören mindestens zwei Menschen. Einer, der kränkt und einer, der sich kränken lässt. Nicht immer ist dem Kränkenden bewusst, was er mit seinen Worten oder Gesten beim anderen anrichtet. Doch geht es manchen Menschen tatsächlich darum, einen anderen klein zu machen oder ihn zu verletzten. Vielleicht um sich selbst zu erhöhen, besser dazustehen oder um sich selbst für eine erlebte Kränkung zu rächen. In manchen Fällen geht einer Kränkung ein Konfliktgeschehen voraus, das die Betroffenen gar nicht bewusst miteinander in Verbindung bringen. Besonders deutlich wird das an einigen Beispielen, die für manche Menschen eine Kränkung darstellen, für andere jedoch nicht. Den einen Partner trifft es beispielsweise schwer, weil der andere den gemeinsamen Hochzeitstag vergessen hat. Ein anderer ist sofort gekränkt, wenn jemand die Gewichtszunahme anspricht und wieder ein anderer, wenn jemand die nicht bestandene Prüfung bemerkt.

Individuelle Einstellungen und Denkmuster

Die Bedingungen, die aus einem Ereignis eine Kränkungsreaktion werden lassen, beziehen sich auf drei Bereiche: die Situation, die Menschen und die persönliche Kränkungsverarbeitung. Eine Situation wird meist dann als kränkend empfunden, wenn sie ein altes Thema berührt, das bisher nicht ausreichend verarbeitet und abgeschlossen wurde. Ein persönliches Thema, für das man empfindlich ist und empfänglich für Kritik und Kränkung. Je mehr dieser “wunde Punkt” verdrängt wird, umso leichter ist eine Person an eben dieser Stelle kränkbar. Und je wichtiger der Mensch und die Situation, umso leichter wird die Kränkung auf fruchtbaren Boden fallen. Der vergessene Hochzeitstag kann beispielsweise nur dann zu einer Kränkung werden, wenn sich der Partner auch  auch sonst in der Beziehung oder im Leben vernachlässigt fühlt. Die Bemerkung über die Gewichtszunahme emfpindet derjenige als kränkend, der mit seinem Gewicht selbst nicht im Reinen ist. Und wer dadurch gekränkt ist, dass jemand die nicht bestandene Prüfung anspricht, wird sich wahrscheinlich ohnehin für unfähig halten. Ein Kränkungsgeschehen braucht einen Nährboden, auf dem es gedeihen kann.

Verbitterung durch eine tief empfundene Kränkung

Die Persönlichkeit mancher Menschen ist so angelegt, dass sie durch ein Kränkungserleben chronisch verbittern. Ausgelöst durch einen Bruch in der Lebensgeschichte, wie durch eine falsche Beschuldigung, ein Mobbinggeschehen oder eine andere Ungerechtigkeit, drehen sich ihre Gedanken im Kreis. Sie werden von Rachegedanken getrieben, von Wut und Zorn, sind motivationslos, deprimiert und neigen zu Suizid. „Verbitterungsstörung“ wird dieses Verhalten neuerdings genannt, zu der Wissenschaftler im Jahr 2009 gemeinsam mit der Deutschen Rentenversicherung zu einer internationalen Konferenz eingeladen haben. Die Erforschung der Verbitterungsstörung befindet sich allerdings noch in den Kinderschuhen. Bisher ist nur klar, dass sich diese Form des Kränkungserlebens bei bestimmten Persönlichkeiten als besonders hartnäckig erweisen. Normalerweise sind Menschen  widerstandsfähig genug, um selbst schwere Kränkungen mit der Zeit zu verarbeiten.

Kränkungsreaktionen

Vier Grundgefühle bestimmen bei Kränkungen unser emotionales Erleben: Schmerz, Angst, Scham und Wut. Diese Gefühle schützen uns und setzen gleichzeitig eine Grenze. Meist versucht man jedoch diese unangenehmen Gefühle zu verdrängen, anstatt sie wahrzunehmen, anzuerkennen und auszudrücken. Und man beginnt, die echten Kränkungsgefühle durch andere Gefühlsvarianten zu ersetzen. Beispielsweise durch Rückzug, Beleidigtsein, Minderwertigkeitsgefühle, Rachegelüste oder Empörung. Diese Kränkungsreaktionen haben anfangs eine entlastende und schützende Funktion. Im Laufe der Zeit aber wird meist deutlich, dass die Kränkungsreaktion eventuell auch den Verlust einer Beziehung mit sich bringt.

Kränkungen - Dörthe Huth

Kränkungserleben auflösen

Wer häufiger mit Kränkungen zu tun hat, sollte sich fragen, welche alten, nicht abgeschlossenen Themen er als wunde Punkte noch mit sich herumträgt. Sie machen empfindlich und leicht kränkbar und setzen einen unter Spannung. Ein Betroffener sollte versuchen, die speziellen Denkmuster und Einstellungen herauszufinden, die einer Kränkung den Boden bereiten. Man kann durchaus lernen, Kränkungssituationen anders einzuschätzen, um die Situation so erleben zu können, um nicht mehr darunter zu leiden.
Wer die individuellen Einstellungen und Denkmuster herausfindet, die mit der Kränkung verbunden sind, kann Kränkungssituationen anders betrachten. Betroffene können sich allein auf die Suche machen, sich über Ratgeber zu innerer Stärke leiten lassen, durch ein Persönlichkeitstraining oder bei schwereren Kränkungsreaktionen auch durch eine Psychotherapie. Sowohl die Verletzbarkeit als auch das Leiden unter solchen Situationen könnte dadurch verringert werden. Das Ziel ist es, von der persönlichen Betroffenheit wieder zu einem distanzierteren, situationsbezogenen Erleben zu gelangen. Dadurch weitet sich der Blick für das Kränkungsgeschehen und es stehen mehr Handlungsmöglichkeiten zur Verfügung als bisher.

Wenn Sie Ihren Frieden mit einer Kränkung machen möchten und dabei Unterstützung durch eine Coaching haben möchten, freue ich mich auf Ihren Anruf zur Terminvereinbarung. Rufen Sie einfach an oder senden Sie mir eine eMail: 02362/7877990.

Ihre Dörthe Huth

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Konflikte verstehen und überwinden

Liebe Leserin, lieber Leser,

überall da, wo Menschen miteinander in Kontakt sind, kommt es zu Konflikten. In beruflichen und privaten Zusammenhängen sind immer wieder Differenzen, Spannungen und Unstimmigkeiten zu beobachten. Ein Leben ganz ohne Konflikte gibt es nicht, sie sind eine ganz normale und alltägliche Angelegenheit. Während man Konflikte früher als überflüssig betrachtete, gelten sie heute als unvermeidbar und notwendig, besonders für die Weiterentwicklung sozialer Kompetenzen. Dieser Artikel hilft, ein Konfliktgeschehen besser zu verstehen und mögliche Ansätze, den Konflikt zu überwinden.

Konflikte und ihre Ursachen

Das Wort Konflikt wurde vom lateinischen Wort “confligere” abgeleitet, das soviel heißt wie zusammenstoßen, streiten oder kämpfen. Im Allgemeinen spricht man dann von einem Konflikt, wenn zwei Elemente gleichzeitig erstrebenswert erscheinen, die miteinander unvereinbar sind. Die gegensätzlichen Strebungen werden als störend und blockierend erlebt. Unvereinbarkeiten können beispielsweise in den Bereichen Denken, Wahrnehmen, Fühlen oder Wollen liegen. Beispielsweise:

•    wenn der Kompost direkt auf der Zaungrenze zum Nachbarn aufgebaut wird

•    wenn ein Elternteil sich kaum um das gemeinsame Kind kümmert

•    wenn ein Lehrer einen Schüler vor der Klasse bloßstellt

•    wenn der eine Kollege die Arbeit des anderen mit übernehmen muss.

Der Sinn von Konflikten

Konflikte leiten Veränderungen ein und verdeutlichen Unterschiede. Sie dienen dazu, den Status Quo zu erhalten, aber auch Ansichten auszutauschen, Meinungen zu hinterfragen oder Widersprüche zu überdenken. Dies kann zu neuen Erkenntnissen führen, offensichtliche Unterschiede überwinden und einen neuen Konsens schaffen. Eine neue Sichtweise kann als kreative Lösung integriert werden. Grundsätzlich gilt, je länger ein Konfliktgeschehen andauert, umso schwieriger ist die Auflösung. Ein Konfliktgeschehen aufzulösen bedeutet auch, die eventuell anstehenden Veränderungen zuzulassen und wieder Freiraum für Kreativität und Motivation zu schaffen.

Konfliktbeteiligte und Konfliktverlauf

An einem Konfliktgeschehen sind meist zwei Parteien beteiligt. Zwei Menschen, zwei Abteilungen der gleichen Firma oder zwei Nachbarfamilien. Ein Konflikt wandelt sich im Laufe der Zeit und wird durch die Handlungen der Beteiligten härter. Sofern er nicht aufgelöst wird, kann es zu einer Eskalation des Konfliktgeschehens kommen und die Fronten verhärten zunehmend. Bei Konflikten zwischen zwei Parteien wird anfänglich häufig ein Beteiligter durch den anderen beeinträchtigt. Dabei ist irrelevant, ob die jeweilige Gegenseite dies absichtlich oder unabsichtlich tut. Anfangs wird ein Konflikt häufig nur von einer Partei konflikthaft wahrgenommen werden. Zum Beispiel

Vor der Lösung eines Konfliktes steht die Konfliktdiagnose

Um einen Konflikt anzugehen und aktiv gestalten zu können, sind vor allem Offenheit und Mut gefragt, Respekt vor dem anderen und Einfühlungsvermögen. Eine erfolgreiche Handhabung von Konflikten setzt die Bewusstheit über eigene Gefühle und Reaktionsweisen auf Konflikte voraus. Vor der Handhabung eines Konfliktes steht jedoch die Konfliktdiagnose. Dazu einige Fragen, die dazu gestellt werden können:

•    Was ist eigentlich der Konflikt?

•    Wer ist an dem Konflikt beteiligt?

•    Wie lange besteht der Konflikt bereits?

•    Welchen Anteil habe ich an dem Konflikt?

•    Welche Anteile hat die Gegenseite an dem Konflikt?

•    Welche Bedingungen erhalten den Konflikt aufrecht?

 Die persönliche Wertung des Konfliktgeschehens

Jeder Mensch besitzt aufgrund seiner bisherigen Erfahrungen gegenüber Konflikten bestimmte Einstellungen und reagiert dementsprechend. Häufig ist man sich seiner Verhaltensmuster jedoch nicht bewusst. Unbewusste Einstellungen legen unser Verhalten in Konfliktsituationen fest und verhindern häufig eine Konfliktlösung. Die Handhabung von Konflikten wird so im Alltag nicht unbedingt von dem Bedarf der Situation bestimmt und damit einer möglichst wirksamen Konfliktlösung, sondern vielmehr von persönlichen Gefühlen, Motiven und erlernten Verhaltensmustern.

Konflikte verstehen - Dörthe Huth

Das eigene Konfliktverhalten identifizieren

Wer sein eigenes Konfliktdenken und Konfliktverhalten überprüfen möchte, sollte so ehrlich wie möglich sein. Es geht darum, zu realisieren, wie man tatsächlich denkt und handelt, nicht wie man sein möchte. Wer allein nicht weiterkommt, sollte sich nicht scheuen, Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen. Von der Supervision über ein Coaching bis hin zur Mediation gibt es mittlerweile viele Möglichkeiten, sich unabhängige Rückmeldungen von außen zu holen. Durch die Reflexion der eigenen Einstellungen und Verhaltensweisen wird deutlich, was die Auflösung eines Konfliktgeschehens behindert. Gleichzeitig kann man unter Anleitung neue Denkstrukturen und Verhaltensweisen erproben.

Wenn Sie für sich selbst einen Konflikt klären möchten und dabei Unterstützung durch eine Coaching suchen, freue ich mich auf Ihren Anruf zur Terminvereinbarung. Rufen Sie einfach an oder senden Sie mir eine eMail: 02362/7877990.

Ihre Dörthe Huth

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Stalking – unerwünscht verfolgt und belästigt

Liebe Leserin, lieber Leser,

ist das noch normal oder schon Stalking? Menschen, deren Leben sich in der Öffentlichkeit abspielt, sind besonders gefährdet, zum Opfer eines Stalkers zu werden. Doch nicht nur Stars und Sternchen haben damit zu tun, Stalking betrifft auch ganz normale Leute. Ein „Stalker“ spioniert sein „Opfer“ aus, belästigt und terrorisiert es auf unterschiedlichste Weisen. Stalker sind häufig unberechenbar und versetzen die Betroffenen in Angst und Schrecken. Viele Betroffene leiden auch noch lange Zeit danach unter körperlichen und seelischen Folgeerscheinungen.

Stalking – was es ist und wie es funktioniert

Der Begriff „Stalking“ stammt ursprünglich aus der Jägersprache und meint das Sich-Anpirschen und Heranschleichen an ein Wild. Im zwischenmenschlichen Bereich bezeichnet Stalking, dass eine Person einer anderen unerwünscht nachstellt und sie verfolgt. Da gibt es den Partner, der mit der Trennung nicht klarkommt und zum Stalker wird, aber ebenso den Nachbarn oder Arbeitskollegen, der plötzlich zum Verfolger wird. Beim Stalking werden die Gewohnheiten und Lebensumstände der Opfer über einen längeren Zeitraum ausgespäht. Stalking zeigt sich auf sehr unterschiedliche Weise und ist manchmal so subtil, dass andere es gar nicht als bedrohlich wahrnehmen. Das geht von Telefonterror über das Ausspionieren von Gewohnheiten bis zum Hinterherfahren beim Einkauf oder dem Auflauern am Arbeitsplatz. Auch Verleumdungen und Beleidigungen über Dritte, das unerwünschte Zusenden von Liebesbriefen oder Geschenken sowie Bestellungen auf den Namen und an die Adresse des Opfers sind typische Stalkinghandlungen. Ebenso das Hinterlassen von Nachrichten auf dem Anrufbeantworter oder per SMS zu allen Tages- und Nachtzeiten, Sachbeschädigungen oder Bedrohungen.

 Die Erforschung des Phänomens Stalking

Es gibt nur wenige Untersuchungen zum Stalking, zum Täterkreis, Motivation oder Verhaltensweisen. Stalking kommt besonders häufig zwischen Ex-Partnern vor und ist damit vorrangig eine Beziehungstat. Es gibt allerdings auch Stalker, die es auf Schauspieler, Politiker oder andere Personen aus dem öffentlichen Leben abgesehen haben. Etwa jeder Zehnte soll laut Statistik im Laufe seines Lebens einmal Opfer eines Stalkings sein. 80 Prozent der Opfer sind weiblich und etwa die Hälfte der Opfer werden von ihrem Ex-Partner gestalkt. Inzwischen weiß man, dass viele Stalker sich anfänglich selbst als Opfer sahen. Für andere ist das Hauptmotiv, Macht über einen anderen Menschen auszuüben. Viele Stalker leiden unter psychischen Störungen, wie z.B. einer Persönlichkeitsstörung oder einer Psychose, in der sie die Realität verkennen.

Wie Stalking-Opfer sich fühlen

Zu Beginn eines Stalkings fühlen sich die Betroffenen häufig nur belästigt. Hält das Stalking an und nimmt an Intensität und Ausmaß zu, rückt bei vielen die Hilflosigkeit in den Vordergrund. Stalking-Opfer leben in ständiger Angst, dass der Stalker ihnen, ihren Kindern oder anderen Angehörigen etwas antut. Schließlich wissen sie nicht, wie der Stalker auf weitere Ablehnung reagiert und wie weit er geht. Viele Betroffene leiden daher in der Folge des Stalkings unter Schlafstörungen, Schreckhaftigkeit und zunehmenden Ängsten bis hin zu Depressionen. Für viele ist das eine traumatisierende Situation, in der sich manch einer völlig von seiner Umwelt zurückzieht, um sich nicht der Kontrolle des Stalkers auszuliefern. Über die Verstärkung von Sicherheitsmaßnahmen, dem Wechsel des Telefonanschlusses oder durch Wohnungswechsel versuchen viele Betroffene, dem Täter zu entkommen.

Das Anti-Stalking Gesetz

Im Jahr 2006 wurde der Anti-Stalking Paragraph verabschiedet. Mit Paragraph 238 kam etwas mehr Klarheit in die rechtliche Situation. Je nach Schweregrad des Stalkings müssen Stalker mit einer Haftstrafe rechnen. Besonders gefährliche Stalker können zudem vorbeugend in eine sogenannte Deeskalationshaft genommen werde, insbesondere, wenn schwere Straftaten gegen Leib und Leben des Stalking-Opfers zu befürchten sind. Nach Angaben der TU-Darmstadt kommt es in jedem fünften Stalking-Fall neben der psychischen Gewalt auch zu körperlicher Gewalt. Je nach Ausmaß des Stalkings kann es ratsam sein, sich über die Rechtslage bei einem Anwalt zu informieren und eventuell Anzeige bei der Polizei zu erstatten oder eine Unterlassung zu erwirken. Einsicht oder Verständnis ist von einem Stalker nicht zu erwarten. Laut Zeit-Online werden pro Jahr etwa 25.000 Anzeigen wegen Stalking gestellt, dennoch kommt es nur in wenigen Fällen zu einer Gerichtsverhandlung. 2011 wurden nur rund 350 Personen rechtskräftig wegen Stalking verurteilt.

Hilfsmöglichkeiten bei Stalking

Wer gestalkt wird, sollte möglichst rasch reagieren. Heute weiß man, dass ein Stalking möglichst rasch unterbrochen werden sollte, damit sich beim Täter keine Gewohnheit ausbildet. Wer sein Umfeld über das Stalking informiert, kann dafür sorgen, dass keine Informationen an den Stalker weitergegeben werden. Zudem tut Betroffenen der Austausch mit anderen gut. Wer den Stalker einmal ausdrücklich darauf hingewiesen hat, dass ein weiterer Kontakt nicht erwünscht ist, sollte auf nachfolgende Telefonate, eMails oder SMS nicht eingehen. Außerdem raten Experten, in einem unvermeidlichen Kontakt höflich zu bleiben und die Ruhe zu bewahren, um eine weitere Eskalation zu vermeiden. Dafür sollte jede einzelne Belästigung des Stalkers protokolliert und Nachweise aufbewahrt werden.  Am Ende dieses Artikels finden Sie Hinweise zu weiterführenden Informations- und Beratungsmöglichkeiten, denn die Kontrolle über das eigene Leben sollte jeder so schnell wie möglich wieder in die eigene Hand nehmen.

Sich abgrenzen und Nein sagen lernen

Wenn Sie sich unter professioneller Anleitung das Nein-sagen lernen üben möchten, Konflikte in den Griff bekommen möchten oder sich das Loslassen erleichtern wollen, freue ich mich darauf, Sie in einem meiner Coachings oder Workshops begrüßen zu dürfen. Rufen Sie einfach an oder senden Sie mir eine eMail: 02362/7877990.

Ihre Dörthe Huth

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Weiterführende Adressen und Hinweise:

deutsche-stalkingopferhilfe.de

gegenstalking.de

polizei-beratung.de

www.stalkingforschung.de

Gestalttherapie zur Unterstützung der Persönlichkeitsentwicklung

Liebe Leserin, lieber Leser,
die Gestalttherapie bzw. der Gestaltansatz ist ein Grundlagenverfahren, das in vielen Bereichen zur Anwendung kommt: Beratung und Therapie ebenso wie Coaching oder Teamentwicklung. In diesem Verfahren wurde ich über vier Jahre ausgebildet und einige der Methoden und Übungen aus der Gestaltarbeit sind in mein Buch “Lass los und werde glücklich” eingeflossen. Die Gestaltarbeit umfasst ein breites methodisches Repertoire und nutzt die Ressourcen des Klienten.

Offene Gestalten schließen – Unerledigtes abschließen

Die Gestalttherapie geht davon aus, dass unsere nicht ausgestandenen Konflikte, alte seelische Verletzungen und andere nicht erledigte Situationen, also unsere nicht “geschlossenen Gestalten” uns an einem gesunden Austausch mit der Umwelt hindern. Daher gilt es, diese Gestalten mit der Unterstützung des Gestalttherapeuten aufzuspüren und zu bearbeiten. Als Gestalttherapeutin unterstütze ich meine Klienten dabei, die Selbsthilfekräfte zu mobilisieren. Ich erarbeite mit Ihnen neue Sichtweisen- auch alter Probleme. Gemeinsam suchen wir Ihre eigenen, kreativen Problemlösungsstrategien und entwickeln Handlungsalternativen. Als Gestalttherapeutin bin ich davon überzeugt, dass wir Menschen alles bereits in uns tragen, was wir für ein zufriedenes Leben brauchen. Manchmal müssen wir nur lernen auf unsere Innere Stimme zu vertrauen und den Mut aufbringen Veränderung zuzulassen. Auf diesem Weg würde ich Sie gerne ein Stück weit begleiten.

Gestalttherapie – zum Gestalter des eigenen Lebens werden

Die Gestalttherapie ist ein humanistisches Therapieverfahren, das am Wachstum der Persönlichkeit orientiert ist. Die Gestalttherapie richtet sich im Hier und Jetzt auf die gegenwärtige Erfahrung jedes Einzelnen aus, mit dem was er tut und WIE er etwas tut, um die dahinter liegenden Strukturen herauszuarbeiten. Die „offenen Gestalten“ oder auch „unerledigten Geschäfte“ werden mit dem Gestalttherapeuten aufgespürt und können „erledigt“ werden. Denn häufig wiederholen wir im Erwachsenenleben Dinge, die wir bereits als Kind durchleben mussten. Um alte Muster abzulegen und sich innerlich frei zu machen, arbeitet die Gestalttherapie mit Experimenten zur Wahrnehmung, zum Kontakt sowie zu den eigenen Grenzen. Begebenheiten aus der Vergangenheit können im Hier und Jetzt bearbeitet werden, damit verdrängte Gefühle Raum bekommen. Denn was im Hintergrund schwelt, hat Auswirkungen auf den Vordergrund, besagt die Gestalttherapie. Damit eignet sich die Gestalttherapie ganz besonders für Menschen, die es beispielsweise schwer haben, NEIN zu sagen. Auch Menschen, die Ihre Persönlichkeit reifen lassen wollen oder die besser mit anderen klarkommen möchten, sind an Gestaltarbeit interessiert oder Menschen, die Ihr Leben erfüllter und glücklicher gestalten möchten!

Gestalttherapeutische Traumarbeit

Die Beschäftigung mit den eigenen Träumen kann eine wunderbare Inspiration sein. Traumarbeit braucht etwas Erfahrung und Übung, denn einerseits muss man sich an seinen Träume erinneren können, um mit ihnen zu arbeiten und andererseits braucht es etwas Übung, sich in den Techniken der gestalttherapeutischen Traumarbeit zu üben. Nach der Schilderung des Traums mit den einhergehenden Gefühlen versetzt man sich in verschiedene Traumgestalten: in einen Zug beispielsweise, in ein Flugzeug, in die Sonne, in einen Hund oder in einen Spiegel an der Wand, je nachdem, was im Traum des Träumers vorkam. Manchmal eröffnet diese Identifikation eine neue Sichtweise, Fühlen, Denken und Handeln verändern sich durch die Übernahme einer anderen Rolle. Manchmal kristallisiert sich auf diese Art und Weise ein Inhalt heraus, der mit dem realen Leben viel zu tun hat. Schritt für Schritt werden Bezüge hergestellt und das Tagbewusstsein mit dem Unbewussten verbunden. Die Traumdeutung gehört nicht zur gestalttherapeutischen Arbeit, wir können aber nach Bedarf nach Deutungsmöglichkeiten schauen. Der Träumer ist allerdings aus meiner Sicht sein eigener Experte. In jedem Fall ist es für die Traumarbeit wichtig, sich mit den eigenen Träumen zu beschäftigen. Wenn Sie an Ihren Träumen interessiert sind, legen Sie sich ein Traumtagebuch an und beginnen alles aufzuschreiben, was Sie in der Nacht erleben.

Gestalttherapie - Dörthe Huth

Wenn Sie eine unerledigte Sache für sich abschließen möchten und dabei Unterstützung durch eine Coaching haben möchten, freue ich mich auf Ihren Anruf zur Terminvereinbarung. Rufen Sie einfach an oder senden Sie mir eine eMail: 02362/7877990.

Ihre Dörthe Huth

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